Im Grundwasser rund um die Rieselfelder in Saspow sind an mehreren Messstellen erhöhte Werte von Arsen, Nickel, Zink und Nitrat gemessen worden. Das zeigen Laborberichte, die die Stadt Cottbus auf Anfrage von NIEDERLAUSITZ aktuell herausgegeben hat. Eine Gefahr beim Gießen sieht die Stadt nicht.
Fünf Messstellen an den Rieselfeldern in Saspow
In der Stadtverordnetenversammlung am 23. September hatte Bürgermeisterin Doreen Mohaupt eine Anfrage der Fraktion CDU/Freie Wähler beantwortet (Anfrage und Antwort im Ratsinformationssystem). Danach geht vom Grundwasser beim Gießen und als Brauchwasser keine Gefahr aus. Einzelne Messwerte nannte die Antwort nicht. Auf unsere Nachfrage hat das Pressebüro der Stadt nun die Prüfberichte des Labors für Wasser und Umwelt in Bad Liebenwerda geschickt.
Die Proben stammen vom 7. Juli. Untersucht wurden fünf Grundwassermessstellen am nördlichen Rand der Flächen zwischen der Ortslage und der Spree. Drei gibt es seit 2014, zwei kamen im Mai hinzu. Zur Einordnung zieht die Stadt zwei Maßstäbe heran: die Geringfügigkeitsschwellen der Bund/Länder-Arbeitsgemeinschaft Wasser, ab denen eine nachteilige Veränderung des Grundwassers beginnt, und die Grenzwerte der Trinkwasserverordnung.
Arsen und Nickel über den Werten für Trinkwasser
Arsen fanden die Prüfer an allen fünf Messstellen, mit 6 bis 32 Mikrogramm pro Liter. Die Geringfügigkeitsschwelle liegt bei 3,2, der Trinkwassergrenzwert bei 10 Mikrogramm. Ihn überschreiten zwei Messstellen mit 32 und 24 Mikrogramm. Nickel liegt an drei Messstellen über der Schwelle von 7 Mikrogramm, an zwei davon mit 30 und 61 Mikrogramm auch über dem Trinkwasserwert von 20. Zink wurde an zwei Messstellen mit 2,18 und 5,1 Milligramm pro Liter gemessen, die Geringfügigkeitsschwelle liegt bei 60 Mikrogramm. Auch Cobalt, Chrom und Kupfer liegen teilweise über den Schwellen, aber unter den Trinkwasserwerten. Antimon, Thallium, Quecksilber und Blei waren an keiner Messstelle nachweisbar.
Die Werte belegen nach Einschätzung der Fachbehörde, dass der Mensch das Grundwasser beeinflusst hat. Von einer generellen Gefährdung sei aber nicht auszugehen. In der schriftlichen Antwort der Stadt sind für Chrom und Kupfer teils höhere Werte und ein niedrigerer Trinkwasserwert genannt als in den Prüfberichten. Wir geben hier die Werte aus den Prüfberichten wieder.
Newsletter
Die Lausitz am Abend – in zwei Minuten
Jeden Abend das Wichtigste aus der Region – und donnerstags die Veranstaltungstipps fürs Wochenende. Kostenlos und jederzeit abbestellbar.
Hohe Nitratwerte an zwei Messstellen
Die Laborberichte enthalten weitere auffällige Werte, auf die die Antwort der Stadt nicht eingeht. An zwei der älteren Messstellen lag der Nitratgehalt bei 190 und 280 Milligramm pro Liter, der Trinkwassergrenzwert liegt bei 50. Ammonium wurde an zwei Messstellen mit 27,2 und 23,9 Milligramm gemessen, erlaubt sind im Trinkwasser 0,5. Beim Sulfat liegen drei Messstellen mit 260 bis 300 Milligramm über dem Trinkwasserwert von 250. Mikrobiologische Werte, also etwa Bakterien, wurden nicht untersucht.
Stadt sieht keine Gefahr beim Gießen mit Grundwasser
Ihre Einschätzung begründet die Stadt damit, dass Saspow vollständig an die öffentliche Trinkwasserversorgung angeschlossen ist. Als Trinkwasser werde das Grundwasser deshalb nicht genutzt, davon rät die Stadt ausdrücklich ab. Beim Gießen, auch von Obst und Gemüse, entstehe keine Gefahr für die Gesundheit. Was im eigenen Garten wächst, mache nur einen Bruchteil dessen aus, was ein Mensch insgesamt isst.
In einem der nächsten Jahre sollen alle Metalle erneut gemessen werden, dazu weitere Werte vor Ort und AOX, ein Summenwert für organische Halogenverbindungen. Damit kommt die Stadt als Eigentümerin der Flächen ihrer Pflicht zur Eigenkontrolle nach dem Bundes-Bodenschutzgesetz nach. Einen Termin nennt sie nicht.
Schwermetalle auch im Boden der Rieselfelder
Im Boden der Rieselfelder in Saspow wurden zwischen 2014 und 2023 Arsen, Blei, Cadmium, Chrom, Cobalt, Nickel und Quecksilber nachgewiesen. Bereits im September 2025 hatte die Stadt auf eine Anfrage derselben Fraktion geantwortet (AN-81/25). Durch die langjährige Nutzung als Rieselfeld seien schädliche Bodenveränderungen eingetreten, auch ins Grundwasser seien Schadstoffe gelangt. Ob der Boden saniert werden muss, wäre erst in einer Detail- und Sanierungsuntersuchung zu klären. Verantwortlich ist die Stadt als Grundstückseigentümerin.
Rieselfelder in Saspow dienten der Abwasserentsorgung
Über Rohrleitungen wurde früher das Abwasser der Stadt auf die Felder geleitet. Im amtlichen Altlasten- und Bodenschutzkataster sind die Rieselfelder in Saspow mit rund 29 Hektar erfasst. 2022 zählte die Stadt sie nicht zu ihren Prioritäten bei der Altlastenbearbeitung, das Gefahrenpotenzial sei gering, Nutzungsbeschränkungen reichten aus. Teile sind Ausgleichsflächen für den Bebauungsplan Albert-Zimmermann-Kaserne. Auch beim Ortsteilrundgang von Oberbürgermeister Tobias Schick im Mai 2025 waren die Altlasten ein Thema (wir berichteten).
Weitere aktuelle Meldungen aus der Region
Heute in der Lausitz – Unser täglicher Newsüberblick
Mehr Infos und News aus der Lausitzer und Südbrandenburger Region sowie Videos und Social-Media-Content von heute findet ihr in unserer Tagesübersicht –>> Hier zur Übersicht
Uns bei Google als bevorzugte Quelle festlegen
Wer etwas googelt, bekommt neben den normalen Treffern eine Box mit aktuellen
Nachrichten. Legen Sie NIEDERLAUSITZ aktuell als bevorzugte Quelle fest,
erscheinen unsere Beiträge dort häufiger für Sie – und in den KI-Übersichten
von Google. Ein Klick genügt, danach sind Sie sofort wieder hier.
Falls der Knopf nicht angezeigt wird: niederlausitz-aktuell.de bei Google als bevorzugte Quelle hinzufügen
Red.












