Elektrische Flugzeugantriebe und Hochtemperatur-Wärmepumpen für die Industrie: Daran forschen zwei DLR-Institute in Cottbus. Mit dem Forschungscampus im Lausitz Science Park sollen sie wachsen, das Luftfahrt-Institut von 130 auf 150 Beschäftigte, das Industrieprozesse-Institut in Cottbus und Zittau von 88 auf 120.
HepCo-Halle testet elektrische Flugzeugantriebe
Das DLR-Institut für Elektrifizierte Luftfahrtantriebe erforscht stärker elektrifizierte, hybrid-elektrische und vollelektrische Antriebe für Flugzeuge. „Ziel ist es, zukunftsfähige Antriebssysteme für die nächste Generation von Luftfahrzeugen zu entwickeln und so den Ausstoß von Emissionen deutlich zu reduzieren“, schreibt das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) auf Anfrage von NIEDERLAUSITZ aktuell.
In der Versuchsumgebung HepCo (Hybrid Electric Propulsion Cottbus) im Lausitz Science Park werden Komponenten elektrischer und hybridelektrischer Flugzeugantriebe sowie ganze Antriebsarchitekturen unter realen Bedingungen getestet. Dazu gehören Komponenten- und Systemprüfungen, Tests zur elektromagnetischen Verträglichkeit, Thermalmanagementtests und akustische Tests an Elektromotoren. Die HepCo-Halle hatte das DLR im November 2023 eröffnet.
Luftfahrt-Partner sitzen meist außerhalb der Lausitz
Perspektivisch richtet sich das Institut auf Leistungsklassen bis hin zu großen Verkehrsflugzeugen aus. „Das Luftfahrtgeschäft ist überregional, tendenziell eher auch europäisch aufgestellt“, heißt es vom DLR. Zu den deutschen Partnern in der Antriebstechnik zählen MTU, Airbus Deutschland und Rolls-Royce Deutschland, die nicht alle in der Lausitz angesiedelt sind. Auch kleinere Firmen der allgemeinen Luftfahrt in Brandenburg wie RS.Aero in Schönhagen sitzen nicht direkt in der Region. In Verbundprojekten will das DLR-Institut mit Industriepartnern daran arbeiten, deren Komponenten für elektrifizierte Antriebe und später auch ganze Antriebssysteme national oder europäisch auf den Markt zu bringen.
Wärmepumpe CoBra arbeitet in Cottbus mit Luft als Medium
Das zweite DLR-Institut, das Institut für CO2-arme Industrieprozesse, hat die Dekarbonisierung der Industrie im Blick. Es geht um weniger Kohlendioxid in Branchen wie der Papier- und Lebensmittelherstellung oder der Aluminiumproduktion. Dazu gehört auch, Kohlekraftwerke in CO2-arme Energielieferanten umzuwandeln. Geleitet wird das Institut seit August von André Thess.
Das Institut hat zwei Standorte. In Cottbus sitzen die Abteilungen Simulation und Virtuelles Design sowie Hochtemperatur-Wärmepumpen. Geforscht wird hier an der Anlage CoBra, kurz für Cottbuser Brayton-Prozess, die mit Luft als Arbeitsmedium arbeitet. In Zittau gibt es die Abteilung Kohlenstoffarme Reduktionsmittel und ebenfalls eine Abteilung für Hochtemperatur-Wärmepumpen. Dort steht die Anlage ZiRa (Zittau Rankine-Prozess), die mit Wasserdampf arbeitet. „Beide Standorte arbeiten eng miteinander zusammen“, so das DLR.
Industrie-Institut nennt SIK Peitz und Progroup als Partner
Ein weiterer Schwerpunkt ist laut DLR der Technologietransfer mit regionalen Industriepartnern und die Zusammenarbeit mit Forschungseinrichtungen. Das Institut für CO2-arme Industrieprozesse nennt als Partner Lorenz, die Sanddorn GmbH Herzberg, SIK Peitz, Progroup und die Kompressorenbau Bannewitz GmbH. Mit SIK Peitz und Progroup arbeitet das DLR etwa im Forschungsprojekt MoWiE zusammen, in dem ein Hochtemperatur-Latentwärmespeicher für das Kraftwerk von Progroup in Eisenhüttenstadt entsteht.
DLR-Institute in Cottbus wollen weitere Stellen schaffen
Beim Institut für CO2-arme Industrieprozesse arbeiten derzeit 50 Beschäftigte in Cottbus, an beiden Standorten zusammen sind es 88. Im Endausbau sollen es 120 Mitarbeitende sein. Offene Stellen gibt es dort nach DLR-Angaben derzeit keine. Das Institut für Elektrifizierte Luftfahrtantriebe beschäftigt aktuell 130 Mitarbeitende, geplant sind 150. Seine ausgeschriebenen Stellen stehen im Stellenportal des DLR. Welche Berufe gesucht werden und ob ausgebildet wird, ließ das DLR in seiner Antwort offen.
VollzeitBewerbung bis 28.2.Geschäftsbereichsleiter Restraumgestaltung (m/w/d)GMB GmbH · DissenchenZur Stelle →Alle 282 Stellen in Südbrandenburg →Beim Spatenstich für den Forschungscampus Anfang Oktober hatte Lars Enghardt, Direktor des DLR-Instituts für Elektrifizierte Luftfahrtantriebe, beim DLR mit insgesamt rund 300 Arbeitsplätzen gerechnet, davon etwa 250 in Cottbus. Für das Industrieprozesse-Institut, das sich etwa zur Hälfte auf Cottbus und Zittau verteilt, nannte er 100 bis 150 Stellen. Mit dem Neubau wolle das DLR auch Studierende überzeugen, dass sich in Cottbus ein Studium und eine wissenschaftliche Laufbahn lohnen, und sie später für die Forschungsinstitute gewinnen, sagte Enghardt im Video-Interview mit NIEDERLAUSITZ aktuell. Das gemeinsame Bürogebäude beider Institute soll 2030 bezogen werden. NIEDERLAUSITZ aktuell stellt die fünf Häuser des Campus in einer Reihe vor, zuletzt ging es um das Fraunhofer IPMS und die IKTS-Projektgruppe.
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