Osteoporose wird nach Ansicht von Dr. Steffen Sola nicht erst im hohen Alter zum Thema. Zum Welt-Osteoporose-Tag am 20. Oktober rät der Neurochirurg der Sana Kliniken Niederlausitz, ein Leben lang etwas für die Knochen zu tun. Im Krankenhaus Senftenberg behandelt er viele Verletzungen als Folge der Krankheit.
Knochenaufbau läuft etwa bis zum 30. Lebensjahr
Viele Menschen verbinden Osteoporose vor allem mit dem hohen Alter. Die Weichen werden nach Angaben von Sola aber schon in der Jugend gestellt. „Die Grundlagen für gesunde Knochen bilden wir im Grunde unser ganzes Leben lang. Entscheidend sind vor allem die jungen Jahre, denn der Knochenaufbau läuft etwa bis zum 30. Lebensjahr. Danach beginnt der Abbau – und je weniger Substanz vorhanden ist, desto schneller verlieren die Knochen an Dichte“, sagt der Wirbelsäulen-Experte.
Sola leitet in den Sana Kliniken Niederlausitz den Bereich Neurotraumatologie, Neurochirurgie und Wirbelsäulenchirurgie. Im Krankenhaus Senftenberg behandelt er zahlreiche Patienten mit Verletzungen, die auf Osteoporose zurückgehen. Im Jahr 2024 hatte er Eltern Tipps für einen rückenfreundlichen Schulranzen gegeben (wir berichteten).
Frühwarnzeichen gibt es laut dem Experten nicht
„Typische Frühwarnzeichen gibt es bei Osteoporose leider nicht. Denn wenn die Körpergröße abnimmt, Wirbel schrumpfen oder sich die Körperstatur verändert und sich beispielsweise ein Rundrücken bildet, ist es meistens schon zu spät“, erklärt Sola. Nach Angaben der Sana Kliniken lässt sich die Krankheit mit einer Messung der Knochendichte präzise feststellen oder sicher ausschließen. Je geringer die Dichte, desto anfälliger seien die Knochen für Brüche.
„Besonders häufig sind Wirbelbrüche. Bei Betroffenen reicht es oft schon aus, wenn sie sich normal nach unten beugen oder etwas relativ Leichtes anheben wollen“, schildert der Neurochirurg. Auch Brüche am Oberschenkelhals, am Handgelenk oder am Oberarm sind laut der Mitteilung keine Seltenheit.
Spezialzement stabilisiert Knochen in Senftenberg
Im Krankenhaus Senftenberg werden solche Verletzungen nach Angaben der Klinik üblicherweise mit einem speziellen Zement behandelt. Er stabilisiert die Knochen wieder oder sorgt dafür, dass Implantate sicher fixiert werden können. „Wenn Osteoporose frühzeitig festgestellt wird, kann man solchen Knochenzement auch vorsorglich zum Wiederaufrichten der Wirbelsäule über einen feinen Nadelzugang in den Wirbelkörper spritzen“, beschreibt Sola eine Behandlungsmöglichkeit.
Bewegung, Ernährung und Rauchverzicht für die Knochen
Wird Osteoporose erkannt, bevor ein Knochen bricht, können laut Sola Medikamente helfen, den Abbau zu bremsen. „Parallel sind eine ausgewogene, gemüsereiche Ernährung ebenso wichtig wie Bewegung. Ideal sind Krafttraining, Mannschaftssportarten und Sportarten mit einer Stoßbelastung“, sagt er. Phosphathaltige Cola-Getränke und Alkohol sollten nach seinem Rat gemieden werden.
„Ganz besonders entscheidend ist der Verzicht aufs Rauchen. Wir behandeln in der Klinik teilweise 30-jährige Patientinnen, die schon Osteoporose aufgrund starken Nikotinkonsums haben“, warnt Sola. Für Frauen wird die Krankheit laut der Mitteilung normalerweise erst mit den Wechseljahren zu einem akuten Problem, sie sind deutlich häufiger betroffen als Männer. „Etwa 20 bis 25 Prozent der Frauen bekommen Osteoporose, bei den Männern sind es nur rund fünf Prozent“, verweist der Neurochirurg auf die Statistik.
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Bereits 2023 hatten die Sana Kliniken Niederlausitz zum Welt-Osteoporose-Tag auf die Krankheit aufmerksam gemacht (wir berichteten). Die vollständige Mitteilung steht im Newsroom der Sana Kliniken.
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