Oberspreewald-Lausitz Freitag, 18 Dezember 2020 von Redaktion / Presseinfo

Corona Klinikum Niederlausitz: Nur durch Patienten-Verlegungen handlungsfähig

Corona Klinikum Niederlausitz: Nur durch Patienten-Verlegungen handlungsfähig

Der rasante Anstieg an zu behandelnden Corona-Patienten im Klinikum Niederlausitz ist aktuell nur durch weitläufige Verlegungen zu bewältigen. Das teilte das Krankenhaus heute mit. Im Dezember hat das Klinikum 51 Patienten in andere Krankenhäuser verlegen müssen, allein in dieser Woche mussten 23 Erkrankte in anderen Kliniken behandelt werden. Auf der Intensivstation werden aktuell 12 Corona-Patienten betreut. 

Die Klinikum Niederlausitz GmbH teilte dazu mit: 

Keine Entspannung im Klinikum Niederlausitz: Die steigenden Zahlen von Covid-19-Patienten aus dem Landkreis OSL, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, sind aktuell nur durch weitläufige Verlegungen zu bewältigen. Zwischenzeitlich wurden 16 Intensivbetten bereitgestellt, um den Versorgungsauftrag weiter sichern zu können.

51 Patienten im Dezember verlegt 

Allein im Dezember hat das Klinikum Niederlausitz 51 Patienten weitläufig in andere Krankenhäuser verlegt, unter anderem nach Berlin, Bad Saarow, Strausberg, Luckau, Eisenhüttenstadt, Frankfurt/Oder oder Guben, um weiter aufnahmefähig für alle Notfall- und Akutpatienten in der Region bleiben zu können. Allein 23 Covid-19-Patienten wurden in dieser Woche von anderen Krankenhäuser aufgenommen, die meisten in Berlin. Die steigende Inzidenz im Landkreis Oberspreewald-Lausitz bildet sich in den Patientenzahlen in den Pandemie-Bereichen des Klinikums Niederlausitz ab: Waren in der Vorwoche noch durchschnittlich 43 Covid-19-Patienten auf einer der drei Isolationsstationen in Behandlung, stieg die Zahl in dieser Woche auf durchschnittlich 45 Covid-19-Patienten pro Tag.

"Notfallversorgung muss aufrecht erhalten werden"

Die Priorisierung von Patienten nach Sichtungskategorien wie bei einem Massenanfall von Verletzten (MANV) kam im Klinikum Niederlausitz bislang nicht zum Einsatz. Geschäftsführer Tobias Vaasen dazu: „Unser oberstes Ziel ist es, die Notfallversorgung im Landkreis trotz der steten Zunahme an Covid-19-Patienten aufrechtzuerhalten. Wir können im Moment und so lange wir aufnahmefähig sind alle unsere Patienten adäquat versorgen. Jeder einzelne hat es in der Hand, die Inzidenz durch das Einhalten der geltenden Hygieneregeln zu senken und so dazu beizutragen, dass die Krankenhäuser nicht überlastet werden. Wir und jeder, der unsere Hilfe benötigt, sind auf die Einhaltung der Regeln angewiesen!“

Die Situation bleibt vor allem auf der Intensivstation angespannt: Am heutigen Freitag waren 16 Intensivbetten belegt, davon zwölf mit Covid-19-Patienten. Regulär hält die Intensivstation des Krankenhauses Senftenberg acht Betten vor. Aufgrund der unverändert angespannten Personalsituation sowohl im Pflegedienst als auch im Ärztlichen Dienst können nicht alle zur Verfügung stehenden Pandemiebetten und Beatmungsplätze mit Patienten belegt werden. In den vergangenen sieben Tagen wurden 36 Mitarbeiter der Klinikum Niederlausitz GmbH positiv auf SARS-CoV-2 getestet, das waren drei weniger als in der Vorwoche.

Die Mitarbeiter besonders in den Pandemie-Bereichen und in der Notaufnahme erhalten immer mehr Unterstützung durch Helfer. Nach dem Aufruf nach Unterstützern durch das Klinikum am 5. Dezember 2020 haben sich mittlerweile 180 Helfer gemeldet. 29 von ihnen wurden bislang als Hilfskräfte eingestellt, und viele davon haben bereits Seite an Seite mit examinierten Fachkräften bei der Patientenversorgung und Stationsorganisation unterstützt. 20 weitere Einstellungen, die aus dem Ausruf resultieren, stehen unmittelbar bevor. Auch der DRK Landesverband Brandenburg e.V. steht dem Klinikum zur Seite: Fünf Einsatzkräfte der Hilfsorganisation entlasten die Klinikums-Mitarbeiter in der Notaufnahme, auf der Intensivstation und in der Pflege unter anderem bei der Aufnahme und Verlegung von Patienten, so dass sich die examinierten Kranken- und Gesundheitspfleger vorrangig auf ihre Kernaufgaben konzentrieren können.

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Red. / Presseinfo 

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