Cottbus Freitag, 21 August 2020 von Redaktion

Kanalsanierung in der Bautzener Straße auf der Zielgeraden

Kanalsanierung in der Bautzener Straße auf der Zielgeraden

Seit Anfang Juni gibt es in der Bautzener Straße in Cottbus eine intensive Bautätigkeit. „Wir sanieren hier mit großem Aufwand die letzten 230 Meter des Mischwasserkanals, der das gesamte Abwasser aus Cottbus-Sachsendorf, Gallinchen und Groß Gaglow aufnimmt und bis zur Kläranlage Cottbus leitet“, erläutert Jonas Krause, Technischer Leiter der LWG Lausitzer Wasser GmbH & Co. KG. Bereits seit 120 Jahren ist dieses Kanalsystem in Betrieb. So war es notwendig, die alten Betonrohre – immerhin mit der beachtlichen Innenhöhe von 1,35 m - Schritt für Schritt zu sanieren bzw. zu erneuern. „Seit 2017 arbeiten wir daran und investieren rund 2,1 Millionen Euro in eine zukunftssichere Abwasserentsorgung“, beschreibt der junge Mann die Bedeutung der Maßnahme. Alles in allem werden auf einer Länge von 830 Metern die Abwasserrohre erneuert sowie 50 Hausanschlüsse und 13 Schächte saniert.

Neue Trinkwasserleitungen und Anschlüsse

Dazu kommen noch neue Trinkwasserleitungen mit einer Gesamtlänge von 915 Metern sowie 73 modernisierte Hausanschlüsse und 13 Schieberkreuze. „Das ist noch einmal eine halbe Million Euro, die wir im Bereich Bautzener Straße seit 2017 in die Modernisierung des ebenfalls über 120 Jahre alten Trinkwasserleitungsnetzes investieren.“

Erstmals Flüssigboden genutzt

Ende Oktober sollen all diese Arbeiten in der Bautzener Straße planmäßig beendet sein. Allein 1,4 Millionen Euro kostet dieser dritte Bauabschnitt, der zwei Besonderheiten aufweist. „Zum ersten Mal wird auf einer LWG-Baustelle Flüssigboden als selbstverdichtender Verfüllbaustoff in großem Umfang eingesetzt“, erläutert Jonas Krause. Der Flüssigboden wird direkt auf der Baustelle aus dem der Baugrube entnommenen Boden hergestellt und nach der Rohrsanierung wieder ins Erdreich geleitet. Dort verteilt sich der moderne Verfüllbaustoff sehr gleichmäßig und schafft einen stabilen Unterbau für den neuen Kanal. Bei herkömmlichen Verfahren muss der Boden mechanisch verdichtet werden, was nicht nur deutlich aufwändiger ist, sondern auch deutlich breitere Baugruben erfordert.

Der direkt an der Baustelle hergestellte Flüssigboden dient als selbstverdichtender  Verfüllbaustoff um die großen Rohre des Mischwasserkanals herum. (Foto: LWG)

Eine weitere Besonderheit ist die besondere Ableitung des Abwassers während der Bauzeit mittels einer großen Heberanlage. „Deren Vorteil ist, dass nach der Inbetriebnahme sofort das physikalische Prinzip wirkt. Das erspart große Pumpentechnik, zusätzlichen Energieaufwand und hohe Vorhaltungskosten – zum Nutzen aller“, so der Technische Leiter der LWG.

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