Ein Ärzteteam der Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem hat bei einem Einsatz in Mwanza (Tansania) erstmals eine minimalinvasive Gehirnoperation durch die Nase durchgeführt und damit einen medizinischen Meilenstein am Bugando Medical Centre erreicht. Wie die MUL – CT mitteilte, führte das Team um Prof. Dr. Ehab Shiban vom 9. bis 13. März insgesamt 16 komplexe Eingriffe durch und unterstützte gleichzeitig die Weiterbildung der lokalen Fachkräfte. Im Fokus standen diesmal vor allem gutartige Tumoren, wobei die neue Methode eine schonendere Behandlung und schnellere Genesung ermöglicht. Trotz teils schwieriger Bedingungen vor Ort, etwa durch Stromausfälle während Operationen, konnten alle Eingriffe erfolgreich umgesetzt werden. Ziel der langfristigen Kooperation ist der Aufbau einer eigenständigen neurochirurgischen Versorgung vor Ort durch regelmäßige Einsätze, Trainings und gemeinsamen fachlichen Austausch.
Neurochirurgie-Einsatz in Tansania erfolgreich
Wie die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL – CT) mitteilt, war ein Team der Neurochirurgie vom 9. bis 13. März im Bugando Medical Centre (BMC) in Mwanza im Einsatz. Unter der Leitung von Prof. Dr. med. Ehab Shiban wurden mehrere anspruchsvolle Eingriffe durchgeführt und gleichzeitig medizinisches Fachpersonal vor Ort weitergebildet.
Bereits im Jahr 2025 hatte es einen ersten Einsatz gegeben. Damals standen laut MUL – CT vor allem Operationen bei bösartigen und besonders großen Hirntumoren im Mittelpunkt. Beim aktuellen Aufenthalt lag der Fokus auf gutartigen Tumoren, insbesondere sogenannten Meningeomen.
Komplexe Operationen unter schwierigen Bedingungen
Nach Angaben der MUL – CT führte das Team insgesamt 16 komplexe Operationen in zwei Operationssälen durch. Dabei mussten die Mediziner auch mit erschwerten Bedingungen umgehen. So kam es während eines Eingriffs zu einem teilweisen Stromausfall. Dennoch konnten alle Operationen erfolgreich abgeschlossen werden.
Laut Prof. Shiban sollen die behandelten Patientinnen und Patienten durch die Eingriffe eine deutlich bessere Lebensqualität sowie eine normale Lebenserwartung erreichen.
Erste minimalinvasive OP durch die Nase
Als besonderer Meilenstein gilt die erste endoskopische transnasale Schädelbasis-Operation in Mwanza. Dabei werden Tumoren im Bereich der Schädelbasis minimalinvasiv durch die Nase entfernt. Ein Endoskop ermöglicht eine präzise Darstellung des Operationsbereichs.
Im Vergleich zu klassischen offenen Eingriffen gilt dieses Verfahren als schonender, da es ohne große Schnitte auskommt. Die Patientinnen und Patienten sollen sich dadurch schneller erholen und es entstehen keine sichtbaren Narben.
Internationale Unterstützung ermöglicht Einsatz
Wie aus der Pressemitteilung hervorgeht, wurde der Einsatz durch verschiedene Partner unterstützt. Dazu zählen unter anderem die Europäische Gesellschaft für Neurochirurgie sowie die EANS Foundation. Auch mehrere Unternehmen stellten medizinische Technik zur Verfügung.
So kam unter anderem spezielles Equipment wie eine Kopfhalterung, intraoperatives Neuromonitoring sowie chirurgische Instrumente zum Einsatz, die laut MUL – CT entscheidend für die Durchführung der Operationen waren.
Wissenstransfer und langfristige Zusammenarbeit
Neben den Operationen stand insbesondere der fachliche Austausch im Mittelpunkt. Laut MUL – CT wurde gemeinsam mit dem Team vor Ort an Strukturen gearbeitet und Wissen weitergegeben. Ziel sei es, eine nachhaltige neurochirurgische Versorgung in Mwanza aufzubauen.
Begleitet wurde der Einsatz von weiteren Fachkräften aus Deutschland, darunter ein leitender Oberarzt sowie eine Assistenzärztin. Auch ein Anästhesist aus dem Rhön-Klinikum unterstützte die Operationen vor Ort.
Die Kooperation zwischen der MUL – CT und dem Bugando Medical Centre soll laut Angaben der Universität weiter ausgebaut werden. Geplant sind regelmäßige Einsätze sowie strukturierte Trainingsprogramme, um die medizinische Versorgung langfristig zu stärken.
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