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Brandenburg Freitag, 27 August 2021 von Redaktion

Verbraucherzentrale warnt vor Zuckeralternativen

Verbraucherzentrale warnt vor Zuckeralternativen

Zuckeralternativen bieten keine gesundheitlichen Vorteile, sind teuer und haben aufgrund der langen Transportwege oft auch eine schlechtere Klimabilanz als der herkömmliche Haushaltszucker. Dies teilte die Verbraucherzentrale Berlin-Brandenburg nun mit und gibt eine klare Empfehlung: Weniger Zucker ist die beste Alternative.

Die Verbraucherzentrale Berlin-Brandenburg teilt dazu mit:

Haushaltszucker gilt als Mitverursacher von Krankheiten wie Karies, Übergewicht oder Diabetes. Auf der Suche nach anderen Möglichkeiten stoßen Verbraucher:innen im Handel auf ein großes Angebot: von Kokosblütenzucker über Agavendicksaft bis hin zu Stevia. Zuckeralternativen liegen im Trend, sind aber kein sinnvoller Ersatz. Sie sind teurer und haben eine schlechtere Klimabilanz als Haushaltszucker. Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) empfiehlt: lieber weniger süßen.

Zuckeralternativen: keine gesundheitlichen Vorteile, dafür teurer und meist mit hohem CO2-Fußabdruck

Der Handel bietet eine Vielzahl an Produkten, die herkömmlichen Haushaltszucker ersetzen sollen. Anbieter:innen bewerben natürliche Zuckeralternativen wie Kokosblütenzucker und Agavendicksaft häufig als gesünder, da sie geringe Mengen an Vitaminen und Mineralstoffen enthalten. „Um aus den wenigen guten Nährstoffen einen positiven Nutzen für die Gesundheit zu ziehen, müssten Verbraucher:innen diese Zuckeralternativen kiloweise verzehren“ sagt Carola Clausnitzer, Verbraucherberaterin für Lebensmittel und Ernährung bei der VZB.

Sie sind auch um ein Vielfaches teurer als gewöhnlicher Haushaltszucker, den Verbraucher:innen bereits für 0,79 Euro pro Kilo kaufen können. Für Kokosblütenzucker, der häufig nur in Bio-Qualität angeboten wird, muss man mit einem Kilopreis von 14 bis 25 Euro rechnen. Bezogen auf die Klimabilanz schneiden die Zuckeralternativen ebenfalls schlechter ab: Viele von ihnen werden in technologisch aufwendigen Verfahren hergestellt oder haben lange Transportwege hinter sich, bevor sie in den heimischen Supermarkt- und Drogerieregalen ankommen. So ist Kokosblütenzucker zwar weniger stark verarbeitet als herkömmlicher Haushaltszucker, stammt aber aus Südostasien. Der Transport verbraucht mehr Energie, als bei Haushaltszucker anfällt, der in der Regel aus europäischen Zuckerrüben hergestellt wird.

Birkenzucker (Xylit) und Erythrit – aus pflanzlichen Rohstoffen, aber nicht natürlich

Die Bandbreite von synthetisch hergestellten Süßungsmitteln wie beispielsweise Birkenzucker (Xylit), Erythrit und Steviolglycosid (Stevia) reicht von leicht kalorienreduzierten bis hin zu komplett kalorienfreien Produkten, die zwar keinen Einfluss auf den Blutzuckerspiegel haben. Jedoch sind auch diese Produkte für die meisten Menschen keine gute Zucker-Alternative: Erythrit und Xylit sind 10- bis 40-mal so teuer wie die hinsichtlich der Süßkraft vergleichbare Menge Haushaltszucker. Zudem sind es keine „natürlichen“ Süßstoffe. Für Diabetiker:innen kann es aber durchaus in Frage kommen, normalen Zucker in Maßen durch Süßungsmittel zu ersetzen.

Hohen Zuckerkonsum reduzieren

„Eines haben alle Zuckeralternativen gemeinsam – sie trainieren die Geschmacksnerven auf süß“, so die Expertin. Daher: „Grundsätzlich empfehlen wir Verbraucher:innen, lieber weniger als mit vermeintlich gesünderen Alternativen zu süßen“, so Clausnitzer. Rund 34 Kilogramm Zucker isst jede:r Deutsche durchschnittlich pro Jahr. Das sind täglich circa 100 Gramm und damit viermal mehr als die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt. Häufiger Zuckerkonsum – egal ob in Form von Haushaltszucker oder alternativen zuckerhaltigen Produkten – kann unter anderem zu Karies sowie Übergewicht führen.

„Zucker enthält Kalorien, aber keine lebenswichtigen Nährstoffe wie beispielsweise Vitamine, Mineralstoffe und Ballaststoffe. Wer nach und nach den Zuckerzusatz reduziert, gewöhnt sich schrittweise die meist über viele Jahre antrainierte Vorliebe für stark gesüßte Speisen wieder ab“, so die Beraterin. Neben Süßigkeiten enthalten häufig auch Fertiggerichte wie Pizza oder Fruchtjoghurts viel Zucker. Der Blick in die Zutatenliste und die Nährwerttabelle auf der Verpackung hilft bei der bewussten Kaufentscheidung zuckerarmer Lebensmittel.

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Red. / Presseinfo 

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