Ein Mono-Theaterstück über die Stasi-Zuträgerin Monika Haeger ist am Donnerstag und Freitag in Cottbus zu sehen. Gespielt wird jeweils um 19 Uhr in der Galerie Marie 23 in der Marienstraße. Der Eintritt ist frei, um Anmeldung wird gebeten.
Eine Frau, die sich im Recht fühlte
„Wenn man auf der richtigen Seite steht, dann ist alles gerechtfertigt“ – diesen Satz legt das Stück seiner Hauptfigur in den Mund. Monika Haeger, 1945 geboren und 2006 gestorben, arbeitete als inoffizielle Mitarbeiterin für das Ministerium für Staatssicherheit der DDR. Als Heimkind wurde sie auf sozialistischen Kurs gebracht; später bespitzelte sie die Bürgerrechtlerin Bärbel Bohley und deren Gruppe.
Verrat, Betrug und Lüge sicherten ihren Erfolg. Was Monika Haeger mit Stolz erfüllte, stürzte andere ins Unglück: Ihre Arbeit führte zu Verhaftungen, Verhören, Gefängnisaufenthalten und sogar zu einer Ausbürgerung aus der DDR.
Der Monolog wird von Opfern unterbrochen
Das Stück bleibt nicht bei der Täterperspektive. Der Monolog wird immer wieder durch Interviews mit Opfern der SED-Diktatur unterbrochen. Sie berichten von Verleumdungen in Beruf und Privatleben, von Wohnungsdurchsuchungen und überfallartigen Verhaftungen, von Scheinhinrichtungen sowie von Erlebnissen im Frauengefängnis Hoheneck, im Jugendwerkhof Torgau und in Speziallagern. Zu Hören sind auch Angehörige von Mauertoten.
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Text und Regie stammen von Nicole Heinrich, auf der Bühne steht Anja Kimmelmann. Nach Angaben der Produktion spannt die Inszenierung immer wieder Bögen in die Gegenwart und stellt damit die Frage nach Menschlichkeit neu.
Zwei Abende in der Galerie Marie 23
Gespielt wird am Donnerstag, dem 24. September, und am Freitag, dem 25. September, jeweils um 19 Uhr. Spielort ist die Galerie Marie 23 in der Marienstraße 23 in Cottbus. Der Eintritt kostet nichts, die Platzzahl ist allerdings begrenzt.
Wer kommen möchte, meldet sich unter [email protected] oder telefonisch unter 0355 86688164 an. Die Aufführungen entstehen in Kooperation mit Tudyka.PR.
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Warum der Stoff auch nach Cottbus passt
Die Biografie von Monika Haeger führt an Orte, die auch in Südbrandenburg nachwirken: Heimerziehung, Jugendwerkhof, Frauengefängnis. Die Bürgerrechtsbewegung, die sie ausspionierte, hatte Ableger in vielen Städten der DDR, und die Akten der Bezirksverwaltung für Staatssicherheit Cottbus füllen bis heute Regalkilometer.
Das Stück beantwortet die Frage nach dem Warum nicht mit einer einfachen Formel. Es zeigt eine Frau, die sich ihrer Sache sicher war – und daneben die Menschen, deren Leben sie beschädigt hat. Wer vorab mit der Regisseurin sprechen möchte: Nicole Heinrich ist bereits ab Mittwoch in der Stadt, die Schauspielerin steht am Freitag für Gespräche zur Verfügung.
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Red. / Presseinformation





