Weniger Betriebe, schwankende Ernten und hoher Kostendruck: Der neue Landwirtschaftsbericht des Landkreises Elbe-Elster für die Jahre 2023 bis 2025 zeigt, wie sich die Branche verändert. Die Zahl der Betriebe mit Direktzahlungen sank von 376 auf 346.
Erarbeitet hat den Landwirtschaftsbericht das Sachgebiet Landwirtschaft im Amt für Veterinärwesen, Lebensmittelüberwachung und Landwirtschaft der Kreisverwaltung. Die Mitarbeiter werteten dafür Zahlenmaterial aus der Agrarverwaltung aus, anonymisierten es und verglichen die drei Jahre miteinander. Der Bericht richtet sich an die Politik, an landwirtschaftliche Unternehmen und an alle Interessierten. Die Kreisverwaltung erstellt ihn in der Regel zweimal je Wahlperiode des Kreistages.
Rund 89.700 Hektar Agrarfläche in Elbe-Elster
Die landwirtschaftlich genutzte Fläche blieb weitgehend stabil. Von 2023 bis 2025 verringerte sie sich um rund 527 Hektar auf etwa 89.700 Hektar. Rund 73 Prozent davon sind Ackerland, etwa 26 Prozent Grünland und weniger als ein Prozent Dauerkulturen.
Zu den wichtigsten Kulturen zählen Mais, Roggen, Weizen und Gerste. Mais wird sowohl als Futter als auch für Biogasanlagen gebraucht. Typisch für den Kreis ist zudem der vergleichsweise ausgeprägte Anbau von Sonnenblumen. Eiweißpflanzen wie Erbsen und Luzerne gewinnen an Bedeutung. Dazu kommen Sonderkulturen wie Sanddorn und Aronia sowie die Milch- und Fleischproduktion.
Getreideerträge 2025 deutlich höher als im Vorjahr
Die überwiegend leichten, sandigen Böden und die oft unzureichende Wasserversorgung machen die Betriebe laut Landwirtschaftsbericht besonders anfällig für Trockenperioden. Hinzu kommen Starkregen, Spätfröste und schwierige Erntebedingungen. Nach dem schwierigen Jahr 2024 stieg der durchschnittliche Getreideertrag im Landkreis 2025 von 42,6 auf 56,4 Dezitonnen je Hektar.
Gute Ernten bedeuten laut Kreisverwaltung aber nicht automatisch gute Ergebnisse. Sinkende Erzeugerpreise bei hohen Kosten für Energie, Dünger, Kraftstoffe, Maschinen und Personal schmälern die Gewinne. Belastend wirken auch schwankende Agrarmärkte, fehlende Planungssicherheit und die Folgen von Tierseuchen wie der Afrikanischen Schweinepest und der Geflügelpest.
Weniger Höfe, Nachwuchs in grünen Berufen gesucht
Den Rückgang der Betriebszahl führt der Bericht vor allem auf die Altersstruktur und fehlende Hofnachfolgen zurück. Betroffen sind besonders kleinere Betriebe im Haupt- und Nebenerwerb. In der Tierhaltung gehen die Rinder- und Schweinebestände zurück, die Geflügelhaltung gewinnt an Bedeutung. Als Beispiel für neue regionale Vermarktungswege nennt der Kreis das Projekt Elbe-Elster-Ei einer Erzeugergemeinschaft. Ein eigenes Kapitel widmet der Landwirtschaftsbericht der Ausbildung. An einem Ausbildungsnetzwerk sind derzeit 34 Betriebe beteiligt.
Ökolandbau mit 6,92 Prozent der Fläche in Elbe-Elster
Breiten Raum nimmt die Agrarförderung ein, von den EU-Direktzahlungen über Hilfen für junge Landwirte bis zu Agrarumwelt- und Klimamaßnahmen wie Blühstreifen, extensiver Grünlandnutzung oder dem Schutz von Moorböden. 2025 bewirtschafteten 35 geförderte Ökobetriebe rund 6.214 Hektar. Das entsprach 6,92 Prozent der erfassten Fläche und war ein Rückgang gegenüber den Vorjahren.
AusbildungAusbildung Maurer (m/w/d)Bauservice Dorow · CrinitzZur Stelle →Alle 282 Stellen in Südbrandenburg →Auch die Imkerei ist Thema. Der Landkreis unterstützt seit 2013 Neuimker bei der Anschaffung von Bienenvölkern sowie Maßnahmen gegen die Varroamilbe. 2025 waren 401 Bienenhalter registriert.
Weitere Kapitel behandeln den Boden- und Pachtmarkt, Investitionen, Düngung und den Anbau von Energiepflanzen. Chancen sieht der Bericht in der Digitalisierung, einem gezielteren Einsatz von Wasser und Betriebsmitteln, klimaangepassten Anbauverfahren und mehr regionaler Vermarktung. Wie günstig Agrarland in der Region im Landesvergleich ist, zeigt unsere Auswertung der Kaufwerte für 2025.
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Red. / Presseinformation








