Die Wassersituation im Spreegebiet bleibt angespannt. Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt waren die Speicher zu Beginn des Sommers im Durchschnitt nur etwa zur Hälfte gefüllt, während die Abflüsse in der Spree seit Monaten deutlich unter den üblichen Werten liegen. Seit dem 1. Juni gilt deshalb bereits Stufe 1 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes für das mittlere Spreegebiet. Um die verbliebenen Wasserreserven möglichst lange nutzen zu können, hat das Landesamt nun eine gemeinsame Ad-hoc-Arbeitsgruppe mit Berlin und Sachsen einberufen.
Niederschlagsdefizit besteht bereits seit 2025
Grund für die angespannte Situation sind nach Angaben des Landesamtes für Umwelt die geringen Niederschläge im vergangenen Winter und Frühjahr. Besonders trocken ist demnach das obere Spreeeinzugsgebiet in Sachsen. Dort habe sich bereits im Jahr 2025 ein erhebliches Niederschlagsdefizit aufgebaut. Auch 2026 setzte sich die trockene Witterung fort. Im oberen Einzugsgebiet wurden vielerorts bislang nur etwa 70 Prozent der für diesen Zeitraum üblichen Niederschlagsmenge erreicht. Das zeigten unter anderem Messungen an der Wetterstation des Deutschen Wetterdienstes in Kubschütz bei Bautzen.
Die geringen Niederschläge führten bereits im Winterhalbjahr 2025/2026 und besonders im Frühjahr zu deutlich niedrigeren Abflüssen in der Spree und ihren Zuflüssen. Gleichzeitig konnten die Wasserspeicher im Spreegebiet bis Ende April im Durchschnitt nur zu rund 50 Prozent gefüllt werden. Laut Landesamt war dies die ungünstigste Ausgangslage zu Beginn eines Sommers seit dem Trockenjahr 2020.
Mindestabflüsse werden seit Ende Mai unterschritten
Die niedrigen Zuflüsse wirken sich auch auf die Talsperre Spremberg aus. Dadurch sind die Möglichkeiten eingeschränkt, die Wasserführung der Spree dauerhaft zu stabilisieren. Eine Niedrigwasserstützung ist bereits seit Ende Mai erforderlich, kann aufgrund der begrenzten Reserven jedoch nicht im eigentlich notwendigen Umfang erfolgen. Besonders deutlich zeigt sich die Situation an den Pegeln Leibsch Unterpegel und Große Tränke Unterpegel. Die dort festgelegten Mindestabflüsse werden laut Landesamt seit Ende Mai dauerhaft unterschritten.
Am Pegel Leibsch Unterpegel liegt der vorgesehene Mindestabfluss bei 4,5 Kubikmetern pro Sekunde. Seit dem 25. Mai wurden dort im Durchschnitt jedoch nur 3,46 Kubikmeter pro Sekunde gemessen. Kurzzeitig sank der Wert mehrfach auf weniger als zwei Kubikmeter pro Sekunde. Bereits Ende Mai kam deshalb die Arbeitsgruppe Niedrigwasserbewirtschaftung für das mittlere Spreegebiet zusammen. Die dabei vereinbarten Maßnahmen werden seit dem 1. Juni umgesetzt. Seit diesem Zeitpunkt gilt Stufe 1 des Niedrigwasserbewirtschaftungskonzeptes.
Regen sorgt nur vorübergehend für Entspannung
Die jüngsten Niederschläge im Spreewald haben die Lage nach Angaben des Landesamtes vorübergehend verbessert. Am Morgen des 27. Juli lag der Abfluss am Pegel Leibsch Unterpegel bei knapp vier Kubikmetern pro Sekunde. Der langjährige mittlere Juliwert der Jahre 1991 bis 2020 beträgt dort dagegen 7,09 Kubikmeter pro Sekunde. Aufgrund der angekündigten trockenen und warmen Witterung rechnet das Landesamt im weiteren Wochenverlauf erneut mit sinkenden Abflüssen. Mit den steigenden Temperaturen werden zudem höhere Wasserverluste erwartet. Deshalb soll die Abgabe aus der Talsperre Spremberg in den kommenden Tagen erhöht werden.
Talsperre Spremberg unterstützt Wasserführung bis Mitte August
Noch bis Mitte August kann die Talsperre Spremberg laut Landesamt einen wichtigen Beitrag zur Niedrigwasserstützung leisten. Anschließend wird der Wasserstand im Becken auf weniger als 90 Meter über Normalnull abgesenkt sein. Der niedrige Stand ermöglicht zugleich eine geplante Instandhaltungsmaßnahme am Staudamm. Aktuell liegt der Beckenwasserstand bei 90,33 Metern über Normalnull. Die Abgabe beträgt derzeit 7,27 Kubikmeter pro Sekunde. Dieser Wert ist im langjährigen Vergleich ungewöhnlich niedrig: In der Referenzperiode von 1991 bis 2020 wurden im Juli durchschnittlich 11,0 Kubikmeter pro Sekunde abgegeben.
Nach den Niederschlägen im Spreewald dient die aktuell niedrige Abgabe vor allem dazu, die verbliebenen Reserven in den weiteren Speichern des Spreegebietes zu schonen. Dennoch sinkt der Wasserstand der Talsperre Spremberg weiterhin um mehrere Zentimeter pro Tag, weil noch weniger Wasser zufließt, als abgegeben wird. Eine stärkere Abgabe aus der Talsperre ist aufgrund der geringen Reserven im Oberlauf der Spree nur begrenzt möglich. Nach Abschluss der Instandhaltungsarbeiten soll der Wasserstand der Talsperre zudem nicht weiter abgesenkt werden. Für die Niedrigwasserstützung müssen anschließend verstärkt andere Speicher im Einzugsgebiet genutzt werden.
Berlin, Brandenburg und Sachsen arbeiten zusammen
Vor diesem Hintergrund hat das Landesamt für Umwelt eine länderübergreifende Ad-hoc-Arbeitsgruppe für das Spreegebiet einberufen. In ihr arbeiten die Länder Berlin, Brandenburg und Sachsen zusammen. Die beteiligten Stellen wollen kurzfristig erforderliche Maßnahmen abstimmen. Ziel ist es nach Angaben des Landesamtes, die Abflüsse in der Spree so weit wie möglich zu sichern und gleichzeitig besonders sparsam mit den begrenzten Wasserreserven umzugehen.
Zunächst wurde vereinbart, den Mindestabfluss am Pegel Leibsch Unterpegel vorübergehend in einem Korridor zwischen zwei und drei Kubikmetern pro Sekunde zu bewirtschaften. Damit sollen die noch vorhandenen Reserven geschont werden. Die weitere Entwicklung soll eng überwacht werden. Die Bewirtschaftungsmaßnahmen werden nach Angaben des Landesamtes entsprechend der jeweiligen hydrologischen Situation angepasst.
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Red. / Presseinfo




