Die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU) stellt ihre Forschung zum Kultur- und Naturerbe neu auf. Dafür hat die Universität ihr sogenanntes Heritage Centre neu gestartet, in dem künftig Wissenschaftler, Lehrende und Studierende aus unterschiedlichen Fachrichtungen enger zusammenarbeiten sollen. Wie die BTU mitteilte, fand der offizielle Neustart am 21. Oktober auf dem Zentralcampus in Cottbus statt. Im Mittelpunkt stehen Fragen rund um den Erhalt historischer Gebäude, kultureller Werte und des natürlichen Erbes sowie der Umgang mit aktuellen Herausforderungen wie Klima- und Strukturwandel, politischen Konflikten und Künstlicher Intelligenz. Dafür bündelt die BTU ihre bereits vorhandenen Forschungsbereiche und möchte den Austausch zwischen den verschiedenen Disziplinen stärken. Das Heritage Centre soll als offenes Forum dienen, in dem gemeinsame Forschungsprojekte entstehen, neue Kooperationen aufgebaut und Fördermittel eingeworben werden können. Auch Interessierte außerhalb der Universität können sich an der Zusammenarbeit beteiligen.
Heritage Centre der BTU bündelt Forschung zum Erbe
Mit dem Neustart ihres Heritage Centre will die BTU Cottbus-Senftenberg die Forschung zum kulturellen und natürlichen Erbe stärker miteinander vernetzen. Der englische Begriff „Heritage“ bezeichnet dabei das Erbe, das Gesellschaften aus ihrer Vergangenheit übernehmen, erhalten und an kommende Generationen weitergeben möchten. Dazu gehören nicht nur historische Bauwerke oder Kulturgüter, sondern auch Fragen nach gesellschaftlichen Werten, Erinnerung und Identität.
Die Forschung beschäftigt sich unter anderem damit, wie Menschen entscheiden, was sie als bewahrenswert betrachten und wie sie mit Veränderungen oder dem Verlust vertrauter Strukturen umgehen. Nach Angaben der BTU spielen dabei auch aktuelle Herausforderungen wie Klimawandel, Strukturwandel, bewaffnete Konflikte, politische Polarisierung und Künstliche Intelligenz eine Rolle.
Da solche Fragestellungen unterschiedliche Wissenschaftsbereiche betreffen, setzt die Universität auf eine fachübergreifende Zusammenarbeit. Neben den Geistes- und Sozialwissenschaften sowie den Künsten sind auch Naturwissenschaften, Ingenieurwesen und technologische Fachrichtungen beteiligt. Die entsprechenden Forschungsansätze sind bereits in nahezu allen Fakultäten der BTU vertreten.
BTU will neue Forschungsprojekte gemeinsam entwickeln
Das Heritage Centre soll künftig als offenes Forum dienen, in dem Forschende, Lehrende und Studierende ihre Erfahrungen und Fachkenntnisse zusammenführen können. Dabei geht es nicht um die Einrichtung eines vollständig neuen Forschungsgebietes, sondern um eine stärkere Vernetzung der bereits vorhandenen Kompetenzen an der Universität. Zu den geplanten Aufgaben gehören die Entwicklung gemeinsamer Projekte, der Aufbau von Kooperationen innerhalb und außerhalb der BTU sowie die Einwerbung von Fördermitteln. Darüber hinaus sollen Veranstaltungen organisiert, wissenschaftliche Veröffentlichungen erarbeitet und vorhandene Ressourcen gemeinsam genutzt werden.
Das Angebot richtet sich ausdrücklich auch an Interessierte außerhalb der Universität. Diese können sich dem Heritage Centre anschließen, an Aktivitäten teilnehmen und die weitere Entwicklung des Forschungsbereichs mitgestalten. Den offiziellen Neustart beging die BTU am 21. Oktober 2026 mit Universitätsangehörigen aus sämtlichen Fakultäten auf dem Cottbuser Zentralcampus.
UNESCO-Lehrstuhl begleitet das Heritage Centre
Die Leitung des Heritage Centre liegt bei Prof. Dr. Johanna Blokker aus dem Fachgebiet Denkmalpflege. Sie ist zugleich Inhaberin des UNESCO-Lehrstuhls für Heritage Studies an der BTU, den sie im Dezember 2025 übernommen hat. „Heritage ist keine Rückschau, sondern eine Zukunftsfrage“, erklärt Blokker. Mit dem Forschungsforum wolle die Universität ihre unterschiedlichen wissenschaftlichen Kompetenzen nutzen, um gemeinsame Forschungsvorhaben, neue Ideen und internationale Zusammenarbeit zu ermöglichen.
Die Beschäftigung mit kulturellem Erbe hat an der BTU bereits eine längere Geschichte. Seit 2003 besteht dort der UNESCO-Lehrstuhl für Heritage Studies. Ein weiterer Bestandteil der bisherigen Forschungsarbeit war das von der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) geförderte Graduiertenkolleg „Kulturelle und technische Werte historischer Bauten“, das von 2014 bis 2023 bestand. Aus dieser Entwicklung ging auch das ursprüngliche Cultural Heritage Centre hervor. Mit der jetzigen Neuausrichtung unter dem Dach des UNESCO-Lehrstuhls möchte die BTU die bestehende Forschung weiterentwickeln und den Austausch zwischen den verschiedenen Fachrichtungen ausbauen.
VollzeitBewerbung bis 31.12.Technischer Arbeitsvorbereiter / Projektsachbearbeiter (m/w/d)GMB GmbH · SprembergZur Stelle →Alle 280 Stellen in Südbrandenburg →Kultur- und Naturerbe auch Teil mehrerer Studiengänge
Die Themen des Heritage Centre sind nicht allein in der Forschung verankert, sondern spielen auch in der Lehre eine Rolle. An der BTU können Studierende entsprechende Schwerpunkte in mehreren Studienprogrammen setzen. Dazu gehören die internationalen Masterstudiengänge „World Heritage Studies“ und „Heritage Conservation and Site Management“ sowie das Promotionsprogramm „Heritage Studies“. Darüber hinaus sind entsprechende Fragestellungen unter anderem in den Studiengängen Bau- und Kunstgeschichte, Architektur, Urban Design and Sustainable Revitalization sowie Transformation Studies integriert.
Auch das Weiterbildungsprogramm „Technology, Science and Society“ greift Ansätze aus diesem Forschungsbereich auf. Damit verbindet die Universität die wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Kultur- und Naturerbe mit unterschiedlichen Ausbildungsschwerpunkten. Weitere Informationen zum Forschungsforum, seinen Aktivitäten und den Möglichkeiten einer Mitgliedschaft veröffentlicht die BTU auf der Internetseite des Heritage Centre.
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Red. / Presseinformation
Bild: BTU















