Ein Start-up aus Senftenberg stellt Material her, das in der Natur nur bei Sternexplosionen entsteht. Damit will es den europäischen Markt für Quantencomputer beliefern – aus einem Labor auf dem BTU-Campus.

Was in Senftenberg entsteht
Das Unternehmen heißt „quantum grade materials“ und wurde erst im Januar 2026 gegründet. Es produziert hochreine Gase und Materialien, wie sie für Quantencomputer und die nächste Generation von Mikrochips gebraucht werden.
Der Clou steckt im Ausgangsmaterial: Es entsteht natürlicherweise nur bei der Explosion von Sternen und ist in dieser Form sonst nirgends auf der Welt verfügbar. Die drei Gründer Dr. Owen C. Ernst, Anne Handschick-Ernst und Dr. David Uebel stellen es im Labor künstlich her – gewissermaßen Sternenstaub aus Senftenberg.
Im weiteren Prozess entsteht daraus ein kristalliner Feststoff, der sich in hauchdünne Schichten schneiden lässt. Aus denen wiederum werden Halbleiterbauelemente, umgangssprachlich Chips.
„Extremer Bedarf trifft auf extreme Knappheit“
Genau diese Chips sind für Quantencomputer von großer Bedeutung und weltweit begehrt. „Hier trifft extremer Bedarf auf extreme Knappheit“, sagt Dr. Ernst.
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Das Unternehmen hat sich entsprechend viel vorgenommen: Zwischen 80 und 100 Prozent des europäischen Marktes will es künftig abdecken. Erste Umsätze werden bereits für 2026/2027 erwartet. Für den Brandenburger Innovationspreis 2026 sind die Gründer nominiert.
Warum ausgerechnet Senftenberg
Der Standort ist kein Zufall. Der Senftenberger Campus der BTU Cottbus-Senftenberg ist einer von bundesweit nur zwei Standorten, an denen Silizium-Chemie erforscht wird.
Damit entsteht die Perspektive, dass sich die Lausitz zu einem Zentrum für isotopenreine Halbleitermaterialien entwickelt – ein Satz, der vor zehn Jahren in dieser Region niemandem über die Lippen gekommen wäre.
„Zukunft passiert nicht irgendwo. Zukunft passiert hier in der Lausitz“, sagt Bürgermeister Andreas Pfeiffer. Ihn freut vor allem, dass Senftenberg als Entwicklungsstandort erhalten bleibt.
Vom Fußballplatz über Güterwagen ins Labor
Anlass des Termins war ein Arbeitsbesuch des Lausitzbeauftragten des Ministerpräsidenten, Dr.-Ing. Klaus Freytag. Sein Programm in Senftenberg liest sich wie eine Kurzfassung des Strukturwandels: erst der FSV Glückauf Brieske/Senftenberg, dann die Lausitzer Schienenfahrzeug Instandhaltung am traditionsreichen Bahnstandort Brieske – und zum Schluss das Sternenstaub-Labor.
Freytag zeigte sich beeindruckt vom Mut der Gründer. Die Stadt zieht daraus den Schluss, dass Strukturwandel längst nicht mehr nur den Abschied von der Kohle bedeutet, sondern den Aufbruch in neue Industrien.
Titelbild: © Andrea Budich / Stadt Senftenberg
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Red. / Presseinformation







