Das Carl-Thiem-Klinikum setzt seit Juli ein neues Afterloading-System in der Strahlentherapie ein. Damit ist auch weiterhin eine besonders schonende Strahlenbehandlung im CTK möglich. „Unser altes Gerät stammte aus dem Jahr 1991, es gab keine Ersatz-Strahlenquellen mehr dafür. Wir mussten uns daher entscheiden, ob wir diese spezielle Behandlungsform einstellen oder ob ein neues System gekauft wird. Wir freuen uns sehr, dass wir mit dem neuen Gerät unseren Patienten auch weiterhin kurze Wege zu diesen speziellen Behandlungen ermöglichen können“, sagt Dipl. Phys. Steffen Rochor, verantwortlicher Mitarbeiter im Institut für Radiologie. Das Carl-Thiem-Klinikum bietet als einzige Einrichtung in Südbrandenburg diese schonende Therapie an. Jährlich werden etwa 60 bis 70 Patienten mit diesem speziellen Verfahren behandelt.
Das Afterloading-Verfahren wird bei einer besonderen Form der Strahlentherapie – der sogenannten Brachytherapie – zur Behandlung von Tumoren in inneren Hohlorganen an-gewandt. Dabei wird zuerst ein nichtstrahlender Applikator an der zu behandelnden Stelle platziert. Erst danach wird mittels des Afterloadings, des „Nachladens“, das radioaktiv strahlende Material ferngesteuert in die direkte Nähe des Tumors transportiert. Die Strah-lung, die von diesem Material ausgeht, hat nur eine kurze Reichweite. Sie durchdringt lediglich das umliegende, kranke Gewebe und kann so das Tumorgewebe zerstören. Gesundes Gewebe bleibt von der Strahlung weitgehend verschont. Die Iridium-Strahlenquelle des neuen Gerätes ist mit einem Durchmesser von nur ca. 0,9 mm und einer Länge von ca. 4 mm etwas kleiner als beim Vorgängermodell und erlaubt damit eine noch zielgenauere Bestrahlung. Durch das ferngesteuerte Nachladen der Strahlungsquelle bleiben Arzt und medizinisches Personal vor Strahlenbelastungen geschützt. Das CTK investierte etwa 200.000 € in die neue Ausstattung.
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