Landkreis
Cottbus Sonntag, 06 Juli 2008 von Helmut Fleischhauer

Der lange Abschied von Lakoma

Der lange Abschied von Lakoma

Fünfundzwanzig Jahre dauerte der Widerstand gegen den Verlust von Lakoma und der Teichlandschaft. Etwa 150 bis 200 Menschen folgten heute Nachmittag der Einladung verschiedener Initiativen zu einer Wanderung und einer Freiluft-Andacht auf der Alten Poststrasse zum Gedenken an Lakoma.

Nach der letzten Fahrt der Postkutsche (Siehe extra Bericht) erinnerten die Bundestagsabgeordnete Cornelia Behm (Bündnis90/Die Grünen) und die Landtagsabgeordnete Carolin Steinmetzer-Mann (Die Linke) daran, dass mit Lakoma der Widerstand gegen neue Tagebaue nicht beendet ist.

Lakoma oder Lacoma musste dem Braunkohle-Tagebau Cottbus-Nord weichen. Der überwiegende Teil der Bewohner wurde bereits vor 1989 umgesiedelt. Bis 1992 stand das Dorf weitgehend leer. Dann wurde es von Umweltaktivisten besetzt. 2003 ließ Vattenfall das Dorf durch die Polizei räumen und gleich darauf durch eine Baufirma alle bis auf zwei Häuser abreißen.

Die Lakomaer Teiche wurden 2003 durch die brandenburgische Landesregierung als Fauna-Flora-Habitat (FFH) an die EU gemeldet.

Nachdem das Eilverfahren der gegen die Abbaggerung des Gebietes klagenden Umweltverbände abgewiesen wurde und eine Entscheidung im Hauptverfahren erst nach der Zerstörung des FFH-Gebietes in Aussicht war, besetzten Aktivisten der Umweltschutzorganisation Robin Wood das Gebiet. 

Diese Besetzung wurde am 28. September 2007 durch einen von Vattenfall engagierten Sicherheitsdienst gewaltsam beendet. Unmittelbar danach begann die Abholzung des FFH-Gebietes.

Ein langer Abschied von Lakoma .....
Wieder sollen Einwohner der Niederlausitz ihre Heimat verlieren. Wieder sollen alte, gewachsene Dörfer und wunderbare Landschaften den Baggern zum Opfer fallen.

Unter den Teilnehmern waren ehemalige Bewohner von Lakoma, Mitglieder von Initiativen, die gegen der Verlust der Lakomaer Teichlandschaft gekämpft haben, Betroffene aus Schenkendöbern (die Orte Grabko, Atterwasch und Kerkwitz sollen dem Tagebau Jänschwalde Nord weichen), Vertreter der “Klinger Runde”, der sächsische Landtagsabgeordnete der Linken Hajko Kozel (Heiko Kosel), das Ehepaar Domain aus dem bereits verschwundenen Dorf Horno, Klaus Hugler aus Potsdam, die Bundesgeschäftsführerin der GRÜNEN LIGA, Katrin Kusche und Pfarrer Ingolf Kschenka aus Forst-Noßdorf, der die Andacht hielt.

Die Wanderung führte die Alte Poststrasse entlang und dann um die Teiche von Lakoma, die noch Wasser führen. Von den Teichen ging es wieder zur Alten Poststrasse, auf der Kaffee, Kuchen und Getränke auf die Wanderer warteten.

Interessierte konnten am von Robin Wood organisierten Schnupper-Baumklettern teilnehmen.

Nach der Andacht gab es Zeit zum Kennenlernen und zum Erfahrungsaustausch.

Foto 1: Auf der Alten Poststrasse

Foto 2: Cornelia Behm

Foto 3: Hajko Kozel (links) und Carolin Steinmetzer-Mann

Foto 4: Alte Poststrasse - Egbert Piosik (Klinger Runde - mitte, stehend am Tisch), Ingolf Kschenka

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