Die Wirtschaft in Südbrandenburg hat sich im Herbst leicht gefangen, blickt aber pessimistisch nach vorn. Das zeigt die Konjunkturumfrage der IHK Cottbus. 28 Prozent der Unternehmen melden eine gute Lage, doch ein Drittel rechnet mit schlechteren Geschäften.
Geschäftslage in Südbrandenburg leicht verbessert
Nach der aktuellen Konjunkturumfrage der Industrie- und Handelskammer (IHK) Cottbus bewerten 28 Prozent der befragten Unternehmen ihre Geschäftslage als gut. 55 Prozent sehen ihre Geschäfte auf gleichbleibendem Niveau, 17 Prozent verzeichneten im vergangenen halben Jahr ungünstige Geschäfte. Der Saldo aus guten und schlechten Bewertungen liegt damit laut IHK-Konjunkturbericht bei plus elf Prozentpunkten.
Im Frühsommer hatte die Kammer noch vor Stillstand in der Südbrandenburger Wirtschaft gewarnt. Damals war der Saldo zur Geschäftslage von 23 auf nur noch 4 Prozentpunkte gefallen.
Für die kommenden Monate rechnet genau ein Drittel der Unternehmen mit schlechteren Geschäften, nur elf Prozent erwarten eine Verbesserung. Der Erwartungssaldo liegt bei minus 22 Prozentpunkten. Keine Branche erwartet derzeit eine spürbare Belebung, Investitions- und Beschäftigungsabsichten sind nach Angaben der IHK nur gering.
IHK Cottbus fordert Entlastungen bei Energiepreisen
„Die Ergebnisse zeigen, wie groß die Verunsicherung in der Wirtschaft weiterhin ist. Besonders Industrie und Handel stehen unter erheblichem Druck. Hohe Kosten und eine schwache Nachfrage bremsen die Unternehmen – wichtige Investitionen werden verschoben oder ganz gestrichen. Ohne bessere Rahmenbedingungen wird aus der leichten Stabilisierung kein nachhaltiger Aufschwung“, sagt André Fritsche, Hauptgeschäftsführer der IHK Cottbus.
„Jetzt müssen den Ankündigungen konkrete Entscheidungen folgen. Die Bundesregierung sollte die im Koalitionsvertrag vereinbarten Vorhaben verlässlich umsetzen und das Programm für Aufschwung und Beschäftigung zügig auf den Weg bringen. Unabhängig davon ist die angekündigte Stromsteuersenkung auf alle Unternehmen auszuweiten. Die Wirtschaft braucht wettbewerbsfähige Energiepreise und spürbare Entlastungen – nicht irgendwann, sondern jetzt“, so Fritsche.
Bau und Gastgewerbe tragen die leichte Erholung
Gestützt wird die Erholung vor allem vom Bau. 48 Prozent der befragten Bauunternehmen bewerten ihre Lage als gut, 37 Prozent berichten von höheren Auftragseingängen. Im Wohnungsbau lagen die Umsätze im ersten Halbjahr laut amtlicher Statistik 18,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. Die Erwartungen bleiben dennoch verhalten, weil Kraftstoffe, Baumaterialien und Arbeit teurer geworden sind.
Das Gastgewerbe profitierte von einer erfolgreichen Sommersaison. Beherbergungsbetriebe bleiben zuversichtlich, Gastronomen rechnen dagegen mit geringeren Einnahmen. Bei den Dienstleistern hat sich die Lage stabilisiert, wobei die privatbezogenen Dienstleister merkliche Einbußen verzeichnen.
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In der Industrie bewerten 23 Prozent der Betriebe ihre Lage als schlecht, 45 Prozent melden Auftragsrückgänge. Die Industrieumsätze lagen im ersten Halbjahr laut amtlicher Statistik 6,2 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Im Handel fehlt ebenfalls die Nachfrage: 58 Prozent der Großhändler und 70 Prozent der stationären Einzelhändler berichten von Umsatzrückgängen. Laut IHK ist im Handel mit Personalabbau zu rechnen.
Energiepreise bleiben das größte Geschäftsrisiko
Im Risikoradar der Konjunkturumfrage stehen die Energie- und Rohstoffpreise mit 76 Prozent wieder an der Spitze. Es folgen die wirtschaftspolitischen Rahmenbedingungen (65 Prozent), Arbeitskosten (57 Prozent), Inlandsabsatz (44 Prozent) und Fachkräftemangel (43 Prozent). Finanzierung (13 Prozent), Auslandsabsatz (9 Prozent) und Extremwetterereignisse (4 Prozent) folgen mit Abstand.
Zur Herbstumfrage gehörte auch eine Zusatzfrage der vier Kammern aus Berlin und Brandenburg. Danach spürt fast jeder zweite Betrieb Folgen von Extremwetter. Den ausführlichen Branchenüberblick der Konjunkturumfrage veröffentlicht die IHK Cottbus auf ihrer Internetseite.
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Red. / Presseinformation
















