Bildungsministerin Martina Münch startet morgen den Auftakt der landesweiten Regionalkonferenzen zum Thema „Inklusion – Schule für alle“. Auf insgesamt sechs Regionalkonferenzen wird das Thema auf breiter Ebene mit allen an Bildung von Kindern und Jugendlichen Beteiligten, wie etwa Lehrerinnen und Lehrern, Schulleitern, Schulämtern, Erziehern, Schulträgern, Sozial- und Jugendhilfeträgern, Behindertenverbänden, Schüler- und Elternvertretern, Mitarbeitern von Sozial- und Jugendämtern sowie Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft diskutiert. Im Mittelpunkt der Veranstaltung stehen Fragen, wie sich die Gesellschaft verändern muss, um den Weg zur Inklusion zu ebnen, und wie sich die Schulen darauf vorbereiten können, künftig Kinder und Jugendliche mit und ohne Förderbedarf gemeinsam zu unterrichten. Dabei sollen erfolgreich erprobte Modelle und Konzepte für eine inklusive Schule als Vorbild dienen.
Hintergrund der Regionalkonferenzen ist die „UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen“, die die Bundesrepublik Deutschland Anfang 2009 ratifiziert hat. „Die UN-Behindertenkonvention stellt einen wichtigen Schritt zur Stärkung der Rechte der Menschen mit Behinderungen dar – das dort formulierte Ziel der Inklusion bedeutet, dass alle Schülerinnen und Schüler unabhängig von ihren Voraussetzungen gemeinsam eine Schule besuchen“, erklärt Bildungsministerin Martina Münch. „Bei der Umsetzung von Inklusion geht es nicht nur um die Veränderung von Rahmenbedingungen – es geht vielmehr um einen tiefgreifenden Bewusstseinswandel“, macht Münch klar. „Das wesentliche Prinzip von Inklusion ist die Wertschätzung von Vielfalt – heterogene Gruppen werden der Normalfall, in der Gesellschaft wie in der Schule. Das bedeutet steigende Chancengerechtigkeit, denn gerade Schülerinnen und Schüler mit dem sonderpädagogischen Förderbedarf ‘Lernen‘ sind in der Regel Kinder und Jugendliche aus Elternhäusern, die Unterstützung benötigen. Mein Ziel ist: Im Jahr 2019 soll kein Kind wegen eines besonderen Förderbedarfs im Lernen, in der sprachlichen Entwicklung oder im Verhalten seine Schule verlassen müssen.“
Dazu werden bereits jetzt die ersten Weichen gestellt. Einer der ersten Schritte auf dem Weg zur inklusiven Schule ist der weitere Ausbau des gemeinsamen Unterrichts von Kindern mit und ohne Behinderung. Um die Lehrkräfte bei diesem Prozess zu unterstützen, wird es im kommenden Schuljahr gezielte Inklusions-Fortbildungsangebote geben. Die nötigen schulgesetzlichen Änderungen werden bis zum Sommer 2013 erfolgen.
Die nächsten Regionalkonferenzen finden am 10. Mai 2011 in Dallgow-Döberitz, am 17. Mai in Eberswalde, am 25. Mai in Fürstenwalde, am 31. Mai in Cottbus und am 01. Juni 2011 in Neuruppin statt.
Quelle: Ministerium für Bildung, Jugend und Sport





