Angesichts der Sperrung zahlreicher Wasserwege im Unterspreewald aufgrund eines massiven Befalls mit dem Eichenprozessionsspinner (->> wie berichtet) dringt die Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus auf entschlossenes politisches Handeln. Die Kammer verlangt einen verbindlichen Zeitplan für die angekündigten Maßnahmen, um den Unternehmen in der Tourismusregion Planungssicherheit zu geben. Die Einschränkungen mitten in der Hauptsaison träfen die Region besonders hart.
Massiver Befall durch Eichenprozessionsspinner
Hintergrund ist ein massiver Befall mit dem Eichenprozessionsspinner. Das Landesamt für Bauen und Verkehr (LBV) hat auf Antrag des Landesamtes für Umwelt elf schiffbare Landesgewässer im Unterspreewald bis auf Widerruf gesperrt. Nach Angaben des Landes ist rund die Hälfte der schiffbaren Flächen betroffen, auf den übrigen Gewässern sind Kanurundfahrten weiter möglich. Der Grund: Die notwendige Verkehrssicherung an den angrenzenden Waldflächen ist wegen des Befalls derzeit nicht möglich – herabstürzende Äste und umsturzgefährdete Bäume gefährden Bootsfahrer, hinzu kommt die Gesundheitsgefahr durch die Brennhaare der Raupen.
Für die Wirtschaft ist die Lage bereits jetzt spürbar. „Der Schutz von Gästen, Beschäftigten und Anwohnern hat oberste Priorität“, betont Dirk Meier, Vorsitzender des Tourismusausschusses der IHK Cottbus. Gesundheitsschutz und Tourismus dürften nicht gegeneinander ausgespielt werden. Zugleich stellt er die Verhältnismäßigkeit infrage: Warum werde ausgerechnet der Wasserweg gesperrt, wo vergleichsweise wenige Personen betroffen seien, während mit anderer Infrastruktur wie Radwegen, Hotelanlagen oder Wohngebieten anders umgegangen werde? Viele anreisende Gäste seien verunsichert und fragten, ob sie überhaupt kommen und Boote oder Fahrräder ausleihen dürften. Der Schaden nach außen und für die Betriebe sei schon jetzt groß; offen sei auch, wie Betroffene entschädigt würden.
Die angekündigten Maßnahmen kämen eigentlich zu spät, so Meier – umso wichtiger seien nun Schnelligkeit und Wirksamkeit, damit die Einschränkungen so kurz wie möglich blieben. Die IHK fordert zusätzliche personelle und finanzielle Ressourcen für die zuständigen Stellen sowie zügige Arbeiten zur Wiederherstellung der Verkehrssicherheit und appelliert an das Land, kurzfristige Lösungen umzusetzen.
Keine Spreewaldfließe in Burg wegen Eichenprozessionsspinner gesperrt
Trotz des derzeit verstärkten Auftretens des Eichenprozessionsspinners sind im Oberspreewald rund um Burg keine Fließe gesperrt. Wie das Amt Burg (Spreewald) mitteilt, können Kahnfahrten sowie Paddel- und Kanutouren weiterhin stattfinden. Auch für Radfahrer und Wanderer gelten keine Einschränkungen. Allerdings wird dazu geraten, Eichenbestände möglichst zu meiden und Abstand zu Raupen und Nestern zu halten. ->> Hier weiterlesen
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Red. / Presseinformation




