An der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) sind erstmals neurochirurgische Eingriffe mithilfe eines autonomen Navigationsroboters durchgeführt worden. In den vergangenen Wochen kam der Neurochirurgie-Roboter NaoTrac bei mehreren Operationen erfolgreich zum Einsatz.
Erste neurochirurgische Eingriffe mit Navigationsroboter
Wie die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem mitteilt, wurden in den vergangenen Wochen erstmals neurochirurgische Operationen mit Unterstützung des autonomen stereotaktischen Navigationsroboters NaoTrac durchgeführt. Die Eingriffe erfolgten unter der Leitung von Prof. Dr. med. Ehab Shiban, Chefarzt der Klinik für Neurochirurgie, in Zusammenarbeit mit dem Medizintechnikunternehmen Brain Navi.
NaoTrac ist nach Angaben der Universität der weltweit erste autonome Navigationsroboter, der speziell für den Einsatz in der Neurochirurgie entwickelt wurde. Das System kombiniert moderne KI-Algorithmen, maschinelles Sehen sowie robotergestützte Präzision. Ziel ist es, die chirurgische Genauigkeit zu erhöhen, Operationszeiten zu verkürzen und die Lernkurve für Neurochirurginnen und Neurochirurgen zu erleichtern.
Präzise Planung und autonome Bewegungen im OP
Der Navigationsroboter ermöglicht eine berührungslose und rahmenlose Patientenregistrierung. Zudem unterstützt das System die präzise Planung optimaler dreidimensionaler Trajektorien mithilfe von Echtzeit-Bildfusion. Nach Abschluss der Planung führt NaoTrac die vorgesehenen Bewegungen autonom aus und agiert als hochpräziser chirurgischer Assistent. Die Kontrolle verbleibt dabei jederzeit beim Operateur.
In den ersten drei Einsatztagen wurden fünf Patientinnen und Patienten in insgesamt sieben neurochirurgischen Eingriffen behandelt. Dazu zählten unter anderem Biopsien, Katheterplatzierungen sowie Kraniotomie-Planungen. Der Roboter erkannte die eingesetzten chirurgischen Instrumente automatisch, kalibrierte diese selbstständig und folgte den vom Chirurgen definierten Trajektorien mit submillimetergenauer Präzision.
Einsatz bei komplexen Hirnregionen dokumentiert
Nach Angaben der Universität bewegte sich der Roboter mit einer kontrollierten Geschwindigkeit von lediglich 0,5 Millimetern pro Sekunde. Dadurch wurde ein sicherer Zugang zu tief gelegenen und schwer erreichbaren Hirnregionen wie dem Thalamus oder dem Hirnstamm ermöglicht. Intraoperative Blutungen traten dabei nicht auf.
Prof. Dr. med. Ehab Shiban erklärt: „NaoTrac unterstützt die Chirurgen, erhöht die Präzision und Reproduzierbarkeit der Eingriffe und verkürzt gleichzeitig Vorbereitungs- und Narkosezeiten.“ Ein exklusives Video dokumentiert den Einsatz des Roboters an der MUL – CT – von der Patientenregistrierung bis zu den hochsensiblen Bewegungen während der Operation. Der Navigationsroboter soll auch künftig bei operativen Eingriffen am Universitätsklinikum eingesetzt werden.
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