Frankfurt (Oder) und der Landkreis Märkisch-Oderland führen ihre Katasterbehörden fachlich zusammen. Hintergrund ist eine Stelle, die seit anderthalb Jahren nicht besetzt werden kann. Die Vereinbarung wurde am Donnerstag unterzeichnet.
Katasterbehörde ohne Leitung seit April 2025
Wer eine Katasterbehörde fachlich leitet, braucht nach dem Brandenburgischen Vermessungsgesetz eine bestimmte Qualifikation. Diese Fachleute sind auf dem Arbeitsmarkt kaum zu bekommen.
In Märkisch-Oderland ist die Leitungsstelle deshalb seit April 2025 unbesetzt. Seitdem springt Frankfurt (Oder) im Wege der Amtshilfe ein. Aus dieser Übergangslösung wird nun eine dauerhafte Konstruktion.

Jede Katasterbehörde bleibt eigenständig
Beide Seiten bleiben eigenständige Katasterbehörden, Aufgaben und Zuständigkeiten werden nicht übertragen. Gebündelt wird die fachliche Arbeit: Beschäftigte beider Verwaltungen arbeiten künftig in einer gemeinsamen Organisationseinheit unter einer Fachleitung, die Frankfurt (Oder) stellt.
Rechtliche Grundlage ist das Gesetz über kommunale Gemeinschaftsarbeit im Land Brandenburg. Unterzeichnet haben die öffentlich-rechtliche Vereinbarung Landrat Gernot Schmidt und Oberbürgermeister Dr. Axel Strasser.
Der Fachkräftemangel erreicht die Amtsstuben
„Der Fachkräftemangel macht auch vor den öffentlichen Verwaltungen nicht halt“, sagt Landrat Gernot Schmidt. Deshalb müsse man dort zusammenarbeiten, wo es sinnvoll und rechtlich möglich sei. Man schaffe eine dauerhafte und rechtssichere Lösung und sichere wichtiges Fachwissen.
Oberbürgermeister Axel Strasser nennt die Vereinbarung ein Beispiel dafür, wie kommunale Zusammenarbeit Fachkompetenzen bündelt und Ressourcen spart. Von der Bündelung profitierten beide Verwaltungen ebenso wie die Bürgerinnen und Bürger.
Warum das über Kataster hinaus interessant ist
Katasterbehörden führen das amtliche Verzeichnis aller Grundstücke. Ohne sie gibt es keine Bodenrichtwerte, keine rechtssichere Grundstücksteilung und keine verlässliche Grundlage für Bauvorhaben.
Dass zwei Verwaltungen dafür ihre Fachabteilungen zusammenlegen, ist deshalb weniger eine Verwaltungsformalie als ein Hinweis darauf, wie eng es beim qualifizierten Personal inzwischen zugeht. Der demografische Wandel im Vermessungswesen wird in der Mitteilung ausdrücklich als Grund genannt.
Foto: Stadt Frankfurt (Oder)
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