Der Landkreis Spree-Neiße stellt seine kommunale Mobilität Schritt für Schritt auf Wasserstoff um – und macht das zum Brandenburger Wasserstofftag am heutigen 10. September sichtbar. Mit Fördermitteln des Bundesverkehrsministeriums in Höhe von insgesamt 13,4 Millionen Euro hat der Kreis bereits 35 Wasserstoffbusse und zwei Abfallsammelfahrzeuge mit Brennstoffzellenantrieb beschafft. Die Fahrzeuge sind bereits übergeben. Ziel ist es, den öffentlichen Nahverkehr und die Abfallwirtschaft langfristig klimafreundlich aufzustellen.
Zentrales Projekt entsteht in Forst
Damit die neuen Fahrzeuge auch tanken können, entsteht parallel die nötige Infrastruktur. Gemeinsam mit den Projektpartnern FPS.Energy und EMB Energie Brandenburg setzt der Landkreis ein Gesamtkonzept um, das die Versorgung von der Erzeugung über die Logistik bis zur Betankung abdeckt. Verwendet wird ausschließlich „grüner“ Wasserstoff – also solcher, der aus erneuerbaren Energien erzeugt und nach dem EU-Standard RFNBO zertifiziert ist.
Das Herzstück wird in Forst (Lausitz) gebaut. Dort erhielt die EMB Energie Brandenburg nach einer europaweiten Ausschreibung den Zuschlag für Planung, Bau und Betrieb der stationären Tankinfrastruktur. Vorgesehen sind ein Elektrolyseur mit fünf Megawatt Leistung, Wasserstoffspeicher, Verdichtungstechnik sowie eine leistungsfähige Tankstelle. Ein Elektrolyseur spaltet mithilfe von Strom Wasser in Wasserstoff und Sauerstoff – so lässt sich der Kraftstoff direkt vor Ort und aus erneuerbaren Quellen herstellen. „Mit dem Elektrolyseur erzeugen wir den Kraftstoff aus erneuerbaren Energien vor Ort“, erklärt EMB-Geschäftsführer Leif Christian Cropp. So werde der Betrieb nicht nur klimaschonend, sondern auch „unabhängig von Importen“. Gefördert werden soll die Anlage über das Investitionsgesetz Kohleregion; der Antrag liegt bei der Investitionsbank Brandenburg.
Übergangslösung in Schwarze Pumpe und Guben
Bis die dauerhafte Infrastruktur steht, sorgt eine mobile Lösung für die Versorgung. Bis Dezember 2026 entstehen zwei mobile Betankungsmöglichkeiten – in Guben sowie im Spremberger Ortsteil Schwarze Pumpe. In Schwarze Pumpe wird die Anlage direkt am Betriebshof des ÖPNV-Betreibers Spree-Neiße-Cottbusverkehr errichtet, in Guben in unmittelbarer Nähe des Betriebshofs. Mit der Umsetzung wurde nach europaweiter Ausschreibung die FPS.Energy GmbH beauftragt. „Unser Ziel ist es, kurzfristig eine zuverlässige Wasserstoffversorgung für die neuen Busse und Abfallsammelfahrzeuge aufzubauen“, sagt FPS-Geschäftsführer Leander Hoffmann. Dauerhafte mobile Tankstellen an den Standorten Spremberg und Guben sollen nach einer EU-weiten Ausschreibung folgen, die 2027 abgeschlossen werden soll.
Baustein für ein Lausitzer Wasserstoff-Cluster
Für Landrat Martin Heusler ist das Vorhaben ein „starkes Zeichen für die Zukunft“ des Kreises. Mit dem gezielten Einsatz von Strukturfördermitteln gelinge es, „den anstehenden Strukturwandel nicht nur zu begleiten, sondern aktiv zu gestalten“. Man etabliere vor Ort „eine absolute Schlüsseltechnologie von morgen“.
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Das Projekt ist Teil einer größeren Entwicklung: In der Lausitz entsteht nach und nach ein regionales Wasserstoff-Cluster. In Cottbus sind bereits Wasserstoffbusse im Einsatz; die Aktivitäten in Spree-Neiße ergänzen dies um Fahrzeuge, Infrastruktur und eigene Erzeugung. Für die Bürger dürfte der Wandel schon bald im Alltag sichtbar werden – wenn die neuen Busse und Müllfahrzeuge in den Dienst gehen.
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Red.




