Die Buslinie 983 zwischen Frankfurt (Oder) und Słubice soll eingestellt werden, weil die beiden Städte keine dauerhafte Finanzierung zustande bringen. Die IHK Ostbrandenburg reagiert mit Sorge und „großer Enttäuschung“. Rund 1.200 Menschen nutzen die grenzüberschreitende Verbindung täglich, viele davon auf dem Weg zur Arbeit. Die Kammer appelliert an die Politik, gemeinsam eine Lösung zu finden.
Täglich 1.200 Fahrgäste zwischen den Grenzstädten
Die Linie 983 verbindet die beiden Städte an der Oder und wurde ursprünglich eingerichtet, um das Zusammenwachsen der Doppelstadt zu fördern. Nach Einschätzung der IHK erleichtert sie den Alltag der Menschen auf beiden Seiten der Grenze, verringert den Autoverkehr und entlastet die stark befahrene Oderbrücke. Für viele Beschäftigte ist sie fester Bestandteil des Arbeitswegs, mit Bedeutung auch für Unternehmen über die beiden Städte hinaus.
„Die Buslinie 983 hat eine Bedeutung weit über die Stadtgrenzen hinaus – für Beschäftigte und Unternehmen, für Studierende, für Schüler, Kundinnen und Kunden“, sagt Monique Zweig, Hauptgeschäftsführerin der IHK Ostbrandenburg. „Ein Wegfall dieser Verbindung erschwert den Alltag vieler Menschen. Damit verschwindet auch ein wichtiges Symbol des Zusammenwachsens in der europäischen Doppelstadt.“
IHK: Kurzfristige Ersparnis, langfristiger Schaden
Die Kammer zeigt Verständnis für die angespannte Haushaltslage der Kommunen. Was heute den Haushalt entlaste, könne aber langfristig negative Folgen für die Wirtschaft und das Zusammenleben in der Grenzregion haben. Aus Sicht der IHK wäre die Einstellung ein spürbarer Einschnitt für die wirtschaftliche Entwicklung und die grenzüberschreitende Zusammenarbeit insgesamt.
„Wir werben dafür, dass alle politisch Beteiligten gemeinsam nach Lösungen suchen, um diese wichtige Verbindung zu erhalten“, so Zweig. „Grenzübergreifende Mobilität ist ein zentraler Baustein für wirtschaftliche Entwicklung und für das gelebte Europa vor Ort.“
Auch die Viadrina hatte protestiert
Die Debatte um die Linie läuft bereits seit dem Frühjahr. Im Mai hatten sich die Europa-Universität Viadrina und ihre deutschen und polnischen Studierendenvertretungen in einer gemeinsamen Stellungnahme an Stadtverwaltung und Stadtverordnete in Frankfurt (Oder) gewandt. Sie warnten, eine Einschränkung schwäche den Universitätsstandort, benachteilige Menschen ohne Auto und verlagere mehr Verkehr auf die Stadtbrücke. Gefordert wurde eine deutsch-polnische Finanzierungsvereinbarung zwischen beiden Städten.
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