Niederlausitz Mittwoch, 28 Oktober 2009 von Gerd Laeser

Den herrlich bunten Hebst erleben im Weltkulturerbe Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Den herrlich bunten Hebst erleben im Weltkulturerbe Fürst-Pückler-Park Bad Muskau

Vorgestern hörten wir in einem Vortrag aus berufenem Munde, dass die Herrschaft Muskau temporär früher auch einmal zur Niederlausitz gehörte und so ist es unserer Meinung nach legitim, wenn wir die Präsentation unserer Herbstwanderung in Pücklers Parkanlagen von Bad Muskau auch hier in NIEDERLAUSITZaktuell platzieren.
Gestern, am 27. Oktober, nutzten wir im Zusammenhang mit der inhaltlichen Vorbereitung unserer Wanderungen 2010 vor Ort im Neißetal auch in Bad Muskau die Gelegenheit, um uns in den Parkanlagen kurz umzuschauen, wie weit denn der Herbst schon voran geschritten ist. Tief beeindruckt können wir sagen, dass der Herbst hier in den Parkanlagen Fürst Pücklers seine ganze Pracht gerade erst entfaltet. So laden wir denn ruhigen Gewissens Wandergäste aus Nah und Fern ein, uns am Sonntag, den 8.11.2009, bei einer spätherbstlichen Wanderung durch den Fürst-Pückler-Park (Unter- und Oberpark sowie den Bade- und Bergpark) zu begleiten. Vor nunmehr fünf Jahren, also 2004, erhielt der Fürst-Pückler-Park die Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe.
Entlang der Hermannsneiße führt der Weg zuerst in den Unterpark auf deutscher Seite vorbei am Lucie-See oder Schloss-Teich. Entlang des Weges werden dabei die alten Bäume mit ihren Luftwurzeln (Atemknie genannt) wieder unsere Aufmerksamkeit erregen. Im Alten Schloss besuchen wir die Touristinformation, um zu sehen, was es so Neues gibt an Lesematerial und um zu erfragen, ob es schon konkretere Information gibt zum Wiederaufbau der Englischen Brücke über die Neiße sowie der anderen drei Vorhaben (Instandsetzung Schlossgärtnerei, Hangsicherung im Park sowie Rückbau alter Kanalleitungen), für die aus dem Unesco-Welterbestätten-Förderprogramm des Bundes im Sommer insgesamt drei Millionen Euro bewilligt wurden.
Auch wenn sich vielleicht an diesem Tag der Laubschmuck eines „großen Busches“ im Herrenpark schon etwas gelichtet hat, werden wir wieder einen kleinen Abstecher unter diesem durch wagen, denn inzwischen wissen wir, dass es sich dabei um eine Strauchkastanie handelt, die eigentlich giftig ist – aber wir wollen sie ja auch nicht aufessen...
Sodann führt unser Weg durch den Park nach Norden bis zu einem Pavillon in der Nähe eines Ausgangs zur Stadt und dann weiter bis zur Brücke und dem Eichsee-Wasserfall. In großem Bogen geht’s dann, vorbei am Eichsee und dem einstigen Kavaliershaus (heute Moorbad) zurück zum Neuen Schloss. Auch hier wollen wir uns die Zeit nehmen, um einen Blick hinein zu werfen. Vorbei an der Blutbuche, am Marstall, heutzutage Ausstellungszentrum, und der Orangerie führt unser Weg anschließend über die Doppelbrücke ins polnische Nachbarland zum Oberpark. Der Pücklerstein auf Hilkes Berg, am 30.10.1991 anlässlich des 206. Geburtstages Fürst Pückler-Muskaus wieder eingeweiht, die Prinzenbrücke sowie die Standorte des Englischen Hauses (Fotoansicht), der Hermannseiche und des Mausoleums (Fotoansicht) als auch das Viadukt über Sarah's Walk (benannt nach der Übersetzerin Sarah Austin, die Teile der Pücklerschen Schriftgutes ins Englische übertrug) werden hier ebenso Highlights sein wie das Viadukt über die Schlucht am Herrenberg.
Im polnischen Informationszentrum Park Mużakowski können wir dann auch endlich nach Herzenslust unsere Urkunden mit den unter Wanderern immer sehr beliebten Wanderstempeln dekorieren. Entlang der Neiße nach Łęknica und über die Grenzbrücke zurück nach Bad Muskau führt anschließend der Weg.
Wem der weitere sich anschließende Weg zu lang ist, der kann sich dann hier verabschieden, und den Sonntag weiter individuell gestalten, wohl wissend, weil von uns darüber aufgeklärt, dass der Besuch im Bade- und Bergpark etwas ganz Großartiges ist. Aber was ist das schönste Erlebnis wert, wenn man es nicht genießen kann, weil vielleicht die Füße weh tun...
Vorbei an den baulichen Resten der einstigen Kuranlagen im Badepark (Fotoansichten) ist der Besuch der Ruine der Bergkirche im Begrpark mit ihrer Geschichte und der Aussicht auf das Neue Schloss sowie den Unter- und Oberpark das bleibende Erlebnis des Tages.
„Die Bergsche Kirchruine im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau ist der älteste noch erhaltene Kirchenbau der östlichen Oberlausitz. Die romanische Kirche wurde bereits 1346 im "Meißner Bistumsmatrikel" erwähnt. Nach bisherigen Erkenntnissen des Referates Bauforschung des Landesamtes für Denkmalpflege Sachsen ist die Entstehung des Baukörpers in die Mitte des 12. Jahrhunderts einzuordnen. Der letzte Gottesdienst wurde im Jahre 1785 in der Kirche abgehalten. Die Gemeinde dieser wendischen Kirche hatte sich vergrößert, so dass der Bau einer neuen Kirche unterhalb des Dorfes Berg, in der Stadt Muskau, erforderlich wurde. Im 19. Jahrhundert diente sie noch als Friedhofskapelle. Nach 1900 wurde der von einer Ringmauer eingeschlossene Friedhof aufgelassen. Das prägende, hohe Dach der Kirche stürzte ein, die Kirche war dem Verfall preisgegeben.
Hermann Fürst von Pückler hat dieses architektonische Kleinod als wichtiges Element in seine Parkkonzeption eingebunden. Durch die exponierte Lage auf der Kante der westlichen Neißeterrasse bildet die Bergkirche den Endpunkt vieler Sichtbeziehungen aus dem Schlosspark und von der östlichen Neißeterrasse. Eine wesentliche, über die Neiße führende Sichtbeziehung, Bergkirche-Mausoleum, mit einer Länge von 1500 m soll nur beispielhaft genannt werden. (han)”
Quelle: www.baufachinformation.de/denkmalpflege
Etwa 17 Kilometer und 6½ Stunden haben wir für diese erlebnisreiche Tour insgesamt eingeplant.
Treffpunkt und Beginn werden wir wie immer bei der Anmeldung bekannt geben. Eine Einkehr ist nicht vorgesehen, individuell aber anschließend in den Gasthäusern von Bad Muskau in Grenznähe oder den Imbiss-Ständen auf dem Polenmarkt in Łęknica individuell möglich. Deshalb bitte auch an Rucksackverpflegung denken. Keine Teilnahmegebühr. Um einen Obolus in unseren Fontane-Wanderhut wird gebeten. Urkunde für gutgelauntes und blasenfreies Mitwandern.
Wir werden auch schon unser Wanderprogramm 2010 wieder mitbringen, vorstellen und anbieten - diesmal sogar mit 93 Tourenvorschlägen und 1500 Wanderkilometern in der deutschen und polnischen Niederlausitz!
Erwähnen möchten wir noch, dass uns die Auswahl dieser Fotos aus 199 Dateien überaus schwer gefallen ist...
Text zum Foto links oben: Teil des Pleasuregrounds und Neues Schloss
Anmeldungen werden erbeten bis zum Vorabend unter Tel. 03542 – 3792.
Gerd Laeser
Gästeführer Niederlausitz
Lübbenau

Blick über die Neiße zum Pücklerstein auf Hilkes Berg

Viadukt über die Schlucht am Herrenberg

Herbstliche Stimmung im Badepark

Bildergalerie

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