Wie kann digitale Technik die Arbeitswelt in der Lausitz verändern und Unternehmen beim Strukturwandel unterstützen? Mit dieser Frage beschäftigt sich seit 2021 das Forschungsprojekt „PerspektiveArbeit Lausitz“ (PAL), an dem auch die BTU Cottbus-Senftenberg beteiligt ist. Wie die BTU mitteilt, wurden gemeinsam mit Unternehmen und Verbänden unter anderem digitale Assistenzsysteme, Produktions-Dashboards und kollaborierende Roboter entwickelt und in der Praxis erprobt. Bei einer Veranstaltung am 26. August in Cottbus sollen die Ergebnisse nun vorgestellt und anhand konkreter Anwendungen gezeigt werden. Die kostenfreie Veranstaltung richtet sich unter anderem an Unternehmen, die sich mit der Digitalisierung von Arbeitsplätzen beschäftigen.
Digitale Assistenz soll Lausitzer Unternehmen unterstützen
In einigen Lausitzer Betrieben gehören kollaborierende Roboter, sogenannte Cobots, und digitale Unterstützungssysteme bereits zum Arbeitsalltag. Das Forschungsprojekt „PerspektiveArbeit Lausitz“ beschäftigt sich seit 2021 damit, wie solche Technologien eingesetzt werden können und welche Rolle sie für die Arbeitswelt in der Region spielen. Am Projekt beteiligen sich Arbeitswissenschaftler von fünf Hochschulen aus Sachsen und Brandenburg, darunter die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg (BTU). Gemeinsam mit rund zwei Dutzend Unternehmen und Verbänden wurden datenbasierte Assistenzsysteme direkt in der betrieblichen Praxis entwickelt und erprobt.
Ziel des Projekts ist es nach Angaben der BTU, Arbeit in der Region effizienter, gesünder und attraktiver zu machen. Gleichzeitig soll der Mensch im Mittelpunkt bleiben. Hintergrund ist der Strukturwandel in der Lausitz und die damit verbundene Frage, wie Unternehmen nach dem Ausstieg aus der Kohleverstromung ihre Arbeitsplätze weiterentwickeln und Fachkräfte halten können.
PerspektiveArbeit Lausitz entwickelt Lösungen für die Arbeitsplätze
Über fast fünf Jahre arbeiteten Betriebspraktiker und Forschende in zwölf Praxisprojekten direkt an den Arbeitsplätzen der beteiligten Unternehmen zusammen. Dabei entstanden laut BTU verschiedene konkrete Anwendungen. Dazu gehören beispielsweise Dashboards, die Produktionsdaten für betriebliche Entscheidungen aufbereiten. Weitere Systeme sollen das Erfahrungswissen von Beschäftigten sichern. Damit kann Wissen, das über viele Jahre im Betrieb entstanden ist, digital festgehalten werden. Außerdem wurden Assistenztechnologien entwickelt, die Beschäftigte an körperlich belastenden Arbeitsplätzen unterstützen sollen. Die Ergebnisse des Projekts werden am Mittwoch, dem 26. August 2026, bei der Transferveranstaltung „Intelligente Assistenz am Arbeitsplatz der Zukunft“ an der BTU vorgestellt. Von 10 bis 16 Uhr treffen dort Vertreter aus Praxis, Forschung und Politik zusammen.
Unternehmen zeigen digitale Technik in Cottbus
Zum Auftakt berichtet Jane Ludwig vom Cottbuser Sonderanlagen- und Maschinenbauer Grötschel GmbH über die Zusammenarbeit zwischen Unternehmen und Forschung im Reallabor. Anschließend ist ein interaktiver Paneltalk vorgesehen. Moderiert wird die Gesprächsrunde von Katrin Meusinger vom Silicon Saxony e. V. Auf dem Podium sollen unter anderem Matthias Loehr vom DGB, Prof. Julia Zähr von der Hochschule Mittweida sowie Vertreter der BTU Cottbus-Senftenberg und der uesa GmbH über die Ergebnisse und Perspektiven des Projekts sprechen. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, welche Impulse aus PAL für die Arbeitswelt im Net Zero Valley Lausitz genutzt werden können. Von 12 bis 14:30 Uhr wird das Zentrale Hörsaalgebäude außerdem zu einer Ausstellung. Dort können Besucher konkrete Anwendungsfälle aus den Praxisprojekten kennenlernen. Unternehmen wie HQM Tubes, voestalpine Wire Germany, Trumpf Sachsen und caleg Schrank und Gehäusebau zeigen ihre Lösungen.
Cobots und Dashboards zum praktischen Erleben
Die vorgestellten Themen reichen von der automatisierten Bereitstellung von Produktionsdaten über die digitale Sicherung von Erfahrungswissen bis hin zur ergonomischen Gestaltung von Arbeitsplätzen. Auch der Einsatz kollaborierender Roboter in der Fertigung wird gezeigt. Damit sollen die Besucher nicht nur Fachvorträge hören, sondern die entwickelten Anwendungen auch praktisch kennenlernen. Nach Angaben der BTU richtet sich die Veranstaltung insbesondere auch an kleine und mittlere Unternehmen aus der Region, die sich mit der Einführung von Assistenzsystemen, Cobots oder Dashboards beschäftigen. Zum Abschluss geben Prof. Leif Goldhahn von der Hochschule Mittweida und Sylvia Franke-Jordan von der TU Dresden einen Ausblick auf die weitere Entwicklung. Dabei geht es unter anderem um den neu gegründeten PAL-Verein. Dieser soll das Netzwerk und die entwickelten Lösungen auch nach dem Ende der Förderlaufzeit weitertragen.
BTU lädt am 26. August zur Veranstaltung ein
Die Transferveranstaltung findet am Mittwoch, 26. August 2026, von 10 bis 16 Uhr im Zentralen Hörsaalgebäude der BTU Cottbus-Senftenberg am Platz der Deutschen Einheit 1 in Cottbus statt. Die Teilnahme ist kostenfrei. Weitere Informationen und die Anmeldung sind über die Veranstaltungsseite des Projekts möglich.
Symbolbild: BTU / Sebastian Rau
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