Das Land Brandenburg unterstützt die deutsch-polnische Zusammenarbeit im Gesundheitswesen in der Eurostadt Guben-Gubin. Gesundheitsminister René Wilke hat am heutigen Montag im Diakoniekrankenhaus Naëmi Wilke in Guben eine Absichtserklärung unterzeichnet. Darin setzt sich die Landesregierung dafür ein, das grenzüberschreitende EU-Projekt bis März 2027 zu verlängern. Das ursprüngliche Ziel, ein gemeinsames Gesundheitszentrum für beide Städte zu gründen, lässt sich derzeit allerdings nicht rechtssicher umsetzen.
Hochrangige Gäste von beiden Seiten der Neiße
Zur Unterzeichnung kamen Vertreter beider Länder nach Guben. Von polnischer Seite nahmen Vizewoiwode Tomasz Nesterowicz aus der Woiwodschaft Lebus (Lubuskie) sowie Joanna Malon teil, Direktorin des Büros für internationale Zusammenarbeit, die den Marschall der Woiwodschaft vertrat. Auch die Bürgermeister der beiden Städte, Fred Mahro (Guben) und Zbigniew Bołoczko (Gubin), waren dabei. Das Krankenhaus wurde vom Kaufmännischen Vorstand der Trägerstiftung Diakonissenhaus Teltow, Hans-Ulrich Schmidt, und Geschäftsführer Andreas Mogwitz vertreten.
Gesundheitszentrum vorerst nicht umsetzbar
Im Rahmen des INTERREG-VI-A-Projekts „Grenzüberschreitende Gesundheitskooperation in der Eurostadt Gubin-Guben“ arbeiten das Gubener Krankenhaus, die Städte Guben und Gubin sowie das Universitätsklinikum Zielona Góra zusammen. Sie sammeln Erfahrungen, wo die gemeinsame Versorgung von Patienten über die Grenze hinweg funktionieren kann und wo es hakt.
Dabei hat sich gezeigt: Ein grenzüberschreitendes Gesundheitszentrum, wie es angestrebt war, lässt sich unter den derzeitigen Bedingungen nicht rechtssicher gründen. Die Herausforderungen sind zu vielfältig. Deshalb soll das Projekt bis März 2027 verlängert werden. In dieser Zeit sollen verschiedene andere Versorgungsmodelle geprüft werden. Ziel ist eine belastbare Grundlage für die Entscheidung, wie eine dauerhafte grenzüberschreitende Versorgung aussehen kann.
Minister: Grenze darf Versorgung nicht verhindern
„Dieses Projekt bietet die große Chance, Guben-Gubin als Modellregion für eine grenzüberschreitende Gesundheitsversorgung zu entwickeln“, sagt Gesundheitsminister René Wilke. „Unser gemeinsames Ziel sollte sein, die Menschen der Region optimal zu versorgen, ohne dass eine Grenze uns davon abhält.“ Das Gesundheitswesen stehe unter enormem Wandlungsdruck. Der Anspruch müsse sein, dass dieser Wandel die Versorgung besser macht.
Für den Krankenhausträger hat das Thema besondere Bedeutung. „Unsere drei Krankenhausstandorte in Guben, Forst und Frankfurt (Oder) liegen unmittelbar an der deutsch-polnischen Grenze“, sagt Hans-Ulrich Schmidt. Die Zusammenarbeit von Guben und Gubin sei dabei beispielgebend. „Gesundheit kennt keine Grenzen – unsere Gesundheitssysteme dagegen schon.“
Rückendeckung aus Polen
Auch die polnische Seite unterstützt das Vorhaben. Vizewoiwode Nesterowicz verlas einen Brief von Woiwode Marek Cebula. Darin heißt es, Ländergrenzen dürften keine Barrieren sein, denn Notfälle hätten keine Staatsbürgerschaft. Nötig seien rechtliche Wege und klare Verfahren. Die Eurostadt Guben-Gubin könne dabei zur Beispielstadt werden. Auch Joanna Malon sagte im Namen des Marschalls Unterstützung zu und dankte für die Initiativen aus Guben und Gubin.
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
AusbildungBewerbung bis 1.4.Ausbildung zum Vermessungstechniker 2027 (m/w/d)Lausitz Energie Bergbau AG · SprembergZur Stelle →Alle 282 Stellen in Südbrandenburg →


















