Vier Regionalliga-Staffeln, vier Meister, vier direkte Aufsteiger: Der Deutsche Fußball-Bund will die vierte Liga neu ordnen und legt dafür das sogenannte Kompassmodell zur Abstimmung vor. Damit rückt eine Lösung in Reichweite, für die sich auch der FC Energie Cottbus seit Jahren starkmacht. Die Lausitzer hatten selbst erlebt, wie bitter das bisherige System für den Meister der Regionalliga Nordost sein kann. Entscheiden sollen die Delegierten eines Außerordentlichen DFB-Bundestags am 18. Dezember in Frankfurt am Main.
Vier Staffeln, alle Meister steigen auf
Das DFB-Präsidium hat beschlossen, den Außerordentlichen Bundestag einzuberufen und dort die Einführung des Kompassmodells zu beantragen. Die Regionalliga würde von fünf auf vier Staffeln mit je 20 Mannschaften verkleinert, insgesamt 80 statt bisher 90 Teams. Alle vier Meister stiegen direkt in die 3. Liga auf, eine Relegation gäbe es nicht mehr.
„Vier Meister, vier direkte Aufsteiger: Dieses klare Prinzip schafft endlich Verlässlichkeit“, sagt DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Das Modell habe im Sommer bei einer bundesweiten Vereinsbefragung eine Mehrheit bekommen.
Energie Cottbus kennt das Problem aus eigener Erfahrung
Wie hart die bisherige Regelung den Nordosten treffen kann, hat Energie Cottbus 2023 erlebt. Der letzte Aufstiegsplatz wurde damals zwischen dem Meister der Regionalliga Nordost, dem FC Energie, und dem Tabellenersten der Regionalliga Bayern, der SpVgg Unterhaching, ausgespielt. Energie verlor beide Spiele und blieb trotz Meistertitel in der Regionalliga. Damit scheiterte der Nordost-Meister zum dritten Mal in Folge an der Relegation, nach Lok Leipzig und dem BFC Dynamo. Erst im Jahr darauf gelang den Cottbusern als direkter Aufsteiger der Sprung in die 3. Liga. Auch Energie-Trainer Claus-Dieter Wollitz gilt seit Langem als lautstarker Befürworter einer Regionalliga-Reform.
Was sich für den Nordosten ändern würde
Die Saison 2027/28 wäre eine Qualifikationssaison, ab 2028/29 würde in der neuen Struktur gespielt. Aus der bisherigen Regionalliga Nordost könnten sich 14 Mannschaften für die neue viergleisige Liga qualifizieren, genauso viele wie aus Bayern. Aus dem Norden wären es 15, aus dem Westen 16 und aus dem Südwesten 17 Teams. Dazu kommen die vier Absteiger aus der 3. Liga.
Eine grundlegende Änderung betrifft die Einteilung: Die Staffeln würden nicht mehr nach Verbandsgrenzen gebildet, sondern vor allem nach möglichst kurzen Reisewegen. Vereine aus dem Nordosten könnten also künftig auch mit Klubs aus anderen Regionen in einer Staffel spielen. Der DFB will dabei Härtefälle wie Derbys berücksichtigen. Zugleich räumt er ein, dass Vereine in Grenzregionen je nach Saison unterschiedlichen Staffeln zugeordnet werden könnten. Im Osten gibt es deshalb auch Sorgen, etwa um Traditionsduelle und die Zukunft der Ostklubs in der Regionalliga. Auch der Abstieg würde einheitlich geregelt: Aus jeder Staffel stiegen künftig fest vier Mannschaften ab. Dass in einer Staffel mehr Teams absteigen müssen, weil besonders viele Drittliga-Absteiger aus derselben Region kommen, wäre damit ausgeschlossen. Das betraf bislang auch den Nordosten.
Aufstiegschancen für Oberligisten aus der Region
Für die Oberligen ändert sich an der Zahl der Aufsteiger insgesamt nichts: 16 Absteigern aus der Regionalliga stünden jedes Jahr 16 Aufsteiger gegenüber. Auf das Gebiet des Nordostdeutschen Fußballverbands (NOFV), zu dem auch die Lausitz gehört, entfielen dabei 2,5 Plätze. Ein Aufstiegsplatz würde zwischen dem NOFV und dem Bayerischen Fußball-Verband ermittelt, den Modus legen beide Verbände selbst fest.
Geld vom DFB, strengere Stadionvorgaben
Mit der Reform würde der DFB die Trägerschaft der vierten Liga übernehmen. Bisher liegen die fünf Staffeln bei den Regional- und Landesverbänden, im Nordosten also beim NOFV. Geplant sind eine zentrale Vermarktung und einheitliche Zulassungsregeln. Jeder Klub, der mit seiner ersten Mannschaft in der Regionalliga spielt, bekäme mindestens 40.000 Euro pro Jahr garantiert, mindestens bis 2032. Weitere Vermarktungserlöse würden zu 90 Prozent an die Vereine gehen. Jeder Regionalverband, also auch der NOFV, soll zusätzlich mindestens 500.000 Euro jährlich erhalten.
AusbildungAusbildung Maurer (m/w/d)Baubetrieb Frank Rochlitz · Forst (Lausitz)Zur Stelle →Alle 277 Stellen in Südbrandenburg →Gleichzeitig steigen die Anforderungen. Die Stadien müssten mindestens 2.500 Plätze haben, davon 100 Sitzplätze, dazu Flutlicht mit mindestens 200 Lux und drei Presseplätze. Für Flutlicht und Kapazität gäbe es eine Übergangsfrist, verpflichtend wären sie ab der Saison 2030/31. Für kleinere Vereine aus der Region könnte das zur Hürde werden.
Zwei-Drittel-Mehrheit nötig
Weil die DFB-Satzung geändert werden muss, braucht der Antrag beim Bundestag eine Zwei-Drittel-Mehrheit. Stimmberechtigt sind 257 Delegierte. Der DFB will das Modell in den kommenden Wochen bei Vereinen und Delegierten erläutern. Nach der Einführung soll es umfassend ausgewertet werden, um mögliche Fehlentwicklungen früh zu erkennen.
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