Wer an der Vorsperre Bühlow die Rute auswirft, muss sich auf einen kürzeren Uferabschnitt einstellen. Ein Teil des Ufers ist Baustelle – voraussichtlich bis Juli 2027.

Uferabschnitt an der Vorsperre Bühlow ist Baustellenbereich
Darauf weist der Landesanglerverband Brandenburg seine Mitglieder hin. Grund sind die laufenden Arbeiten am benachbarten Cantdorfer Wiesenteich, der derzeit renaturiert wird.
Ein Uferabschnitt an der Vorsperre Bühlow stellt nach Angaben des Verbandes den Baustellenbereich dar und kann bis zum Abschluss der Maßnahmen nicht zum Angeln genutzt werden. Neben den laufenden Baumaßnahmen nennt der Verband die zum Schutz der Amphibien errichteten Schutzzäune als Grund für die Einschränkungen.
„Wir bitten alle Angler um Verständnis und darum, die bestehenden Absperrungen und Amphibienschutzeinrichtungen zu beachten“, heißt es in der Mitteilung. Welcher Abschnitt betroffen ist, zeigt eine Übersichtskarte, die uns die Stadt Spremberg auf Anfrage zur Verfügung gestellt hat.

Warum am Wiesenteich gebaut wird

Der Wiesenteich im Spremberger Ortsteil Cantdorf/Konopotna wird seit dem 5. August saniert. Das über Jahre verlandete Gewässer wird entschlammt, außerdem entstehen Wassertiefenzonen zwischen einem und zwei Metern sowie Inseln als Rückzugsorte für Vögel. Auch der Wasserrückhalt bei Niedrig- und Mittelwasser soll sich verbessern.
Ein Saugbagger holt Schlamm und Sedimente aus dem Teich, die zunächst in einem nahegelegenen Sedimentationsbecken trocknen. Abgefahren werden sie nach Angaben der Stadt Spremberg zwischen März und voraussichtlich Juli 2027 über den Amselweg – das erklärt, warum sich die Einschränkungen für die Angler so lange hinziehen.
Die Amphibien- und Reptilienschutzzäune sind kein freiwilliger Zusatz, sondern Bestandteil der wasserrechtlichen Genehmigung. Ein etwa 60 Zentimeter hoher Zaun quert dabei den Damm zwischen der Spree und dem Wiesenteich.
Die Kosten von rund 4,32 Millionen Euro tragen zu 80 Prozent der Bund und zu 20 Prozent das Land Brandenburg.
Danach soll der Teich wieder Angelgewässer werden
Für die Angler ist die Sperrung kein reiner Verlust: Nach Abschluss der Renaturierung soll der Wiesenteich wieder als Angelgewässer zur Verfügung stehen. Genau darauf wartet der Kreisanglerverein Spremberg seit Jahren. Beim Baustart Anfang August hatte dessen Vertreter Eberhard Brünsch der Stadt ausdrücklich für ihren langen Atem gedankt – rund 30 Jahre lagen zwischen den ersten Überlegungen und dem ersten Spatenstich.
Juli oder Oktober 2027?
Zwei Zahlen standen bislang nebeneinander: Der Landesanglerverband nennt Juli 2027 als Ende der Einschränkungen, die Stadt hatte als Bauende Oktober 2027 angegeben. Auf Anfrage unserer Redaktion löst die Stadt Spremberg den Widerspruch auf.
„Geplantes Ende der Einschränkungen ist Juli 2027“, teilt Stephan Ilge vom Fachbereich Planen und Bauen mit. „Da große Bauvorhaben im und am Gewässer jedoch nicht komplett vorhersehbar sind, ist die Berücksichtigung eines zeitlichen Puffers sinnvoll. In der Pressemitteilung ist als Bauende daher der Oktober 2027 angegeben.“
Die Einschränkungen beträfen zudem „hauptsächlich den Zeitraum der geplanten Massenabfuhr von März bis Juli 2027“ – also die Monate, in denen die getrockneten Sedimente über den Amselweg abgefahren werden.
Titelbild: © Landkreis Oberspreewald-Lausitz / Sarah Werner (Symbolbild) | Karte: © Stadt Spremberg/Grodk
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