Der polizeiliche Staatsschutz ermittelt wegen des Verdachts der Volksverhetzung nach einem Vorfall in der Falkenberger Diskothek „Blue Velvet“ im Landkreis Elbe-Elster. Das teilte die Polizeidirektion Süd heute mit. Am Freitag war der Polizei ein Video auf einer Plattform in sozialen Netzwerken bekannt geworden, auf dem Anwesende einer Teenydisco volksverhetzende Parolen gerufen haben sollen. Der Betreiber des Clubs hat sich inzwischen öffentlich zu den Vorwürfen geäußert.
Video aus Falkenberger Disko löst Staatsschutzermittlung aus
Das Video wurde auf einer Plattform in sozialen Netzwerken veröffentlicht. Laut dem Veröffentlicher soll die Aufnahme am Samstag, dem 14. März, bei einer Teenydisco in der Falkenberger Diskothek „Blue Velvet“ entstanden sein. Darauf sind Anwesende der Veranstaltung zu sehen, die Parolen wie „Deutschland den Deutschen“ und „Ausländer raus“ gerufen haben sollen, nach Angaben des Betreibers im Zusammenhang mit dem Lied „L’amour toujours“ von Gigi D’Agostino.
Nachdem der Polizei das Video am darauffolgenden Freitag bekannt wurde, leitete sie von Amtswegen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der Volksverhetzung in Falkenberg gegen Unbekannt ein. Zudem nahm die Polizei Kontakt mit dem Betreiber der Diskothek auf. Die weiteren Ermittlungen führt der polizeiliche Staatsschutz.
Betreiber: Ersatz-DJ und fehlende Möglichkeit zur Reaktion
Der Betreiber des Clubs hat auf der Facebook-Seite des Clubs eine ausführliche Stellungnahme veröffentlicht. Darin schildert er, dass der ursprünglich gebuchte DJ zum Termin nicht erschienen sei. Als kurzfristiger Ersatz wurde ein anderer DJ gewonnen, der jedoch vorab nicht mehr gebrieft werden konnte. In der Zwischenzeit sei über eine Musikstreamingplattform eine Playlist gelaufen, die den betreffenden Titel enthielt. Der Ersatz-DJ habe den Titel im Anschluss erneut gespielt und sei von der Reaktion des Publikums überrascht worden.
Nach eigenen Angaben habe der Betreiber, als er die Situation bemerkte, eine Durchsage gemacht und klargestellt, dass die von Gästen gesungenen Texte nicht zum Club gehörten. Eine Identifizierung der Personen, die die Parolen gerufen hatten, sei während der Veranstaltung nicht möglich gewesen. Für die Zukunft kündigte der Betreiber an, DJs anzuweisen, beim Abspielen des Titels die Reaktion des Publikums zu beobachten und gegebenenfalls zu reagieren.
Die vollständige Stellungnahme des Betreibers:
Stellungnahme zu „L’amour toujours“ und den dazu gedichteten rechtsradikalen Texten.
Weitere Polizeimeldungen aus dem Landkreis Elbe-Elster
Bad Liebenwerda: Samstagnacht wurde durch die Polizei der Fahrer eines Transporters kontrolliert. Dabei stellte sich heraus, dass dieser Alkohol getrunken hatte. Ein Strafverfahren wurde eröffnet. Der Fahrer musste sich einer Blutprobenentnahme unterziehen und sein Führerschein wurde sichergestellt.
Schlieben: Der 17-jährige Fahrzeugführer eines E-Scooters wurde durch die Polizei im öffentlichen Verkehrsraum fahrend angetroffen und einer Verkehrskontrolle unterzogen. Einen gültigen Versicherungsnachweis für das Jahr 2026 konnte er nicht vorlegen. Am Fahrzeug befand sich das abgelaufene Versicherungskennzeichen aus 2025. Die Weiterfahrt wurde untersagt und ein Strafverfahren eingeleitet.
Finsterwalde: Ein Anwohner aus der Forststraße rief Samstagmittag die Polizei, weil er mehrere Schmierereien in roter Farbe an seiner Fassade festgestellt hatte. Die hinzugerufenen Beamten entdeckten auch im Umfeld weitere frische Graffiti, so dass sie das gesamte Stadtgebiet abfuhren und am Ende elf geschädigte Objekte protokollierten. Der Gesamtschaden ist noch Gegenstand der weiterführenden Ermittlungen. Diese hat der polizeiliche Staatsschutz übernommen, weil sich die meisten der Schriftzüge gegen das rechte Spektrum wenden. → Ausführlicher Bericht
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