Der ambulante Kinder- und Jugendhospizdienst der Johanniter Südbrandenburg sucht neue Ehrenamtliche. Am 8. Januar 2027 beginnt in Cottbus ein Ausbildungskurs für die Begleitung von Familien und für die Lacrima-Trauergruppen. Interessierte können sich ab sofort melden.
Keine medizinische Ausbildung für das Ehrenamt nötig
Für die Mitarbeit im Kinder- und Jugendhospizdienst braucht es keine pflegerische oder medizinische Ausbildung. „Das Herz muss am rechten Fleck sitzen, und die Menschen sollten mit ihrer eigenen Lebens- und auch Trauergeschichte im Reinen sein. Das sind die allerwichtigsten Voraussetzungen“, sagt Koordinatorin Manja Bieder. Willkommen sind Interessierte aller Altersgruppen, am besten ab 18 Jahren. Nach oben gibt es keine Altersgrenze.
Kurs umfasst 108 Stunden bis zu den Sommerferien
Der Kurs läuft von Januar bis etwa zu den Sommerferien und umfasst 108 Stunden. Die Termine finden freitags von 17 bis 20 Uhr und am folgenden Samstag von 9 bis 17 Uhr statt, meist im Abstand von 14 Tagen und mit Rücksicht auf Feier- und Ferientage. Die Inhalte reichen von der Selbsterfahrung über die Themen Sterben, Tod und Trauer bis zu Kommunikation, Nähe und Distanz. Auch die Lacrima-Ausbildung zur Trauerbegleitung ist Teil des Kurses.
Nach dem Kurs können die Ehrenamtlichen Familien begleiten oder in den Lacrima-Gruppenstunden mitwirken, je nachdem, was besser zum eigenen Alltag passt. Begleitet werden dabei auch die Ehrenamtlichen selbst. „Wir bieten Supervision und bleiben immer ansprechbar. Wer mitleidet, kann nicht helfen, deshalb schauen wir gemeinsam hin und unterstützen, damit unsere Ehrenamtlichen möglichst lange bei uns bleiben“, sagt Bieder.
Begleitung von kranken Kindern und ihren Geschwistern
Die Begleitung richtet sich nach den Familien. Mal steht das erkrankte Kind im Mittelpunkt, mal sind es die Geschwister, die zum Beispiel in Ruhe und ohne Zeitdruck ein Eis essen gehen. Hinzu kommen Öffentlichkeitsarbeit und eigene Angebote wie die „Begegnungszeiten“, bei denen Eltern einmal durchatmen können. Der Kinder- und Jugendhospizdienst arbeitet ambulant in ganz Südbrandenburg. Wie eine Familienbegleiterin der Johanniter ihr Ehrenamt erlebt, erzählte sie im Februar im Gespräch mit NIEDERLAUSITZ aktuell.
46 Ehrenamtliche engagieren sich derzeit im Dienst
„In der Hospizarbeit leben die Dienste vom Ehrenamt. Ohne diese Unterstützung gäbe es uns als ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst nicht“, sagt Bieder. Derzeit engagieren sich 46 Familien- und Trauerbegleiterinnen und -begleiter. Der Bedarf bleibe aber hoch, vor allem in der Trauerbegleitung. Viele Ehrenamtliche kämen mit dem Wunsch, etwas zurückzugeben. „Unsere Ehrenamtlichen sind unser Goldstaub“, sagt die Koordinatorin.
Wer mitmachen möchte, meldet sich telefonisch oder per E-Mail. In einem persönlichen Kennenlerntermin klären beide Seiten, ob es passt. „Der Bauch spielt da eine große Rolle“, sagt Bieder. Eine gute Kursgröße liegt nach ihren Angaben bei 10 bis 12 Personen. Ansprechpartnerin ist Manja Bieder, Koordinatorin für Lacrima und den ambulanten Kinder- und Jugendhospizdienst, unter Telefon 0355 47746-170 und per E-Mail an [email protected].
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