Jetzt ist klar, wo in Südbrandenburg gebaut wird: Drei Abschnitte stehen 2026 im Erhaltungsprogramm des Landes für Landesstraßen. Auf unsere Anfrage nennt das Infrastrukturministerium die Strecken – und sagt auch, warum in Cottbus nichts passiert.
Diese drei Abschnitte kommen 2026 dran
Saniert werden in diesem Jahr die L 61 zwischen Lieskau und Lichterfeld, die L 691 zwischen dem Abzweig L 681 und dem Abzweig L 69 bei Frankenhain sowie die L 561 vom Abzweig der B 96 bis zur Kleinen Mühle bei Weißack.
Damit liegen zwei der drei Landesstraßen-Abschnitte im Bereich Elbe-Elster und Oberspreewald-Lausitz, die dritte im Landkreis Dahme-Spreewald. Eine Reihenfolge innerhalb des Jahres nennt das Ministerium nicht.
Ein Fünftel des Programms liegt bei uns
Auf die Landkreise Spree-Neiße, Oberspreewald-Lausitz, Elbe-Elster und Dahme-Spreewald entfallen nach Angaben des Ministeriums rund 21 Prozent der Abschnittslängen des gesamten Erhaltungsprogramms – also gut ein Fünftel der bis zu 520 Kilometer.
In Cottbus baut das Land nicht mit an
In Cottbus sind keine Maßnahmen vorgesehen. Das ist kein Versäumnis, sondern Rechtslage: Nach Paragraf 9a des Brandenburgischen Straßengesetzes ist eine Gemeinde mit mehr als 50.000 Einwohnern selbst Träger der Straßenbaulast – auch für Landes- und Kreisstraßen auf ihrem Gebiet.
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Wer in Cottbus über eine marode Landesstraße fährt, muss sich also an die Stadt wenden, nicht an das Land.
Wie die Abschnitte ausgewählt wurden
Die Auswahl läuft zweistufig und rechnerisch. Zuerst wird die zustandsbezogene Priorität aus zwei Werten der Zustandserfassung gebildet: dem Substanzwert und dem Gebrauchswert. Je schlechter beide sind, desto höher die Priorität. Überschreiten beide den Schwellenwert von 4,5, ergibt das die höchste Klasse.
Im zweiten Schritt kommt die Verkehrsbelastung dazu, gemessen am täglichen Schwerverkehr aus der aktuellen Zählung. Ins Programm kommen nur Abschnitte der Prioritätsklassen 1 und 2.
65 Prozent der Landesstraßen sind angeschlagen
Der Landesbetrieb Straßenwesen verwaltet rund 5.520 Kilometer Landesstraßen. Nach der Zustandserfassung von 2023 befinden sich davon rund 65 Prozent in einem substanziell erhaltungsbedürftigen Zustand.
Viele der noch nie grundhaft sanierten Fahrbahnen haben ihre Nutzungsdauer laut Ministerium seit Längerem erreicht und müssen an die heutigen Verkehrsbelastungen angepasst werden.
Zehn Millionen Euro stehen für 2026 bereit
Für 2026 sind nach aktueller Planung zehn Millionen Euro vorgesehen. In den Jahren 2027 bis 2030 sind jeweils 45 Millionen Euro als Projektkosten angesetzt.
Allerdings mit Vorbehalt: Voraussetzung für die vollständige Umsetzung ist eine entsprechende Absicherung im Landeshaushalt. Welche Abschnitte nach 2026 folgen, steht noch nicht fest – derzeit läuft die Prüfung der Netz- und Umweltverträglichkeit weiterer Baumaßnahmen.
Was wir bisher über das Programm wussten
Das Erhaltungsprogramm selbst hatte das Land am Montag vorgestellt: bis zu 520 Kilometer, bis 2031, die erste Baustelle beginnt am 28. September an der L 74 bei Kehrigk. Damals war noch offen, welche Strecken in Südbrandenburg betroffen sind. Alles dazu steht in unserem Beitrag zum Programmstart.
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Red. / Presseinformation







