Sachsen wird bei der weiteren Suche nach einem Endlager für hochradioaktive Abfälle nicht mehr berücksichtigt. Die bislang noch untersuchten Flächen im Freistaat, darunter auch Gebiete im Landkreis Bautzen, werden aus geologischen Gründen nicht weiterverfolgt. Das hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) heute bekanntgegeben. Landrat Udo Witschas begrüßt die Entscheidung und sieht darin ein positives Signal für die wissenschaftliche Entwicklung der Oberlausitz. Im Fokus stehen dabei das Deutsche Zentrum für Astrophysik und die Bewerbung der Lausitz um das europäische Einstein-Teleskop.
Flächen im Landkreis Bautzen werden nicht weiterverfolgt
Nach Angaben des Landkreises Bautzen hat die Bundesgesellschaft für Endlagerung mitgeteilt, dass Sachsen bei der weiteren Endlagersuche nicht mehr berücksichtigt wird. Die bislang noch untersuchten Flächen im Freistaat, darunter auch Gebiete im Landkreis Bautzen, sollen demnach aus geologischen Gründen nicht weiterverfolgt werden.
Landrat Udo Witschas bewertet die Entscheidung positiv. „Das ist eine gute Nachricht für unseren Landkreis und die gesamte Oberlausitz“, erklärt er. Die Region habe große Pläne für ihre weitere Entwicklung. Insbesondere das Deutsche Zentrum für Astrophysik solle neue Perspektiven für Wissenschaft, Wirtschaft und kommende Generationen eröffnen.
Eine besondere Bedeutung misst der Landkreis dem geplanten Untergrundlabor „Low Seismic Lab“ des Deutschen Zentrums für Astrophysik bei. Im Granitmassiv zwischen Bautzen, Kamenz und Hoyerswerda soll in rund 200 Metern Tiefe eine Forschungsinfrastruktur entstehen. Nach Angaben des Landkreises eignen sich die ruhigen geologischen Bedingungen in der Region besonders für das Vorhaben.
Lausitz wirbt um Einstein-Teleskop
Parallel dazu bewirbt sich die Lausitz gemeinsam mit Sardinien als Standort für das geplante europäische Einstein-Teleskop. Mit der Forschungsanlage sollen künftig Gravitationswellen untersucht werden. Der Landkreis verbindet damit die Hoffnung auf zusätzliche wissenschaftliche Impulse, hochqualifizierte Arbeitsplätze und internationale Aufmerksamkeit für die Region.
„Wir wollen die besonderen Eigenschaften unseres Untergrundes nutzen, um die Zukunft zu erforschen“, erklärt Witschas. Mit dem Deutschen Zentrum für Astrophysik und der Bewerbung um das Einstein-Teleskop gebe es eine klare Vorstellung davon, wie sich die Region entwickeln solle. Eine konkurrierende Nutzung des Untergrundes als Atommüllendlager hätte aus seiner Sicht nicht zu diesen Plänen gepasst.
Der Landkreis verweist zudem auf die breite Unterstützung für die wissenschaftlichen Großprojekte. Erst im September hatten demnach alle 57 Städte und Gemeinden im Landkreis Bautzen ihre Unterstützung für die Ansiedlung des Einstein-Teleskops bekräftigt. Die entsprechenden Erklärungen sollen am 2. November 2026 in Berlin an die Ostbeauftragte Elisabeth Kaiser übergeben werden.
Nach Ansicht des Landrates bestärkt die neue Bewertung der Endlagersuche die Region darin, den eingeschlagenen Weg fortzusetzen. Nun gehe es darum, die Voraussetzungen für das DZA-Untergrundlabor zu schaffen und weiter für das Einstein-Teleskop in der Lausitz zu werben.
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