Niederlausitz Samstag, 23 Oktober 2010 von Gerd Laeser

Wanderung an seinem 225. Geburtstag im UNESCO-Welterbe Fürst-Pückler-Park

Wanderung an seinem 225. Geburtstag im UNESCO-Welterbe Fürst-Pückler-Park

Nach den folgenschweren Hochwassern der Neiße im UNESCO-Welterbe Fürst-Pückler-Park/Park Mużakowski zwischen Bad Muskau auf deutscher und Łęknica auf polnischer Seite steht dieses Welterbe am letzten Oktober-Wochenende ganz im Zeichen des 225. Geburtstages des Fürsten Hermann von Pückler-Muskau. So gibt es am 21.10.2010 in Bad Muskau eine Buchpräsentation mit Vortrag zur Rezeptionsgeschichte der „Briefe eines Verstorbenen“ in Großbritannien und am 29. Oktober in der Orangerie einen Vortragsnachmittag „Nebenschauplätze der Pückler-Saga“ und anschließend am Abend im Marstall von 19 bis 21 Uhr ein Geburtstagsmenü a la Pückler, bevor während eines Nächt-lichen Parkspaziergangs, der um 21.30 Uhr beginnt, dem Fürsten Hermann Pückler-Muskau anlässlich seines 225. Geburtstages die Ehrenbürgerschaft der Städte Bad Muskau und Łęknica verliehen wird. (Veranstaltungen – siehe www.muskauer-park.de).
Bewusst haben wir bei der Planung unserer Herbstwanderung 2010 in den zum Welterbe gehörenden Parkanlagen den Termin unserer Wanderung auch in diesen Zeitrahmen gelegt. Aber wir wollen uns mit unserer Wanderung nicht mit den großen Veranstaltungen anlässlich dieses 225. Jubiläums messen oder vergleichen. Vielmehr wollen wir unsere Wanderung an diesem Tag zum Anlass nehmen, um an die Leute zu denken, welche die teils extravakanten Ideen Pücklers zur Gestaltung eines Landschaftsparks zu einem großen Teil in die Tat umsetzten und auch an die vielen einfachen Leute, die dafür einen hohen Preis zahlen mussten. Denken wir zum Beispiel nur an die Umsiedlung des Dorfes Köbeln nach 1815 auf die westliche Uferregion der Neiße, was mit Zwangsräumung, Aufgabe des alten Lebensraumes und einem Neuanfang für die Bewohner verbunden war.
Wir wollen uns mit unserer Wanderung auch der Menschen erinnern, denen es in der Zeit nach Pückler gelungen ist, sein Werk fortzusetzen bzw. die Parkanlagen nach den Kriegsschäden 1945 bzw. mehrerer Hochwasser zwischen 1897 und 2010 wieder herzustellen und erblühen zu lassen.
Zu dieser Wanderung laden wir, Die Niederlausitzer Wandergurken, alle interessierten Wandergäste aus Nah und Fern ganz herzlich ein, uns am Sonnabend, den 30. Oktober 2010, zu begleiten.
Und so haben wir uns den Tag vorgestellt: Nach der Begrüßung wandern wir entlang der Hermannsneiße über die Karpfenbrücke, vorbei am Luciesee, dem Alten und dem Neuen Schloss, durch den Herrengarten zum Aussichtspunkt Gloriette an der Wachsbleiche. Von hier oben hat man einen sehr schönen Blick auf die südlichen Parkanlagen beiderseits der Neiße, besonders auf die Hirsch- oder Tränenwiese mit dem Neuen Schloss im Hintergrund und auf die Seewiese vor dem Eichsee. Nach einem Abstecher zum Bösen Ufer mit Blick ostwärts zum Zufluss der Hermannsneiße in die Lausitzer Neiße bzw. flussabwärts zum Weltende führt unser Weg über die Eichseebrücke mit dem Wasserfall um den Eichbusch herum an der wieder entstehenden Englischen Brücke vorbei zum Eichsee, weiter über die Schäferbrücke entlang der Hermannsneiße, einen Blick auf die Eichwiese und die Lindenwiese werfend, zur Fuchsienbrücke. Dahinter erreichen wir die Schlosswiese und es ist nicht mehr weit bis zur Rampe des Neuen Schlosses mit den beiden goldenen Löwen.
Von hier geht’s weiter zum Marstall und der Orangerie, bevor wir über die Doppelbrücke in den polnischen Teil des Parks kommen. Leicht bergan laufen wir dann, mit kurzem Halt am Pücklerstein, über die Prinzen- oder Königsbrücke und auf Cara’s Pfad wieder bergab bis zum Neißeweg, um auf diesem, vorbei an der Englischen Brücke, den früheren Standort des Englischen Hauses zu erreichen (wenn dieser Weg aufgrund der Baumaßnahmen an der Englischen Brücke noch möglich ist). Von hier geht’s vorbei an der Freischützwiese zur neuen Hermannseiche im Standort der alten Hermann-seiche. Nach einer Rast führt der Weg weiter vorbei an Odins Eichen und am früheren Vogelherd, den alten Braunsdorfer Weg kreuzend, am Marienberg vorbei zum Platz des Mausoleums. Auch hier gibt es eine herrliche Aussicht über die Neißeniederung bis zum Neuen Schloss und weiter bis zum Oberpark, historisch ein Teil des Bergparks auf der Westseite der Neißestadt. Da die Schluchtbrücke über Sara’s Walk noch gesperrt sein wird, werden wir einen kleinen Bogen schlagen müssen, um über das Areal der früheren Baumschule und Gärtnerei zum berühmten Viadukt zu kommen. Von hier ist es nicht mehr weit bis zum Info-Zentrum Park Mużakowski, wo es schöne Wanderstempel für die Urkunden der Teilnehmer gibt, wenn es denn geöffnet hat.
Leicht bergab kommen wir vorbei am Neißewehr durch den früher so genannten Neißegarten, wenn dieser Weg begehbar ist, zur Post- oder Grenzbrücke und gleich nebenan durch eine kleine Pforte nach Łęknica auf den Polenmarkt. Diesem können wir jetzt allerdings noch keinen Besuch abstatten, denn es ist erst früh am Nachmittag und auf uns warten noch die Naturschönheiten im Berg- und Badepark. Auf der Grenzbrücke erreichen wir wieder Bad Muskau und auf dem Neißedamm in wenigen Minuten auch den Badepark unterhalb des Kapellenbergs. Quer durch führt hier der Weg, vorbei an der Villa Bellevue und der früheren Trinkhalle des Hermannsbades sowie der Bergquelle zur End-haltestelle der Muskauer Waldeisenbahn, deren Gleis vor 100 Jahren einmal direkt bis ins Hermannsbad führte und mit einem Anschlussgleis sogar bis zur Gräflichen Papierfabrik gegenüber dem Neißewehr.
Vorbei an den früheren Alaun-Erzhalden, dem Sanatorium und dem Riesengebirgsblick (weil man von dort bei guter Sicht früher bis zum Riesengebirge gucken konnte – Was müssen die Leute damals für gute Augen gehabt haben?) kommen wir in den Ortsteil Berg (früher ein selbständiges Dorf) mit Anger und Berg’scher Kirchruine. Bei schönem Wetter werden wir mit einem herrlichen Blick über das Neißetal bis zu den Örtlichkeiten belohnt, die wir während der ersten Stunden der Tour durchwandert haben. Über die Rote Brücke kommen wir auf der Bergschen Kirchgasse und durch eine enge Schluppe („Schlupfloch“) wieder direkt ins Zentrum von Bad Muskau zum neu gestalteten Markt mit dem Kulturhotel Fürst Pückler nebenan. Diesmal werden wir die Wanderung nach etwa 13 Kilometer offiziell am Alten Schloss beenden, um interessierten Wandergästen anschließend noch den Besuch der Touristinformation und/oder der Dauerausstellung „Pückler! Pückler? Einfach nicht zu fassen“ sowie der Sonderausstellung „Pückler usw., usw. – Rezeption, Vermarktung, Kult“ zu ermöglichen. Beide schließen nämlich planmäßig am darauf folgenden Tag, dem 31.Oktober 2010.
Bitte auch an Rucksackverpflegung und Getränke für eine Wanderrast im Freien denken. Keine Teilnahmegebühr, kein Versicherungsschutz. Um einen Obolus in unseren Fontane-Wanderhut wird gebeten. Auf Wunsch - Urkunde für gutgelauntes und blasenfreies Mitwandern.
Weitere Information (Besonders Treffpunkt und Beginn) sowie Anmeldungen wie immer bis zum Vorabend unter der Rufnummer 03542-3792.
Natürlich wissen auch wir, dass Bad Muskau nicht in der Niederlausitz liegt. Aber wir sind Niederlausitzer und würden uns freuen, wenn unserer Einladung viele Niederlausitzer folgen. Zudem wird diese Online-Plattform auch in der Oberlausitz mehr und mehr gelesen...
Foto zum Text: Blick von der Bergschen Kirchruine durch’s Teleobjektiv auf das Neue Schloss
Gerd Laeser
Gästeführer Niederlausitz
Lübbenau

Blick von der Doppelbrücke durch’s Teleobjektiv über die Neiße zum Pücklerstein

Viadukt am Hennenberg

Blick über die Doppelbrücke zur deutschen Seite des Fürst-Pückler-Parks

Bildergalerie

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