Nach dem couragierten Auftritt im Pokal soll für den FC Energie Cottbus in der Liga der Ertrag folgen: Am Samstag (29. August, 13 Uhr, LEAG Energie Stadion) empfängt der Aufsteiger die SpVgg Greuther Fürth. Für Trainer Claus-Dieter Wollitz geht es dabei um mehr als drei Punkte. „Am Samstag geht es um sehr, sehr viel. Es geht darum, in dieser Liga anzukommen – und zu zeigen, dass wir die Berechtigung haben“, sagt er im Gespräch mit NIEDERLAUSITZ aktuell.
Die Pokalleistung als Grundstein
Trotz des 1:3 gegen Bundesligist FC Augsburg im DFB-Pokal zog Wollitz aus der Partie Zuversicht. Mehr als 20 Torabschlüsse, eine deutlich höhere Intensität als in den ersten beiden Ligaspielen – das sei ein „Grundstein“, auf dem sich aufbauen lasse. „Womit wir nicht zufrieden sein können, sind zwei dämliche Gegentore“, schränkt er ein. Für ihn zählt nun, das Gezeigte in den Ligaalltag zu übertragen: „Wir brauchen maximale Intensität. Aber nicht nur Intensität – auch Emotionalität und diese Geschlossenheit, dieses Miteinander mit Liebe zu untermauern.“
Klare Ansage zur Aufstellung
Deutliche Worte fand der Trainer zur Debatte um seine Aufstellung, die er im Pokal überraschend verändert hatte. Wollitz stellte klar, dass er nicht auf einzelne Spieler setze, sondern auf die Mannschaft. „Wenn wir nur glauben, dass Ciğerci dafür sorgt, dass wir in der zweiten Liga bleiben, sind wir schon abgestiegen“, sagte er – ausdrücklich nicht gegen den Spieler gerichtet, sondern als Plädoyer für Kaderbreite. „Wir brauchen ein Selbstverständnis, wir brauchen eine Mannschaft, wir brauchen Tiefe.“ Rotation gehöre dazu: „Auch bei Bayern München haben große Spieler schon mal auf der Bank gesessen. Nur bei uns wird das immer gleich unglaublich.“ Zufrieden zeigte er sich mit den zuletzt erstmals aufgebotenen Kräften, die ihre Chance genutzt hätten.
Der Gegner: viel Qualität, wenig Punkte
Vor Greuther Fürth warnte Wollitz trotz des mageren Fürther Saisonstarts – nur ein Punkt aus den ersten beiden Spielen, Tabellenrang 16. „Gefühlt sind sie 100 Jahre in der zweiten Liga“, so der Trainer. In der vergangenen Saison rettete sich das Kleeblatt erst über die Relegation. In dieser Spielzeit habe Fürth „drei sehr, sehr gute Spiele gemacht“, dafür aber kaum Zählbares geholt. Wollitz beschreibt einen unangenehmen, eigenwilligen Gegner: „Sie spielen sehr komplex, interpretieren das anders als viele andere Mannschaften und haben einen sehr spielstarken Torwart.“ Sein Team brauche deshalb neben Intensität vor allem „große Kommunikation“ – und die Fähigkeit, das Publikum mitzureißen. „Ich hoffe, dass wir das Stadion am Samstag anzünden.“
King Manu: „Wollen jedes Spiel gewinnen“
Rückhalt in der Abwehr verspricht Innenverteidiger King Manu, der im Pokal mit einer starken Leistung überzeugt hatte. Das viele Lob nehme er gern mit: „Wenn man Bestätigung für seine Leistung kriegt, ist das etwas Schönes. Dennoch hätte ich lieber den Sieg geholt.“ Einen Unterschied zwischen Pokal und Liga macht er nicht: „Jedes Spiel ist dasselbe. Wir gehen auch das Fürth-Spiel mit voller Konzentration, voller Intensität und vollem Fokus an.“ Den Gegner hat der Abwehrchef klar analysiert: „Sie spielen ein sehr komplexes System und haben einen Torwart, der hinten heraus sehr gut mitspielt. Wir müssen sie gar nicht erst ins Spiel kommen lassen.“ Seine eigene Aufgabe sieht er nüchtern: „In erster Linie ist mein Job, Tore zu verhindern. Und wenn vorne eins gelingt, umso schöner.“
Dass King Manu überhaupt noch das Cottbuser Trikot trägt, hat einen besonderen Grund. Der Verbleib sei eine bewusste Entscheidung gewesen: „Die Kabine ist eine besondere Kabine, die ich noch einmal miterleben wollte. Man fühlt sich hier einfach sehr wohl.“
Kaderplanung bis zum Schluss
Ein Thema bleibt die noch offene Transferphase. Wollitz machte deutlich, dass Energie weiter nach Verstärkungen sucht: „Wir arbeiten mit Hochdruck daran.“ Zugleich wehrte er sich gegen den Eindruck, er kritisiere oder fordere ständig: Er beantworte die Fragen dazu eben ehrlich. „Wenn ich immer nur kritisieren würde, frage ich mich, warum ich jetzt im sechsten Jahr zum dritten Mal hier bin.“ Sollte kein weiterer Zugang kommen, sei er dennoch überzeugt, dass sich die Mannschaft entwickle: „Das haben wir bisher immer hinbekommen.“
Die Saison 2026/2027 des FCE – Spielberichte im Überblick
1. Spieltag: FC Energie Cottbus 3:1 Hannover 96 ->> Spielbericht & Bilder
2. Spieltag: Arminia Bielefeld 3:0 FC Energie Cottbus ->> Spielbericht & Bilder
1. Runde DFB-Pokal: FC Energie Cottbus 0:2 FC Augsburg ->> Spielbericht & Bilder
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Red. / [lb]



