Die LMBV sichert die ehemalige Glassandhalde im Senftenberger Ortsteil Kleinkoschen. Die vorbereitenden Holzungen laufen seit Januar, die eigentlichen Verdichtungsarbeiten sollen im März beginnen. Das teilte der Bergbausanierer mit.
Boden durch Grundwasseranstieg nicht mehr standsicher
Der Hintergrund der Maßnahme: Durch die frühere Glassandrückgewinnung verblieb bei Kleinkoschen eine sogenannte Endböschung. Im Rahmen bodenphysikalischer Untersuchungen wurde laut LMBV festgestellt, dass der trocken verkippte sandige Boden im wassergesättigten Zustand stark verflüssigungsgefährdet und damit nicht standsicher ist.
Der Grund für die Wassersättigung liegt im tagebaubedingten Grundwasserwiederanstieg. Seit der Stilllegung von Tagebauen in der Lausitz und dem Ende der Wasserhebung steigt der Grundwasserspiegel wieder auf sein natürliches Niveau an. Das bedeutet vereinfacht: Der Boden, der früher trocken und fest war, wird durch das steigende Wasser instabil. Ziel der Sanierung ist es, mit einer Böschungssicherung die bergbaubedingten Gefährdungen zu beseitigen.
Holzungen auf acht Hektar seit Januar
Seit Januar 2026 finden auf einer rund acht Hektar großen Bearbeitungsfläche vorbereitende Holzungen statt, wie die LMBV mitteilte. Diese sind nötig, um Platz für die schweren Verdichtungsgeräte zu schaffen. Das entsprechende RDV-Trägergerät – ein spezielles Rütteldruckverdichtungsgerät – wurde in der dritten Januarwoche angeliefert und wird derzeit aufgebaut und aufgerüstet.
Bei der Rütteldruckverdichtung werden Lanzen in den Boden getrieben, die durch Vibration den lockeren Sand verdichten und so die Standfestigkeit wiederherstellen. Das Verfahren wird in der Lausitz regelmäßig zur Sicherung von Kippenböden eingesetzt.
921 Meter langer versteckter Damm geplant
Die konkreten Verdichtungsarbeiten sollen laut LMBV im März 2026 beginnen. Auf einer 49 Meter breiten Trasse wird ein etwa 921 Meter langer versteckter Damm bis zum Tagebauliegenden hergestellt. Dabei sind Tiefen von 30 bis 46 Metern zu verdichten. Diese Arbeiten sind derzeit bis zum Sommer 2027 geplant.
Eine Wiederaufforstung soll unmittelbar nach Abschluss der Sanierungsarbeiten unter Beachtung der Bodenverhältnisse mit standortgerechten Baum- und Straucharten erfolgen, wie die LMBV ankündigte. Zum Schutz des Umfeldes und zur Beweissicherung läuft parallel ein umfangreiches baubegleitendes Mess- und Kontrollprogramm.
Was Anwohner in Kleinkoschen wissen sollten
Bereits im September 2025 hatte die LMBV die rund 500 Einwohner des Senftenberger Ortsteils bei einer Informationsveranstaltung über die geplanten Arbeiten informiert. Über 60 Bürger waren damals der Einladung auf den Festplatz Kleinkoschen gefolgt.
Die LMBV-Projektverantwortlichen betonten bei der Bürgerveranstaltung, dass Belastungen für Anwohner so gering wie möglich gehalten werden sollen. Lärmmessungen sind vorgesehen. Anwohner hatten zudem Geschwindigkeitsbegrenzungen für die durchfahrenden Lkw innerorts gefordert. Die Fläche liegt östlich zwischen der Ortslage und dem Geierswalder See.
Die LMBV weist ausdrücklich darauf hin, dass der ausgeschilderte Sperrbereich nicht betreten werden darf – auch nicht an Wochenenden oder zum Pilzesammeln. Es bestehe Lebensgefahr. Die Sicherung der Glassandhalde ist Teil der laufenden Bergbausanierung in der Region, bei der die LMBV systematisch durch den Grundwasserwiederanstieg gefährdete Böschungen und Kippen sichert.
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