82 junge Handwerkerinnen und Handwerker aus Cottbus und Spree-Neiße haben ihre Ausbildung abgeschlossen. An diesem Donnerstag bekamen sie im Oberstufenzentrum II ihren Gesellenbrief überreicht – in Berufen vom Bäcker bis zum Metallbauer.
Vom Maurer bis zur Fachverkäuferin im Laden
Zur feierlichen Zeugnis- und Gesellenbriefübergabe hatte die Kreishandwerkerschaft Cottbus/Spree-Neiße geladen. Die Bandbreite der Berufe ist groß: Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik sind darunter, Bäcker, Fleischer und Fachverkäufer im Lebensmittelhandwerk, Maler und Lackierer, Metallbauer, Maurer und Tischler.
„Unsere neuen Junggesellen sind für die Handwerksbetriebe und die gesamte Region von großer Bedeutung“, sagt Corina Reifenstein, Präsidentin der Handwerkskammer Cottbus. Gebraucht würden junge Menschen, „die anpacken, Verantwortung übernehmen und mit ihrem Können die Zukunft des Handwerks mitgestalten“.
Fleischer in einer 70 Jahre alten Tradition
Wie verschieden die Wege dorthin sind, zeigen drei der Absolventen. Für den Cottbuser Eddie Speer war die Entscheidung für das Fleischerhandwerk zugleich eine für eine mehr als 70-jährige Familientradition. In der Fleischerei Speer lernte er bei seinem Vater.
„Die Ausbildung ist mir leichtgefallen. Für die theoretische Prüfung konnte ich mit Oma und Opa lernen“, erzählt er. Im Betrieb kann er jederzeit erfahrene Kollegen fragen, im Laden profitiert er vom Kontakt zur Stammkundschaft. Der Gesellenbrief ist für ihn deshalb mehr als ein Abschluss – er ist der nächste Schritt in einer Tradition, die er fortsetzen will.
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Ein Schmuckschrank aus Nussbaum, Note 1
Bei Madleen Matzk entstand der Wunsch, Tischlerin zu werden, während eines Sommercamps der Handwerkskammer. Ein Praktikum bestärkte sie darin, gelernt hat sie in der Tischlerei Kochan in Forst.
Am meisten gelernt habe sie bei der Fertigung ihres Gesellenstücks, sagt sie – einem Schmuckschrank aus amerikanischem Nussbaum. Entwurf, Konstruktion und Materialauswahl plante sie selbst. Bewertet wurde die Arbeit mit der Note 1.
Nach der elften Klasse in die Backstube
Moritz Graf zu Lynar verließ das Gymnasium nach der 11. Klasse. „Ich wollte einen Beruf ergreifen, bei dem man am Ende des Tages etwas geschaffen hat, was man anfassen kann“, sagt der 21-Jährige.
Er probierte Praktika im Bäcker- und im Tischlerhandwerk aus, eine Einstiegsqualifizierung brachte die Entscheidung: „Hier fand ich, was mir vorschwebte. Ich wollte Bäcker werden.“ Seine Ausbildung in der BIO-Bäckerei Schmidt in Cottbus schloss er mit Bestnoten ab, dort arbeitet er jetzt weiter.
Drei Wege, ein Abschluss im Handwerk
Familienbetrieb, Sommercamp, Schulabbruch mit Kurswechsel – die drei Beispiele zeigen, dass es den einen Weg ins Handwerk nicht gibt. Gemeinsam ist ihnen, dass am Ende derselbe Gesellenbrief steht.
Für die Betriebe in Cottbus und Spree-Neiße sind die 82 Abschlüsse mehr als eine Zahl: Sie sind der Nachschub, der in den kommenden Jahren Verantwortung in den Werkstätten und Backstuben übernimmt.
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Red. / Presseinformation
Fotos: Christian Taubert







