27. September 2015, mal wieder Kaiserwetter im Radoval, auch liebevoll Hexenkessel von Forst genannt. Was sonst? Wenn der PSV Forst zum spannenden Steherrennen einlädt ist gutes Wetter schon fast eine Garantie.
Spannend war es am Sonntag ab 14.00 Uhr und zugleich frühlingshaft. Knapp 2000 Zuschauer kamen ins Rennoval um neben dem großen Herbstpreis der Steher den Abschied von Florian Fernow zu erleben. Emotional ging es dabei her, denn Florian war seit einigen Jahren auch ein Lieblingsfahrer der Forster. Immer gut gelaunt und charmant durften ihn die Forster erleben und somit war es Florians Wunsch auf seiner Lieblingsrennbahn sein Radsportende bei einer Distanz über 30 Kilometer fahren zu dürfen. So manche Träne versteckte sich hinter dem Knopfloch, denn Frank Schneider ehrte den Fahrer noch einmal mit seinen eigenen Worten. Und wenn Frank spricht, dann kommt es immer aus tiefstem Herzen.
Florian gab bei seinem Rennen noch einmal alles und siegte am Ende in seinem Lauf hinter seinem Schrittmacher Peter Bäuerlein, diesen würdigen Abschied hat er sich mehr als verdient. Die Zuschauer gaben Standing Ovations, was für ein Tag.
Steffen Kaiser hinter Udo Becker belegte den 2. Platz, der 3. Platz ging an Marcel Kuban hinter Andre Dippel. Die Zeit für die 30 Runden betrug 28,19 Minuten.
Nebenher erklangen frisch beschwingte Melodien der Saspower Dixieland Stompers aus Cottbus. Die Cheerleader von Showcrabattes aus Cottbus tanzten dazu mit ihren weißen Puscheln. Hier passte einfach alles.
Die große Strecke über 50 km und somit in unglaublichen 125 Runden zu fahren, gewann der deutsche Vizemeister und Forster Franz Schiewer hinter Schrittmacher Gerd Gässler. Der 2. Platz ging an Stefan Schäfer hinter Peter Bäuerlein und den 3. Platz erkämpfte sich Guiseppe Atzeni wie gewohnt hinter Andre Dippel.
Dieses Rennen verlief von Beginn an als Krimi der Extraklasse, denn nicht nur Stefan Schäfer musste Materialschaden anzeigen. Stefan hatte zwei Radpannen und mußte einmal sogar das Rad wechseln. Es kostete unglaublich viel Kraft sich dann wieder ins Rennen einzufinden. Aber die Forster wären nicht die Forster wenn sie dieses kleine Unglück nicht moralisch unterstützen würden. Stefan wurde natürlich besonders angefeuert als er erneut im Sattel saß und sich seine Position zurück erkämpfte. Ein Nervenkitzel bot auch noch Frank Schneider, denn er sagte, er falle bei soviel Spannung bald aus seiner Sprecherkabine – alle Augen gingen sofort automatisch in Richtung Sprecherturm und wer Frank in den vielen Jahren auf der Forster Rennbahn erlebt hat, weiß, das dies irgendwann einmal Tatsache geschehen könnte… ich glaube, wie kennen keinen anderen Sprecher, der mit so viel Herzblut Sprecher bei einem solchen Sportereignis moderiert.
Das große Rennen wurde in einer Rundendurchschnittsgeschwindigkeit von 72 km/h gefahren, ein neuer Rekord für dieses Rennen. 45 Minuten dauerten die 125 Runden. Erstaunlich immer wieder, das die Jungs am Ende noch so frisch vom Rad steigen können. Eine solche Distanz zu fahren schaffen aber nicht alle. Robert Förster musste das Rennen abbrechen.
Zu Franz Schiewer kann man nur sagen: er kam, sah und siegte. Von diesem, für die Forster Bahn, neuem Rennfahrer wird wohl noch so einiges zu erwarten sein. Es kommt ja nicht alle Tage vor, das ein neuer Fahrer alle alten Hasen so souverän vom Feld fegt.
Somit war es wieder ein spannender Renntag, an welchem man sich mit der Familie oder Freunden im Rennoval eingefunden hat. Freuen wir uns auf eine neue Rennsaison, an welchem erstmalig am 16.- 18.09.2016 das 9. Reit- und Springturnier mit dem großen Herbstpreis der Steher verbunden sein wird. Vorher gibt es zu Pfingsten 2016 natürlich wieder das inzwischen traditionelle Dernyrennen und den 6. Großen Pfingstpreis der Steher. Am 16.-17. Juli 2016 findet die deutsche Meisterschaft der Steher statt. Diese kommt nach 15 Jahren erstmalig zurück.
Nach dem Rennen ist vor dem Rennen, in diesem Sinne, bleibt alle gesund und habt eine schöne Zeit.






