Das Batterieunternehmen Altech Batteries richtet seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für die Silumina-Anodentechnologie neu aus. Die Pilotanlage im Industriepark Schwarze Pumpe wird künftig als zentrales Forschungs- und Entwicklungszentrum betrieben. In diesem Zuge werden bisherige F&E-Kapazitäten aus Australien nach Deutschland verlagert.
Altech stärkt Forschungsstandort Schwarze Pumpe
Wie das Unternehmen Altech Batteries mitteilt, wird die bestehende Pilotanlage für Silumina-Anoden im Industriepark Schwarze Pumpe künftig als zentrales Forschungs- und Entwicklungszentrum genutzt. Damit bündelt Altech seine Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten für diese Technologie in Deutschland. Bisher in Australien angesiedelte F&E-Kapazitäten werden im Zuge dieser Neuausrichtung nach Deutschland verlagert.
Mit der Neupositionierung verfolgt das Unternehmen nach eigenen Angaben mehrere Ziele. Dazu zählen kürzere Entwicklungszyklen, eine bessere Anbindung an industrielle Partner in Europa sowie operative und wirtschaftliche Vorteile. Diese ergeben sich insbesondere aus der Nähe zu Forschungseinrichtungen und potenziellen Kunden.
Silumina-Anoden als Schlüsseltechnologie für Batterien
Die Silumina-Anodentechnologie gilt laut Altech als Schlüsselinnovation für Lithium-Ionen-Batterien. Grundlage ist eine neuartige Integration von Silizium, das mit hochreinem Aluminiumoxid (Al₂O₃) beschichtet wird, in die Anodenstruktur der Batteriebeschichtung. Im Rahmen eigener Forschung konnte das Unternehmen nach eigenen Angaben einen technologischen Durchbruch erzielen.
Die daraus resultierenden Batterien weisen demnach eine um rund 40 Prozent höhere Leistungsfähigkeit auf. Gleichzeitig werden eine verbesserte Effizienz sowie eine längere Lebensdauer genannt. Darüber hinaus sind die Zellen kleiner und leichter und verursachen über ihren Lebenszyklus hinweg geringere Treibhausgasemissionen. Die Technologie richtet sich insbesondere an Anwendungen in der Elektromobilität sowie an industrielle Einsatzbereiche mit hohen Anforderungen an Energiedichte, Sicherheit und Haltbarkeit.
Industrie testet Anwendung in Deutschland und den USA
Zur Vorbereitung der Markteinführung hat Altech nach eigenen Angaben Geheimhaltungsvereinbarungen mit Industrieunternehmen in Deutschland und den USA abgeschlossen. Diese Partner erhalten kommerzielle Muster des Silumina-Anodenmaterials zu Test- und Validierungszwecken. Die Entwicklung der Technologie erfolgt vollständig in Eigenregie des Unternehmens.
Neubesetzung in der Unternehmensführung
Im Zusammenhang mit dem Ausbau der Forschungsaktivitäten übernimmt Dr. Luise Bloi die Position der Chief Technology Officer bei der deutschen Tochtergesellschaft von Altech Batteries. Sie ist verantwortlich für Entwicklung, Technologie und Prozessstrategie.
Dr. Bloi verfügt über einen Masterabschluss in Chemie und promovierte zum Thema „Carbon-based Anodes for Lithium All-Solid-State Battery Concepts“. Nach Angaben des Unternehmens bringt sie Erfahrung aus Tätigkeiten bei Skeleton Technologies, der Automatic Oil Company sowie als wissenschaftliche Mitarbeiterin am Fraunhofer-Institut mit.
CERENERGY-Projekt erhält Förderung aus STARK-Programm
Parallel dazu wird das CERENERGY-Projekt von Altech am Standort Industriepark Schwarze Pumpe durch das STARK-Programm des Bundes gefördert. Mit der zugesagten Förderung ist laut Unternehmen ein wichtiger Meilenstein für den Aufbau einer innovativen Batteriefertigung in der Lausitz erreicht.
Das STARK-Programm unterstützt Projekte in ehemaligen Kohleregionen, die eine nachhaltige ökologische, ökonomische und soziale Entwicklung vorantreiben. Gefördert werden unter anderem Transformationstechnologien wie Batterien, Solarenergie, Windkraft und Wasserstofftechnologien sowie Maßnahmen zur Fachkräftesicherung und zur Stärkung der regionalen Wirtschaft.
Die Produktion der natriumchloridbasierten CERENERGY-Festkörperbatterien zielt auf eine Jahreskapazität von rund 120 MWh ab. Die entsprechende Bau- und BImSch-V-Genehmigung wurde bereits im März 2025 erteilt. Nach Angaben von Altech kann nun im Anschluss der Abschluss der Gesamtfinanzierung für die Errichtung des Werkes erfolgen.
Regionale Wertschöpfung für Batteriespeicher
Am Standort Schwarze Pumpe entsteht nach Unternehmensangaben eine regionale Wertschöpfungskette für stationäre Batteriespeicher. Diese reicht von den eingesetzten Rohstoffen bis zum netzanschlussfertigen GridPack mit einer Kapazität von rund 1 MWh. Ziel ist der Aufbau einer europäischen Alternative zu konventionellen Lithium-Ionen-Systemen.
Carsten Baumeister, Geschäftsführer von Altech Batteries, erklärte: „Der Projektstand für Silumina Anodes und CERENERGY befindet sich im regulären Entwicklungsprozess. Wir freuen uns, weitere Fortschritte in der Unternehmensentwicklung verzeichnen zu können. Weitere Arbeitsschritte werden geprüft bzw. sind in Planung.“
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