Wirtschafts- und Europaminister Ralf Christoffers hat an das Unternehmen Vattenfall appelliert, „durch eine transparente Informationspolitik dafür zu sorgen, dass für Spekulationen kein Raum bleibt“. Vattenfall hatte im Juli angekündigt, den Konzern zum 1. Januar 2014 in die Unternehmenseinheiten Skandinavien und Kontinentaleuropa/Großbritannien aufzuteilen. In dem Zusammenhang hatte es Spekulationen über einen Verkauf von Unternehmensteilen gegeben. Minister Christoffers hatte sich daraufhin an die Vattenfall-Konzernleitung gewandt und sich die angekündigte Unternehmensumstrukturierung und deren Bedeutung für Brandenburg erläutern lassen. Über die Gespräche informierte Christoffers gestern in der Sitzung des Kabinetts.
Es ist vom Unternehmen Vattenfall versichert worden, dass es über die öffentlich kommunizierte Aufteilung des Konzerns in die Unternehmenseinheiten Skandinavien und Kontinentaleuropa/Großbritannien bisher keinerlei weitere strategische Entscheidungen zur Unternehmensstruktur gebe, sagte Christoffers. Vertreter der Konzernleitung hätten betont, dass auf absehbare Zeit weder Entscheidungen bevorstünden, Unternehmensteile zu veräußern, noch werde derzeit mit potenziellen Partnern verhandelt. Vattenfall stehe weiter zu seiner Verantwortung für die Region. Die Auswirkungen der Umstrukturierung auf die Lausitzer Braunkohlewirtschaft seien laut Vattenfall eher gering einzuschätzen. Nicht zu leugnen seien jedoch die durch die deutsche Energiewende, die Entwicklung des europäischen Energiebinnenmarktes und die wirtschaftliche Lage in Europa hervorgerufenen Unsicherheiten und Geschäftsrisiken für Vattenfall, so wie auch für andere Energieversorger, welche auch auf absehbare Zeit bestehen bleiben würden. Vor diesem Hintergrund wurde ein enger offizieller Informationsaustausch vereinbart.
Minister Christoffers bekräftigte seine Auffassung, dass die Braunkohleverstromung als Brückentechnologie der Energiewende noch für längere Zeit erforderlich sein werde: „Gerade die jüngsten Entwicklungen auf den Energiemärkten – wozu auch die hohe Auslastung der Braunkohlekraftwerke in der Lausitz im Jahr 2012 gehört – bestätigen, dass wir mit unserer ,Energiestrategie 2030‘ richtig liegen. Ich erwarte jedoch, dass Vattenfall seine Zukunftspläne für die Aktivitäten in Brandenburg frühzeitig und transparent kommuniziert und sich das Unternehmen aktiv in die für 2015 vorgesehene Überprüfung unserer energiepolitischen Strategie einbringt. Bis zu diesem Zeitpunkt erwarte ich, dass verlässlicher als gegenwärtig das Strommarktdesign der Energiewende, die Vernetzung von fossilen und erneuerbaren Energien zur Sicherung von Versorgungssicherheit und die absehbaren Kostenstrukturen sowie ihre Finanzierung eingeschätzt werden können. Gerade die Vattenfall-Beschäftigten und die Bewohner in der Lausitz, die sich teilweise ihr ganzes Leben lang mit den Auswirkungen der Braunkohleförderung arrangieren müssen, haben ein Recht auf klare Aussagen zum frühestmöglichen Zeitpunkt, damit sie ihre und die Zukunft ihrer Familien gestalten können.“
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Wegen der großen Resonanz feiert die Inszenierung von Shakespeares "Othello/Die Fremden" ein Comeback in Weißwasser und war im vergangenen Jahr...