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Brandenburg Mittwoch, 08 Januar 2014 von Benjamin Andriske

Jürgen Maresch: Kein Polizist in diesem Land glaubt der Politik auch nur noch ansatzweise etwas.

Jürgen Maresch: Kein Polizist in diesem Land glaubt der Politik auch nur noch ansatzweise etwas.

"Das nun auch meine Partei erkennt, dass die Polizeireform an sich dringend überarbeitet werden muss macht mich optimistisch und freut mich." sagt Polizist und Landtagsabgeordneter Maresch. "Viele Mitarbeiter in der Polizei dürften sich fragen, wie sich der Prozess der Gewinnung solcher Erkenntnisse, zumindest in Zukunft, beschleunigen und effektiver gestalten läßt. Die 2010 eingeleitete Strukturreform der Polizei hat die zukünftige Personalstärke der Polizei strikt an der prognostiziert sinkenden Einwohnerzahl Brandenburgs und geringeren finanziellen Mitteln aufgrund des Wegfalls von Geldern aus dem Solidarpakt orientiert. Die in Umsetzung begriffene Strukturreform – seit der Jahrtausendwende bekanntlich bereits die zweite – sorgt für horrend hohe Fehlzeiten und massiven Motivationsverlust bei Polizisten auf allen Ebenen." hatte der PyBlog berichtet.
"Tragisch an dieser Situation sind zwei Dinge. Erstens, erst der politische Druck durch anstehende Wahlen und nicht die jahrelangen Empfehlungen und Warnungen von Fachleuten hat für ein Umdenken und Einschwenken der Entscheider auf der politischen Ebene gesorgt. Zweitens, diese Reform hat vieles zerstört, was nicht einfach wieder geflickt oder aufgebaut werden kann, indem man – notgedrungen – mehr Geld in die Hand nimmt. Persönliche Werte, Motivation, Gesundheit, fachliche Kompetenz, bewährte Strukturen in der Polizei und – nicht zuletzt – das Vertrauen in Polizei, Rechtsstaatlichkeit und Rechtssicherheit bei Bürgern und Unternehmen.Kein Polizist in diesem Land glaubt der Politik auch nur noch ansatzweise etwas." fasst der PyBlog sein Fazit zusammen.

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