Das Amt Ortrand will Pilot- und Modellkommune für den Einsatz künstlicher Intelligenz in der Verwaltung werden. Gemeinsam mit dem Stein-Hardenberg-Institut soll untersucht werden, was KI in kleinen Verwaltungen leisten kann. Das teilte das Amt mit.
Was das Amt Ortrand mit dem Institut vorhat
Nach einem ersten Kick-off in der vergangenen Woche soll nun gemeinsam mit den Beschäftigten und externen Partnern ausgelotet werden, wie ein solcher Modellansatz konkret aussehen könnte. Im Mittelpunkt steht eine Frage: Wie können neue Technologien Beschäftigte entlasten und zugleich die Leistungen für Bürgerinnen und Bürger verbessern?
„Wir möchten nicht darauf warten, bis irgendwann fertige Lösungen für Kommunen auf dem Tisch liegen“, erklärt Amtsdirektor Niko Gebel. „Wir wollen selbst ausprobieren, Erfahrungen sammeln und gemeinsam mit geeigneten Partnern herausfinden, was künstliche Intelligenz in einer kleinen Verwaltung tatsächlich leisten kann.“

„Ein ChatGPT-Zugang macht noch keine Verwaltung“
Vorarbeit gibt es. In den vergangenen Jahren führte das Amt das digitale Rechnungswesen ein, modernisierte die technische Ausstattung und schuf neue digitale Kommunikationswege. Die Beschäftigten wurden im Umgang mit KI weitergebildet, an vielen Arbeitsplätzen gehören entsprechende Anwendungen zum Alltag.
Gebel geht es um den Schritt danach: „Ein ChatGPT-Zugang allein macht noch keine digitale Verwaltung. Uns interessiert der nächste Schritt: Wo kann KI Prozesse tatsächlich vereinfachen? Wo können wir Mitarbeiter von Routinetätigkeiten entlasten?“
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Die geringe Größe der Verwaltung als Vorteil
Gerade die überschaubare Größe des Amtes sieht Gebel als Chance: Neue Ansätze ließen sich gemeinsam mit den Beschäftigten entwickeln, unmittelbar erproben und bewerten. „Ich möchte jeden Mitarbeiter auf diesem Weg mitnehmen. Digitalisierung und KI dürfen einer Verwaltung nicht einfach von oben verordnet werden.“ Die Kolleginnen und Kollegen wüssten am besten, wo Abläufe unnötig kompliziert seien.
KI solle den Menschen nicht ersetzen, sondern entlasten. Weniger Routine bedeute mehr Zeit für Beratung und für die Anliegen der Bürger.
Zugleich eine Botschaft Richtung Potsdam
Mit dem Vorhaben verbindet Ortrand ein Signal an das Land: Innovation in der Verwaltung müsse nicht in großen Städten entstehen. Kleinere Kommunen hätten mit begrenztem Personal immer komplexere Aufgaben zu bewältigen – und böten sich als Erprobungsort an.
Einen Rahmen für die Debatte lieferte auch die Sitzung des Ausschusses für Digitalisierung und Strukturreform des Städte- und Gemeindebundes am 8. September.
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Red. / Presseinformation
Foto: Amt Ortrand








