Das Tourismusgewerbe in Südbrandenburg hat 2014 seinen Wachstumskurs fortgesetzt – das belegt die aktuelle Tourismusumfrage Herbst der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus. Sowohl das Beherbergungs- und Gastronomiegewerbe als auch das Reisegewerbe waren mit dem bisherigen Geschäftsverlauf äußerst zufrieden.
„Die Reisegebiete in Südbrandenburg haben in den vergangenen Jahren deutlich an Attraktivität gewonnen“, so Dr. Wolfgang Krüger, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus. „Durchschnittlich 75 Prozent der Tourismus-Unternehmen gehen von einer guten bzw. stabilen Geschäftslage aus.“
Der kommenden Wintersaison sieht die Branche hingegen mit gedämpften Erwartungen entgegen. Auch wenn die Mehrheit der Befragten davon ausgeht, das erreichte Niveau zu halten, haben die pessimistischen Stimmen gegenüber den Vorjahresumfragen zugenommen.
Zwar verfügt die Region zunehmend auch über attraktive Winterreiseziele, aber die Touristiker rechnen auf Grund der verhaltenen Prognosen der gesamten gewerblichen Wirtschaft mit einer nachlassenden Konsumbereitschaft der Verbraucher.
Weitere Risiken sehen die Unternehmen unter anderen in den steigenden Arbeitskosten. Die zurückhaltenden Geschäftsaussichten wirken sich negativ auf die Investitions- und Beschäftigungsabsichten in allen Branchen des Tourismusgewerbes aus.
Bilanz Sommersaison 2014
Das Gastronomiegewerbe ist mit der Geschäftsentwicklung zufrieden. Der Anteil der positiven Bewertungen ist gegenüber der Vorjahresumfrage von 34 auf 41 Prozentpunkte gestiegen. Die Verbesserung der Einkommensverhältnisse hat sich stimulierend auf das Konsumverhalten der Verbraucher ausgewirkt.
Im Reisegewerbe schätzt die Hälfte der Unternehmen die Geschäftslage mit gut ein. Der Saldo aus positiven und negativen Bewertungen ist damit auf plus 46 Prozentpunkte gestiegen. Die Reisefreude der Verbraucher, vor allem ins Ausland, hat spürbar zugenommen und bescherte den Unternehmen steigende Umsätze.
Das Beherbergungsgewerbe wird das Geschäftsniveau halten, allerdings kein Wachstum erzielen. 13 Prozent der Unternehmen erwarten einen besseren und 58 Prozent einen gleichbleibenden Geschäftsverlauf. Auf Grund vor allem der steigenden Arbeitskosten rechnen die Unternehmen mit einer schlechteren Ertragslage.
Das Gastronomiegewerbe rechnet in der Mehrheit mit einer moderaten Geschäftsentwicklung. 73 Prozent der Unternehmen gaben an, das erreichte Niveau zu halten. Das größte Problem für die Gastronomen ist die Einführung des Mindestlohnes. 85 Prozent der Unternehmen sehen darin das Hauptrisiko für die weitere wirtschaftliche Entwicklung.
Das Reisegewerbe erwartet überwiegend einen gleichbleibenden Geschäftsverlauf. 28 Prozent der Unternehmen rechnen allerdings mit einer Verschlechterung. Auf Grund der zunehmenden Kostenbelastung müssen 52 Prozent der Reiseveranstalter und Reisebüros ihre Preise erhöhen. Gerade kleine Unternehmen, die keiner Kette angehören, haben es immer schwerer sich am Markt zu behaupten.
Die ausführliche Branchenauswertung steht im Internet unter www.cottbus.ihk.de zur Verfügung.
Quelle: Industrie- und Handelskammer Cottbus




