Wo fehlt es an medizinischer Versorgung, und welche Angebote helfen Patienten tatsächlich? Diesen Fragen wollen die Medizinische Universität Lausitz – Carl Thiem (MUL-CT) und die AOK Nordost künftig gemeinsam nachgehen. Beide haben dafür eine Rahmenvereinbarung zur Gesundheitssystemforschung geschlossen. Grundlage sollen die Behandlungs- und Abrechnungsdaten der Krankenkasse sein. Im Mittelpunkt stehen sogenannte Routinedaten der gesetzlichen Krankenversicherung, also Informationen, die im Alltag ohnehin anfallen: Diagnosen, verordnete Medikamente oder durchgeführte Behandlungen. Sie werden eigentlich für Versorgung, Dokumentation und Abrechnung erhoben. Für die Forschung sollen sie helfen zu untersuchen, wie Menschen behandelt werden, wo Versorgungslücken entstehen und welche Angebote weiterentwickelt werden müssen. Die Daten würden unter Beachtung der geltenden Datenschutzbestimmungen verarbeitet, heißt es von beiden Partnern.
Forschung soll Beitragsgelder gezielter einsetzen
„Unser Anspruch ist, dass unsere Versicherten die Versorgung bekommen, die sie tatsächlich brauchen“, sagt Daniela Teichert, Vorstandsvorsitzende der AOK Nordost. Die Forschung solle auch dazu beitragen, Beitragsgelder zielgerichteter und effizienter einzusetzen. Die AOK Nordost ist mit rund 1,6 Millionen Versicherten eine der größten gesetzlichen Krankenkassen in Brandenburg, Berlin und Mecklenburg-Vorpommern.
Für die MUL-CT ist die Kooperation ein Baustein ihres Forschungsschwerpunkts Gesundheitssystemforschung. „Für uns als junge Universitätsmedizin ist das ein wichtiger Beitrag zur Entwicklung unserer Forschungsschwerpunkte. Am Ende zählt, was unsere Forschung für die Menschen bewirken kann“, sagt Adelheid Kuhlmey, Gründungsvorständin Wissenschaft. Vorstandschef Eckhard Nagel nennt die Vereinbarung einen „entscheidenden Schritt für die Ermöglichung von Forschung“. Beide Partner arbeiten bereits im Steuerungsgremium der Modellregion Gesundheit Lausitz zusammen.
Konkrete Projekte folgen noch
Neben gemeinsamen Forschungsprojekten sind Wissenstransfer und die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses geplant. Ein gemeinsames Steuerungsgremium soll die Zusammenarbeit koordinieren. Welche Forschungsvorhaben konkret umgesetzt werden, legen beide Seiten in gesonderten Vereinbarungen fest.
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