Im Siedlungsbereich der Stadt Spremberg sowie in den Ortsteilen sind in den vergangenen Monaten wiederholt Wölfe beobachtet worden. Wie das Landesamt für Umwelt Brandenburg nun mitteilte, handelt es sich nach bisherigen Untersuchungen vermutlich um einen oder mehrere Jungwölfe aus dem Jahr 2025. Die Tiere halten sich tagsüber überwiegend außerhalb der Stadt auf, suchen jedoch nachts teilweise bewohnte Bereiche zur Nahrungssuche auf, insbesondere wenn leicht zugängliche Nahrungsquellen wie offene Komposthaufen, überfüllte Müllbehälter oder ungeschützte Geflügelhaltungen vorhanden sind. Laut LfU ist die natürliche Scheu der Tiere vor Menschen weiterhin vorhanden, dennoch wurden sogenannte Vergrämungsmaßnahmen eingeleitet, um die Wölfe aus dem Siedlungsbereich fernzuhalten. Gleichzeitig bittet das Amt die Bevölkerung, mögliche Futterquellen zu vermeiden, Nutztiere besser zu sichern und Sichtungen mit Angaben zu Ort, Zeit sowie möglichst Foto- oder Videomaterial an das Wolfsmanagement zu melden.
Landesamt bestätigt Jungwölfe im Raum Spremberg
Wie das Landesamt für Umwelt Brandenburg (LfU) mitteilt, wurden in den vergangenen Monaten mehrfach Wölfe im Siedlungsbereich der Stadt Spremberg/Grodk sowie in den Ortsteilen beobachtet. Nach den bisherigen Untersuchungen handelt es sich dabei um einen oder mehrere Jungwölfe aus dem Jahr 2025.
Den Erkenntnissen zufolge halten sich die Tiere tagsüber überwiegend außerhalb des Stadtgebietes auf und meiden den Kontakt zum Menschen. In den Nachtstunden suchen sie jedoch teilweise den besiedelten Bereich zur Nahrungssuche auf.
Nahrungsquellen im Siedlungsbereich als Ursache
Nach Angaben des Landesamtes für Umwelt stehen die nächtlichen Besuche der Tiere im Zusammenhang mit leicht zugänglichen Nahrungsquellen im Siedlungsbereich. Dazu zählen unter anderem ungesicherte oder wilde Komposthaufen mit Küchenabfällen und Essensresten, überfüllte Papierkörbe und Mülltonnen sowie ungeschützte Geflügelhaltungen.
Die natürliche Scheu der Tiere vor Menschen sei nach aktuellem Kenntnisstand weiterhin vorhanden. Hinweise darauf, dass sich Wölfe aktiv Menschen nähern, liegen nach Angaben des Landesamtes derzeit nicht vor.
Allerdings wurde laut LfU der Verdacht bestätigt, dass das Auftreten der Tiere im Raum Spremberg auf eine sogenannte Futterkonditionierung zurückzuführen ist. Demnach haben die Tiere gelernt, im Siedlungsbereich vergleichsweise leicht Nahrung zu finden. Dadurch besteht die Gefahr, dass sich Wölfe zunehmend an den Menschen gewöhnen und künftig problematisches Verhalten entwickeln könnten.
Vergrämungsmaßnahmen und Hinweise an die Bevölkerung
Um dieser Entwicklung entgegenzuwirken, führt das Landesamt für Umwelt derzeit sogenannte Vergrämungsmaßnahmen durch. Ziel dieser Maßnahmen ist es, dass die Tiere den Aufenthalt im Siedlungsbereich sowie Begegnungen mit Menschen mit negativen Erfahrungen verbinden und diese künftig meiden.
Eine nachhaltige Wirkung könne jedoch nur erreicht werden, wenn gleichzeitig leicht zugängliche Nahrungsquellen konsequent beseitigt werden. Das Landesamt für Umwelt bittet deshalb die Bevölkerung um Unterstützung.
Dazu gehört unter anderem, keine Küchenabfälle oder Essensreste auf frei zugänglichen Komposthaufen zu entsorgen und Tierfutter insbesondere in der Dämmerung und nachts nicht offen im Außenbereich stehen zu lassen. Abfallbehälter sollten stets sorgfältig verschlossen werden. Zudem empfiehlt das Landesamt, Nutztiere wie kleine Wiederkäuer oder Geflügel gegen Beutegreifer zu sichern, etwa durch nächtliche Aufstallung oder elektrifizierte Schutznetze.
Darüber hinaus bittet das Wolfsmanagement des Landesamtes für Umwelt darum, Sichtungen von Wölfen möglichst zeitnah zu melden. Wichtig sind dabei Angaben zu Ort, Datum und Uhrzeit der Beobachtung sowie – wenn möglich – Foto- oder Videomaterial und eine kurze Beschreibung der Umstände.
Meldungen können telefonisch unter der Nummer 0172 – 515 58 56 erfolgen. Die Nummer ist auch über WhatsApp erreichbar und steht laut LfU auch am Wochenende sowie an Feiertagen zur Verfügung.
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