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Cottbus Samstag, 26 Januar 2019 von Redaktion

Initiative "Butterfly Project" zum Holocaust an Cottbuser Schule gestartet

Am 25.01.2019 ist an der bewegten Grundschule in Cottbus das "Butterfly Project" gestartet. 150 Keramik-Schmetterlinge zieren nun das Schulgebäude in der Straße der Jugend. Sie sollen an 150 jüdische Kinder, die während der NS-Zeit dem Holocaust zum Opfer fielen, erinnern. Schüler der Schule beschäftigten sich im Vorfeld mit den Biografien der Kinder. Familie Schindler, Nachfahren der Cottbuser Familie Schindler um Max und Albert Schindler, die den Holocaust überlebten, Benjamin, Rachela und Cäcilie Schindler in Theresienstatt und im KZ-Stutthof (Polen) zu Tode kamen, waren heute mit vor Ort, um der Zeremonie beizuwohnen. (Titelvideo)

Die Schule ist die erste Schule in Deutschland, die dieses Projekt durchführt, wie Anja Lehnigk, Schulleiterin bemerkt. Weltweit gibt es bereits über 200.000 bunte Keramikschmetterlinge an Schulgebäuden, sie sollen an die getöteten jüdischen Kinder während des Holocausts erinnern. Insgesamt fielen 1,5 Millionen jüdische Kinder den Nazis zum Opfer. Mit anwesend war heute auch Oberbürgermeister Holger Kelch, der anerkennende Worte für das Projekt fand, aber auch auf den wieder wachsenden Antisemitismus aufmerksam machte und sich freute, dass Cottbus hinschaut anstatt wegzuschauen. Auch Vertreter der Erich-Kästner Grundschule und der Sportschule waren da, um sich direkt über das Projekt zu informieren. 

Anja Lehnigk erklärte im Videointerview die Herangehensweise mit den Kindern, die laut ihrer Aussage sehr emphatisch und mitfühlend auf die Biografien reagierten. Nach einem Programm in der Aula der Schule folgte die feierliche Enthüllung der Keramik-Schmetterlinge an der Schulaussenwand. Das Projekt soll auch an der Schule selbst weitergeführt werden. Familie Schindler zeigte sich dankbar und bewegt, sie brachten die Idee zu "Butterfly Project" mit über den Atlantik, in San Diego wurde es im Jahre 2006 initiiert. 

Gedenkveranstaltungen in Südbrandenburg

An vielen Orten in Südbrandenburg finden in diesen Tagen weitere Veranstaltungen und Aktionen rund rum das Gedenken an die Opfer des Holocaust statt. In Schwarzheide findet am Freitag eine öffentliche Kranzniederlegung am Ehrenmal in der Schipkauer Straße statt. Unter anderem wird Landrat Siegurd Heinze eine Rede halten, Schüler des Friedrich-Engels-Gymnasiums beteiligen sich mit einem Gedichtvortag (mehr dazu). In Brandenburgs einziger Synagoge in Cottbus findet am Sonntag eine öffentliche Gedenkveranstaltung unter dem Motto "Niemals wieder" statt. Ab 15 Uhr wird dabei gemeinsam an die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz-Birkenau erinnert, ebenso gibt es die Möglichkeit, sich über die Geschehnisse auszutauschen.

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