Aufklärungstour Brustkrebs Cottbus an der MUL-CT
Das Brustzentrum der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem in Cottbus ist in diesen Tagen Teil einer besonderen Aufklärungstour geworden. Nach Angaben der MUL-CT machte die Radfahrerin Antje Proft mit „Brustlos nicht Rad(t)los“ Halt in Cottbus. Die Aktion verbindet persönliche Erfahrung, Selbsthilfe und medizinischen Austausch. Zudem brachte Proft nach Angaben der Universität liebevolle Post für betroffene Frauen mit.
Antje Proft lebt laut Mitteilung seit 2012 mit der Diagnose Brustkrebs. Im Jahr 2021 entschied sie sich bewusst gegen einen Wiederaufbau und für die Entfernung der rechten Brust. Diese Entscheidung steht im Mittelpunkt ihres Engagements, denn aus ihrer Sicht gehört diese Möglichkeit noch nicht selbstverständlich zur medizinischen Beratung. Als Mitglied des AMSOB e.V., der für „Ablatio mammae – Selbstbewusst ohne Brust“ steht, will sie anderen betroffenen Frauen Mut machen und die Vielfalt möglicher Wege nach einer Brustkrebsdiagnose sichtbar machen.
Persönliche Erfahrungen führen nach Cottbus
Seit mehreren Jahren verbindet Antje Proft ihr Engagement mit Radtouren entlang deutscher Flüsse. Dabei besucht sie nach Angaben der MUL-CT Brustzentren, Kliniken und Reha-Einrichtungen. Ihre diesjährige Route führt entlang der Spree vom Senologiekongress in München bis zur YES!CON in Berlin, die als große Krebs-Convention für Patientinnen und Patienten gilt.
Dass sie auch in Cottbus Station machte, hatte laut Pressemitteilung einen konkreten Hintergrund. Zwei Frauen aus ihrem Verein hätten ihr von positiven Erfahrungen im Brustzentrum der Medizinischen Universität Lausitz – Carl Thiem berichtet. Proft erklärte dazu: „Ich brauche ein Gefühl dafür, wo wir Frauen guten Gewissens hinschicken können, um ihre persönliche, individuelle Lösung zu finden.“ Über die Rückmeldungen aus Cottbus sagte sie außerdem: „Da wird gelebt, wofür wir bereits stehen.“ Deshalb habe für sie festgestanden, dass dieser Halt zur Tour gehört.
Brustzentrum betont individuelle Beratung
Auch im Brustzentrum der MUL-CT wurde die Aktion nach Angaben der Universität positiv aufgenommen. Juliane Dietsch, Leitende Oberärztin der Klinik für Gynäkologie und Geburtshilfe, erklärte, moderne Brustkrebsmedizin bedeute heute weit mehr als Operationen und innovative Therapien. Sie umfasse auch die Begleitung von Frauen bei sehr individuellen Entscheidungen.
Laut Dietsch werde in der Aufklärung bislang oft noch zu wenig berücksichtigt, dass es unterschiedliche Wege gibt. Nicht jede Patientin sei für eine Rekonstruktion geeignet. Dabei könnten Faktoren wie Kältegefühl, Taubheit oder ein dauerhaftes Fremdkörpergefühl eine Rolle spielen. Entscheidend sei aus Sicht der Medizinerin, Frauen umfassend zu beraten und ihre persönliche Entscheidung ernst zu nehmen.
Dietsch betonte zudem, dass der gesellschaftliche Fokus häufig stark auf maximalem körperlichen Erhalt liege. Gleichzeitig sei es wichtig zu vermitteln, dass sich eine Frau auch ohne Brust vollständig, schön und weiblich fühlen könne. Damit macht die Aktion an der MUL-CT deutlich, dass Aufklärung, medizinische Beratung und Selbstbestimmung eng zusammengehören.
Mehr Sichtbarkeit für Wege nach Brustkrebs
Die Aufklärungstour Brustkrebs Cottbus setzt damit einen regionalen Akzent in einer bundesweiten Initiative, die persönliche Erfahrungen mit medizinischer Fachberatung verbindet. Nach Angaben der MUL-CT soll der Besuch in Cottbus den Austausch zwischen Klinik, Selbsthilfe und Patientinnen stärken. Zugleich rückt er eine Frage in den Mittelpunkt, die für viele Betroffene sehr persönlich ist: Welche Behandlung, welcher Umgang mit dem eigenen Körper und welcher Weg nach der Diagnose passt zur jeweiligen Frau? Weitere Informationen zur Tour von Antje Proft gibt es auf der Webseite Brustlos nicht Rad(t)los.
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Red. / Presseinformation
Bild: MUL-CT




