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Brandenburg Montag, 24 Juni 2019 von Anna Rose

Annas Gedankenwelt: Kritik(un)fähig

Annas Gedankenwelt: Kritik(un)fähig

Eine klitzekleine Kritik oder ein falsches Wort und dein Gegenüber startet durch. Eine Situation, die bestimmt jeder schon einmal erlebt hat.  Oder man selbst sieht in jeder Kritik etwas Böses. Immer ist man der\die Blöde und alles macht man falsch.

Egal ob Beziehung, Freundschaft oder im Job. Irgendwann muss jeder einmal Kritik einstecken. Aber warum muss das immer gleich in einem Drama enden? Und warum fühlt man sich immer gleich persönlich angegriffen? Wenn wir kritisiert werden, klingt es erstmal schroff und manchmal drückt sich der „Kritiker“ auch nicht gerade sehr taktvoll aus. Worte verletzen und was erst einmal gesagt ist, ist gesagt.  Man kann Gesagtes nicht einfach so wieder zurücknehmen, sondern kann nur versuchen zu erklären, wie man es meint.  Aber das stößt dann oft auf taube Ohren und man hört nur noch das, was man hören will. Man trennt sich, ohne dass man sich ausgesprochen hat.

Viel Zeit vergeht und immer wieder lässt man sich die Worte des Anderen durch den Kopf gehen. Wir stellen oft fest, dass das Gesagte vielleicht gar nicht so schlimm war, wie es sich im ersten Moment angefühlt hat. Hin und her überlegt, was jetzt am besten zu tun ist. Rufe ich an? Suche ich das Gespräch? Sollte ich mich vielleicht auch entschuldigen? Das Gespräch zu suchen, ist wohl am sinnvollsten in dieser Situation. Immerhin hatte man ja genug Zeit, um über die Kritik nachzudenken. Meist stellt man sogar fest, dass die Kritik auch angebracht war. Vielleicht nicht so hart, wie sie rüberkam, aber im Kern schon. Äußere deine Gedanken und sage, dass es dich verletzt hat, aber zieht beide auch einen positiven Schluss daraus. Nicht immer ist Kritik nur negativ zu bewerten. Und auch eine kleine Geste der Entschuldigung ist angebracht. Wenn Kritik geäußert wird, sollte man vorher auch darüber nachdenken, wie man sie am besten rüberbringt, ohne seinen Gegenüber zu verletzen. Es ist nicht schlimm, was man sagt, sondern wie man es sagt. Gib deinem Gegenüber auch Zeit darüber nachzudenken. Und wenn du andere kritisierst, solltest auch du in der Lage sein, damit genauso umzugehen, wie du es von deinem Gegenüber erwartest. Nichts ist schlimmer als immer auszuteilen und nicht einstecken zu können. Das ist aber meiner Erfahrung nach viel zu oft der Fall. Das scheut Menschen davor, Kritik zu äußern. Im schlimmsten Fall wird dann hinter dem Rücken des Anderen getratscht. Teilt aus, aber steckt auch ein. Aber am wichtigsten, redet darüber!

Eure Anna Rose

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