Der Landkreis Dahme-Spreewald will ab 2027 kein zusätzliches Geld mehr für Kita-Personal bei langen Betreuungszeiten zahlen. Die sogenannte 3. Betreuungsstufe soll abgeschafft werden, das würde laut Verwaltung 3,2 Millionen Euro im Jahr sparen. Entscheiden soll der Kreistag am 7. Oktober.
Was die Betreuungsstufe in den Kitas bisher bezahlt
Eingeführt hat der Kreistag die 3. Betreuungsstufe im Februar 2019, sie gilt seit dem Kita-Jahr 2019/20. Es handelt sich um eine freiwillige Leistung des Landkreises, die über die Vorgaben des Landes hinausgeht. Sie gilt für Kinder, die laut Vertrag mehr als acht Stunden am Tag in Krippe oder Kindergarten betreut werden, im Hort für Kinder mit mehr als fünf Stunden.
Für diese Kinder hat der Kreis den Trägern mehr Personal bezahlt: in der Krippe 1,2 Vollzeitstellen je fünf Kinder, im Kindergarten 1,2 Stellen je elf Kinder und im Hort eine Stelle je 15 Kinder. Ziel war laut Beschlussvorlage, dass über den ganzen Tag genug Fachkräfte für alle Kinder da sind. Der Landkreis ist neben den Trägern, den Eltern und den Gemeinden eine von vier Geldquellen für die Kitas.
Warum der Landkreis die Betreuungsstufe streichen will
Bisher hat das Land einen Teil der Kosten übernommen. Über eine Förderrichtlinie gab es 600 Euro pro Kind und Jahr, 2025 noch 500 Euro. Im vergangenen Jahr flossen so rund 1,2 Millionen Euro an Kitas im Landkreis. Für den Hort hat das Land nie etwas gezahlt. Diese Förderung ist Ende 2025 ersatzlos ausgelaufen und steht laut Verwaltung auch nicht im aktuellen Gesetzentwurf zur Neuordnung der Kita-Finanzierung.
Ohne Geld vom Land müsste der Kreis nach eigenen Angaben jährlich etwa 3,2 Millionen Euro allein aufbringen. Für 2026 hat der Kreistag die Betreuungsstufe deshalb schon im Dezember ausgesetzt. Ab 2027 soll sie nun ganz wegfallen. So steht es im Haushaltssicherungskonzept, das der Kreistag im März beschlossen hat. Die Maßnahme würde laut Vorlage etwa die Hälfte der Einsparungen bringen, die der Kreis für 2027 mit längerfristiger Wirkung eingeplant hat. Die Kämmerei nennt sie mit Blick auf die Genehmigung des Haushalts „unabweisbar“.
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Was die Aussetzung in den Kitas bisher bewirkt hat
Wie sich die Aussetzung auswirkt, hat das Jugendamt bei den Kita-Trägern abgefragt. 33 der 36 Träger im Landkreis haben geantwortet. 19 von ihnen hatten wegen der Betreuungsstufe zusätzliches Personal eingestellt. 18 Träger gaben an, diese Stellen nach und nach abzubauen, etwa über Renteneintritte, Stundenreduzierungen oder nicht besetzte Stellen. Ein Träger hat nach eigenen Angaben zwei Mitarbeitende gekündigt.
Auf die Öffnungszeiten hatte die Betreuungsstufe bei fast allen Trägern keinen Einfluss. Einige Träger prüfen laut Befragung aber derzeit wegen des Wegfalls und der angespannten Haushaltslage, ihre Öffnungszeiten zu kürzen. Die Verwaltung betont, dass die Rechtsansprüche der Kinder nicht eingeschränkt worden seien. Das gesetzlich vorgeschriebene Personal werde weiter vorgehalten. Stellen würden auch wegen sinkender Kinderzahlen abgebaut.
Weniger Geld für Kitas bei Asylunterkünften geplant
Eine zweite Vorlage betrifft Kitas an Standorten von Gemeinschaftsunterkünften für Asylbewerber. Seit 2014 bezahlt der Kreis dort zusätzliche Erzieherinnen und Erzieher. Für Kinder aus den Unterkünften wird der gesetzliche Personalschlüssel doppelt angerechnet, weil viele von ihnen noch kein Deutsch sprechen oder belastende Erfahrungen mitbringen. Ab 2027 soll der Zuschlag nur noch 75 statt 100 Prozent betragen.
Im Haushalt waren dafür jährlich 630.000 Euro vorgesehen, die nach dem Sparkonzept jedes Jahr um 20 Prozent sinken sollen. Im ersten Halbjahr 2026 waren im Schnitt 137 Kinder betroffen, ausgezahlt wurden 263.000 Euro. Weil weniger Geflüchtete zugewiesen werden, geht die Zahl der Kinder zurück. Für 2028 und 2029 rechnet die Verwaltung mit weiteren Anpassungen.
Kreistag entscheidet am 7. Oktober über die Kita-Pläne
Beraten wurden beide Vorlagen bereits im Jugendhilfeausschuss, im Finanzausschuss und im Kreisausschuss. Deren Empfehlungen sind noch nicht veröffentlicht. Die Entscheidung liegt beim Kreistag, der am Mittwoch, 7. Oktober, in Lübben tagt. Die Sitzungen des Kreistags Dahme-Spreewald werden im Internet übertragen.
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Red.





