Cottbus Donnerstag, 03 Dezember 2020 von Redaktion / Presseinfo

Max-Grünebaum-Preise 2020 in Cottbus vergeben

Max-Grünebaum-Preise 2020 in Cottbus vergeben

Die Max-Grünebaum-Preise gingen in diesem Jahr an das Ballettensemble des Cottbuser Staatstheaters und an die Wissenschaftlerin Dr. Costanza Rodda von der BTU Cottbus-Senftenberg. Rodda ging der Frage nach, wie Schwerewellen das Wetter und das Klima der Erde beeinflussen. Ballettmeister Dirk Neumann gelang es, ein hochklassiges Ensemble zu formen und international renommierte Choreografinnen für die Arbeit seiner Projekte zu gewinnen. Der Preis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert und wurde bereits zum 24. Mal übergeben. 

Die Max-Grünebaum Stiftung teilte dazu mit: 

Die Max Grünebaum-Stiftung hat im Rahmen ihrer Kuratoriumssitzung den Max-Grünebaum-Preis an Künstler*innen des Staatstheaters Cottbus und eine Wissenschaftlerin der Brandenburgischen Technischen Universität Cottbus-Senftenberg (BTU Cottbus–Senftenberg) vergeben. Die Preisvergabe fand zum 24. Mal statt.

Am Staatstheater Cottbus erhielt das Ballett den Max-Grünebaum-Preis. Mit dem Max-Grünebaum-Preis der BTU Cottbus-Senftenberg wurde die Wissenschaftlerin Dr. Costanza Rodda ausgezeichnet.

Coronabedingt konnte die Preisverleihung erstmals seit Stiftungsgründung im Jahr 1997 nicht mit einem Festakt und in Anwesenheit der Stifterfamilie stattfinden.

Der Max-Grünebaum-Preis ist mit jeweils 5.000 Euro dotiert.

 

Staatstheater Cottbus - Max-Grünebaum-Preis 2020

Den Max-Grünebaum-Preis 2020 des Staatstheaters Cottbus erhielt das Ballettensemble. Es ist das einzige theatereigene Ballettensemble im Land Brandenburg. 2018 erhielt das Ballett den Status als vierte Sparte des Staatstheaters Cottbus. Dirk Neumann, seit 2006 Ballettmeister am Haus, wurde im Zuge dessen zum Ballettdirektor berufen.

Die Kompanie besteht derzeit aus neun Tänzer*innen: Annalisa Piccolo, Emily Downs, Alyosa Forlini, Stefan Kulhawec, Inmaculada López Marín, Andrea Masotti, Denise Ruddock, Venira Welijan und Simone Zannini. Zum Ensemble gehören auch die Elev*innen Alessandra Armorina, Mario Barcenilla Rubio und Lolita Valau.

Dirk Neumann gelang es, ein hochklassiges Ensemble zu formen und international renommierte Choreograf*innen für die Arbeit mit der Kompanie zu gewinnen, so z. B. Adriana Mortelliti, Giorgio Madia, Nils Christe, Lode Devos, Manuel-Joël Mandon und Mauro de Candia. Ein besonderes Anliegen ist ihm die Pflege des Tanzerbes des früh verstorbenen renommierten Choreografen Uwe Scholz. Auch die Förderung von Nachwuchschoreograf*innen wie Undine Werchau und Oliver Preiß ist fester Bestandteil der Repertoirepolitik. Das Tanzstück „Nur ein Wimpernschlag …“ von Oliver Preiß hatte im Rahmen des Auftakts für die Spielzeit 20.21 im Oktober 2020 Premiere. Unter der Leitung von Dirk Neumann wurden bisher mehr als 20 Tanzstücke uraufgeführt.

Pro Spielzeit entstehen zwei bis drei eigenständige Produktionen. Das Repertoire ist von neoklassisch bis modern aufgefächert. Mit tänzerischen Einsätzen ist das Ensemble auch in Musicals und Operetten zu erleben. Eine feste Institution ist die alljährliche Ballett-Gala mit Höhepunkten aus vergangenen Spielzeiten und neuen Choreografien. Internationale Gastspiele führten das Ensemble unter anderem nach Novara (Italien) und Zielona Góra (Polen).

Durch seine transparente Arbeitsweise hat das Ensemble beim Publikum einen großen Rückhalt. Die Ensemblemitglieder sind höchst motivierte Tänzer*innen und im klassischen und neoklassischen Ballett genauso zu Hause wie im modernen Tanz. Hervorzuheben sind auch eigene choreographische Arbeiten einiger Ensemblemitglieder, die den Aufschwung der Sparte am Staatstheater Cottbus weiterbefördern. Das Ballett des Staatstheaters Cottbus ist mehr denn je beliebt und aus der Kulturlandschaft der Stadt Cottbus und darüber hinaus nicht wegzudenken.

 

BTU Cottbus–Senftenberg - Max-Grünebaum-Preis 2020

Der mit 5.000 Euro dotierte Max-Grünebaum-Preis der BTU Cottbus-Senftenberg geht in diesem Jahr an Dr. Costanza Rodda. Sie wird damit für ihre Dissertation und für ihre herausragenden wissenschaftlichen Leistungen geehrt.

Die Doktorarbeit von Dr. Costanza Rodda hat „Schwerewellenabstrahlung von Strahlströmen im differentiell geheizten rotierenden Annulus Experiment“ zum Thema. Im Rahmen ihrer Untersuchungen beleuchtet Dr. Rodda die Frage, wie atmosphärische Schwerewellen mit einer Wellenlänge von 10 bis 100 Kilometer Wetter und Klima der Erde beeinflussen. Sie konzentriert sich dabei auf einen der bisher wenig verstandenen Aspekte: die Abstrahlung von internen Schwerewellen an atmosphärischen Strahlströmen und Wetterfronten. Diese Phänomene treten in mittleren Breiten auf. Obwohl viele Studien die Bedeutung dieser nicht orographischen Quellen belegen, sind die Mechanismen, die für die Wellenemission verantwortlich sind, noch nicht vollständig geklärt. Schwerewellen haben Einfluss auf Klimaschwankungen, aber auch auf das tägliche Wetter, insbesondere bei extremen Wetterphänomenen wie Starkregen, Stürme oder Hitzewellen. Außerdem können Schwerewellen Turbulenzen in der Atmosphäre mit schwerwiegenden Beeinträchtigungen für den Luftverkehr verursachen.

Für ihre Forschungen zu den Wechselwirkungen innerhalb eines komplexen dreidimensionalen Strömungsfeldes nutzte Dr. Costanza Rodda Laborexperimente mit zwei unterschiedlichen Versuchsaufbauten, die eine korrekte Interpretation grundlegender dynamischer Prozesse in einem vereinfachten und realistischen Szenario ermöglichen. Die vollständige Wiederholbarkeit und die gute Kontrolle über alle Parameter waren eine ideale Voraussetzung, um Parametrisierungen klimabezogener Prozesse zu testen und numerische Modelle und Theorien zu validieren.

Die Forschungen von Dr. Costanza Rodda erfolgten innerhalb der DFGForschungsgruppe MS-GWaves (Multiskalen-Dynamik von Schwerewellen). Die Forschungsgruppe bündelte zehn Forschungsinstitute, die sich zu einem interdisziplinären Konsortium zur Theorieentwicklung, Modellierung, Labor- und Feldmessung zusammengefunden haben. Die in dieser Zusammenarbeit erzielten Ergebnisse und das neue Verständnis für die Dynamik von Schwerewellen flossen in das Wetter- und Klimamodell ICON ein, welches vom Deutschen Wetterdienst genutzt wird. Das neue Wissen wurde für eine verbesserte Parametrisierung der in Atmosphärenmodellen nicht enthaltenen Schwerewellen verwendet.

Schwerewelleneffekte konnten so von der Entstehung bis zur Auflösung berücksichtigt werden. Dadurch werden wesentlich genauere Vorhersagen für die obere Atmosphäre und zuverlässigere Prognosen von Schwerewellen auch unter Bedingungen des Klimawandels möglich.

 

Max Grünebaum-Stiftung Cottbus

Der Tuchfabrikant und Cottbuser Ehrenbürger Max Grünebaum (1851- 1925) verband als erfolgreicher Unternehmer soziales Engagement und Mäzenatentum in vorbildlicher Weise und förderte zeitlebens das Cottbuser Theater. Wegen ihrer jüdischen Abstammung war für die Familie ein weiterer Aufenthalt in Deutschland nach 1933 nicht mehr möglich. Sie emigrierte nach England. Die Fabrik wurde im Dritten Reich zwangsarisiert. Die späteren Stifter brachten es in England zu höchsten beruflichen Erfolgen und Auszeichnungen für besonderes soziales Engagement.

In Erinnerung an das Wirken von Max Grünebaum in Cottbus errichteten die in England lebenden Enkel im Mai 1997 die Max Grünebaum-Stiftung, deren Anliegen es ist, die guten Beziehungen zwischen Cottbus und England weiter zu fördern. Um das Staatstheater Cottbus und die Brandenburgische Technische Universität Cottbus-Senftenberg zu unterstützen, verleiht die Stiftung jährlich an künstlerische und wissenschaftliche Nachwuchskräfte die Max-Grünebaum-Preise.

Red. / Presseinfo 

Bild: Marlies Kross

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