Auf dem Cottbuser Wochenmarkt ist der Anblick von CBD- und Hanfprodukten längst keine Seltenheit mehr. Bereits seit mehr als zehn Jahren verkaufen Händler wie Maik Kählig Lebensmittel, Kosmetik und Kleidung rund um die Hanfpflanze. Und beweisen damit, dass diese längst nicht nur zum Rauchen taugt. Stattdessen kann sie mit einer beeindruckenden Vielseitigkeit überzeugen – und sogar den Strukturwandel in der Lausitz vorantreiben.
Hanffasern bieten in zahlreichen Wirtschaftszweigen ein hohes Potenzial
Hanf und Cannabis gehören in den Köpfen vieler unbestreitbar zusammen. Schließlich bilden die Blüten der weiblichen Hanfpflanze die Basis für die beliebten Cannabisprodukte, die Anbieter wie Eleven THC im Sortiment haben. Allerdings ist die Pflanze viel mehr als eine reine Quelle für psychoaktive Substanzen.
Als Nutzpflanze bietet sie aufgrund ihrer stabilen Fasern Potenzial als Baustoff, Dämmstoff, Bekleidungs- und Verpackungsmaterial. Zu dem Ergebnis kam erst im Jahr 2024 die internationale Nutzhanfkonferenz in Zittau.
Insbesondere in der Oberlausitz sowie in der Niederlausitz soll daher zukünftig vermehrt Nutzhanf auf Versuchsfeldern angepflanzt werden, um seine Rolle als Treiber im Wirtschafts- und Strukturwandel der Region näher zu untersuchen.
Hanffasern – ein in Vergessenheit geratener Super-Rohstoff
Dass sich Hanffasern für zahlreiche Zwecke eignen, ist natürlich nicht erst seit gestern bekannt. Zwar erlebt die Pflanze nicht zuletzt aufgrund der Cannabislegalisierung in Deutschland ein neues Hoch als Genussmittel. Allerdings handelt es sich bei Hanf um eine der ältesten Nutzpflanzen der Menschheitsgeschichte.
Einer der Gründe: Im Vergleich zu anderen Pflanzen produziert Hanf innerhalb kurzer Zeit die meiste Biomasse. Selbst Bambus, der für sein schnelles Wachstum bekannt ist, kann es laut Experten kaum mit den eher anspruchslosen Gewächsen aufnehmen. Produktionszweige, die auf leicht zu verarbeitende Fasern in rauen Mengen angewiesen sind, kamen daher bereits in der Vergangenheit nicht an ihnen vorbei.
Hanf als Ersatz für Plastik, Holz und Papier
Die vielseitige Nutzbarkeit von Hanffasern wollen sich Unternehmen in der Lausitz zukünftig zunutze machen. Dafür soll zunächst untersucht werden, in welchen Wirtschaftszweigen Hanf bereits Verwendung findet und in welche er in Zukunft als wesentlicher Rohstoff einfließen kann.
Denn was viele nicht wissen: Bereits heute herrscht in vielen Industrien eine hohe Nachfrage nach Hanffasern. In der Automobilindustrie etwa kommen sie für die Innenverkleidung von Fahrzeugen zum Einsatz.
In der Papierindustrie finden sie hauptsächlich (wieder) Verwendung, um die zwar günstigeren, aber langsamer wachsenden Holzfasern einzusparen. So nutzt etwa die Papierfabrik in Louisenthal in Königsstein Hanf als alternativen Zellstoff für die Herstellung von Sicherheitspapieren.
Noch steht der Hanfanbau in der Lausitz am Anfang
Obwohl Hanfpflanzen einen vielseitig einsetzbaren Rohstoff darstellen, gibt es weder in der Niederlausitz noch in der Oberlausitz bislang professionelle Erzeuger. Stattdessen wachsen die Pflanzen nur auf sogenannten Versuchsfeldern.
Bevor eine industrielle Nutzung in hohen Mengen überhaupt möglich ist, so sind sich Experten einig, müsse zunächst in dezentrale Verarbeitungsstätten investiert werden.
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Die bekanntesten Produkte, die aus der Hanfpflanze hergestellt werden können, sind unbestritten Cannabis und CBD.







