Die Planung der Ortsumgehung Lübben im Zuge der Bundesstraße B 87n wird vorerst nicht weitergeführt. Darauf haben sich das Bundesministerium für Verkehr und das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung verständigt. Ausschlaggebend für die Entscheidung sind wirtschaftliche, umweltfachliche und verkehrliche Aspekte.
Planung der Ortsumgehung Lübben wird gestoppt
Wie das Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung des Landes Brandenburg mitteilt, wird die Planung für die Ortsumgehung Lübben zunächst nicht weitergeführt. Der aktuelle Projektstand wurde im Rahmen des 8. projektbegleitenden Arbeitskreises im Rathaus Lübben vorgestellt. Neben wirtschaftlichen Faktoren spielten auch die zu erwartenden Umweltbeeinträchtigungen eine Rolle bei der Entscheidung.
Die Bund/Länder-Projektgesellschaft DEGES hatte im Auftrag des Ministeriums eine Vorentwurfsplanung erarbeitet und eine verkehrswirtschaftliche Bewertung vorgenommen. Demnach wird die Projektwirtschaftlichkeit angesichts erheblich gestiegener Kosten als grenzwertig eingeschätzt. Der Nutzen des Projekts, etwa hinsichtlich verbesserter Reisezeiten, höherer Verkehrssicherheit und geringerer Betriebskosten, übersteigt die aktuell veranschlagten Kosten von rund 140 Millionen Euro nur minimal.
Kostenentwicklung und Umweltaspekte maßgeblich
Zur Verbesserung der Wirtschaftlichkeit untersuchte die DEGES technische Anpassungen und integrierte diese in die Planungen. Dazu zählten eine veränderte Trassenführung im Bereich der Spreeaue zur Reduzierung von Erdarbeiten in Bereichen mit gering tragfähigem Baugrund, die Verringerung von Bauwerksabmessungen sowie der Verzicht auf Wirtschaftswegebrücken durch eine Anpassung des rückwärtigen Wegenetzes. Nach Angaben des Ministeriums sind die Optimierungspotenziale hinsichtlich der Kosten mit diesen Änderungen ausgeschöpft.
Ein weiterer Faktor für die Entscheidung sind die zu erwartenden Umweltbeeinträchtigungen, insbesondere Eingriffe in das Biosphärenreservat Spreewald. Zudem wurden in den vergangenen Jahren in der Ortslage Lübben bereits umfangreiche Maßnahmen zum Straßenausbau und zur Verbesserung der Verkehrssituation umgesetzt.
Brandenburgs Infrastrukturminister Detlef Tabbert erklärte: „Die Bauwürdigkeit des Vorhabens ist im Ergebnis der Entwurfsplanung gering. Der Bedarf für eine Ortsumgehung Lübben ist außerdem zurückgegangen. Die freiwerdenden Planungsmittel werden anderen Infrastrukturprojekten im Land Brandenburg zugutekommen.“
Weitere Prüfungen zur Verkehrsentwicklung angekündigt
Parallel zur Entscheidung über die Ortsumgehung soll der Landesbetrieb Straßenwesen prüfen, welche weiteren Möglichkeiten zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in den Ortsdurchfahrten von Lübben bestehen.
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Red. / Presseinformation






