Bei einem Hauseinsturz in Görlitz suchen Einsatzkräfte seit Montagnachmittag nach möglichen Verschütteten. Das teilte die Polizeidirektion Görlitz mit, Blaulichtreport Lausitz berichtete vor Ort. Von den zunächst fünf nicht erreichbaren Personen konnten zwei mittlerweile wohlauf ausfindig gemacht werden – sie befanden sich zum Zeitpunkt des Einsturzes nicht im Gebäude. Insgesamt 129 Einsatzkräfte verschiedener Organisationen sind im Einsatz, umliegende Gebäude wurden evakuiert.
Mehrfamilienhaus in der James-von-Moltke-Straße eingestürzt
Gegen 17:30 Uhr gingen am Montag mehrere Notrufe bei der Rettungsleitstelle und der Polizei ein. In der James-von-Moltke-Straße in Görlitz war ein mehrstöckiges Mehrfamilienhaus komplett eingestürzt. Wie die Polizeidirektion Görlitz mitteilte, wird derzeit geprüft, wie viele Personen sich zum Zeitpunkt des Einsturzes im Gebäude aufgehalten haben. Spezialisten von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei sind seither vor Ort.
Zunächst waren fünf Personen nicht erreichbar. In der Nacht zum Dienstag konnten Ermittler zwei dieser Vermissten wohlauf antreffen; sie waren zum Zeitpunkt des Einsturzes nicht im Haus. Die Suche nach weiteren Personen dauert nach Angaben der Polizei an. Umliegende Gebäude wurden vorsorglich evakuiert. Die James-von-Moltke-Straße ist zwischen der Emmerichstraße und der Dr.-Kahlbaum-Allee voll gesperrt. Die Polizei bittet darum, den Sperrbereich zu meiden und den Anweisungen der Einsatzkräfte Folge zu leisten.
Erschütterungsarme Suche im Trümmerfeld in Görlitz
Wie Blaulichtreport Lausitz vor Ort berichtete, hatte die Feuerwehr als Einsatzstichwort ursprünglich „Explosion eines Hauses mit möglicher Brandgefahr“ erhalten. Beim Eintreffen bot sich den Kräften bereits ein ausgedehntes Trümmerfeld. Beim Einsturz solcher Gebäude können nach Angaben der Einsatzleitung Hohlräume entstehen, in denen sich möglicherweise noch Personen befinden. Daher muss erschütterungsarm gearbeitet werden – Vibrationen schwerer Maschinen könnten für eventuelle Überlebende lebensgefährlich sein. In der ersten Phase wird der Schutt deshalb per Hand abgetragen, größere Trümmerteile sollen erst später vorsichtig bewegt werden.
Zur Ortung möglicher Hohlräume wurde das Technische Hilfswerk hinzugezogen, dessen Fachkräfte spezielle Sensoren anbringen. Eine Rettungshundestaffel durchsuchte zudem das Areal. Dabei schlugen einzelne Hunde an – manche durch Bellen, andere durch Sitzenbleiben, so die Einsatzleitung gegenüber Blaulichtreport Lausitz. In ein bis zwei Bereichen reagierten mehrere Tiere unabhängig voneinander, weshalb sich die Suche nun gemeinsam mit dem THW auf diese Schwerpunkte konzentriert. Erschwert wird der Einsatz zusätzlich durch immer wieder auftretenden Rauch und Gasgeruch.
Ursachenermittlung erst nach Abschluss der Rettungsarbeiten
Nach Angaben der Einsatzleitung gegenüber Blaulichtreport Lausitz sind insgesamt 129 Kräfte vor Ort. Beteiligt sind neben Feuerwehr und THW auch die Polizei, Rettungshundestaffeln sowie Einheiten für Betreuung und Logistik. Die Versorgung der Einsatzkräfte ist sichergestellt. Wie lange der Hauseinsturz in Görlitz die Rettungskräfte beschäftigen wird, lässt sich derzeit nicht abschätzen. Die Polizei rechnet damit, dass die Einsatzmaßnahmen mindestens bis zum heutigen Dienstag andauern, möglicherweise auch deutlich länger.
Fachberater verweisen darauf, dass Menschen in Trümmerfeldern bis zu 72 Stunden überleben können. Oberste Priorität habe daher die Personensuche und die Rettung von Menschenleben, betonte die Einsatzleitung. Zur Ursache des Einsturzes wird die Kriminalpolizei nach Abschluss der Rettungsarbeiten Ermittlungen aufnehmen.
Weitere aktuelle Blaulichtmeldungen
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Red. / Presseinformation
Fotos: Blaulichtreport Lausitz












